SISTRIX, KI-Suche & GEO: So bleibst du sichtbar trotz AI Overviews
Die Suche liefert Antworten – nicht mehr nur Links
Lange war der Zusammenhang klar: bessere Rankings = mehr Klicks = mehr organischer Traffic. Mit KI-gestützten Suchsystemen verschiebt sich diese Logik. Google blendet Antworten zunehmend direkt in den Suchergebnissen ein, sodass Nutzer ihre Lösung erhalten, ohne eine Website zu besuchen. Seit Mai 2025 sind Google AI Overviews auch in Deutschland breit ausgerollt und erscheinen bei rund 17% der Suchanfragen. Das reicht, um in vielen Branchen spürbar an den wichtigsten KPIs zu rütteln.
Ein typisches Szenario: Du hältst Platz 1–3 für ein Keyword, die Search Console zeigt stabile Positionen – aber die Klickrate fällt. Der Grund ist oft nicht ein Rankingverlust, sondern ein verändertes SERP-Layout: Die KI-Antwort beantwortet die Frage schon oben, Nutzer scrollen weniger und klicken seltener.
Warum klassische SEO-KPIs plötzlich „blind“ werden
Organischer Traffic, CTR und Rankingpositionen messen weiterhin etwas Reales – nur nicht mehr zuverlässig deine tatsächliche Sichtbarkeit. Wenn die KI-Antwort den Bedarf deckt, ist dein Inhalt zwar relevant, aber nicht zwingend der Klick-Zielpunkt. Gerade bei Informations-Keywords (Definitionen, Vergleiche, „Wie geht…?“) kann das zu deutlichen Besucherrückgängen führen, obwohl die Rankings unverändert bleiben.
- Ranking stabil, Klicks runter: SERP wird von KI-Antworten dominiert
- Mehr „Zero-Click“-Suchen: Nutzer verlassen Google nicht mehr
- Neue Gatekeeper: Sichtbarkeit entsteht durch Zitate und Erwähnungen in KI-Antworten
Von SEO zu GEO: Sichtbarkeit in KI-Antworten aktiv gestalten
Genau hier setzt Generative Engine Optimization (GEO) an: Inhalte so aufzubereiten, dass KI-Systeme sie als verlässliche Quelle erkennen, extrahieren und zitieren. Praktisch heißt das: klare Antworten statt Fließtext-Wolken, saubere Struktur, eindeutige Begriffe, aktuelle Fakten und Formate, die sich gut „snacken“ lassen.
- Schreibe antwortfähige Passagen: kurze, präzise Absätze, die eine Frage direkt lösen
- Nutze Frage-Antwort-Elemente: z. B. „Was bedeutet…?“, „Welche Schritte…?“
- Stärke Vertrauenssignale: Autorität, Aktualität, konsistente Begriffsdefinitionen
Dieser Guide zeigt dir, wie du den Shift messbar machst und mit SISTRIX den Übergang von klassischen SEO-Signalen hin zu GEO-orientierter Sichtbarkeit planst und umsetzt.
Timeline: Von SEO zu GEO – die wichtigsten Entwicklungen seit 2025
Phase 1: AI Overviews starten im DACH-Raum – Sichtbarkeit ohne Klicks
März–Mai 2025
Phase 1: AI Overviews starten im DACH-Raum – Sichtbarkeit ohne Klicks
Google beantwortet Fragen direkt in der Suche
Im März 2025 werden AI Overviews in Deutschland, Österreich und der Schweiz eingeführt. Spätestens seit Mai 2025 sind sie in Deutschland flächendeckend sichtbar und erscheinen bei rund 17% der Keywords. In der Praxis bedeutet das: Nutzer bekommen eine zusammengefasste Antwort, ohne eine Website öffnen zu müssen.
- Praxisbeispiel: Ein Ratgeber rankt weiter auf Position 1, aber die Nachfrage wird im Overview „abgefangen“.
- Tipp: Prüfe bei deinen Top-Keywords, ob ein AI Overview ausgespielt wird und markiere diese als „Risk-Cluster“ für Traffic-Verluste.
Phase 2: CTR-Schock – klassische SEO-KPIs verlieren Aussagekraft
Q2–Q3 2025
Phase 2: CTR-Schock – klassische SEO-KPIs verlieren Aussagekraft
Rankings bleiben stabil, Klicks brechen ein
Mit AI Overviews sinkt die Click-Through-Rate für die organische Position 1 im Durchschnitt deutlich (z. B. um 34,5%), sobald ein Overview erscheint. Besonders auf Mobile steigen Zero-Click-Anteile stark, weil die Antwortbox den sichtbaren Bereich dominiert.
- Praxisbeispiel: Ein „How-to“-Artikel verliert trotz Top-Ranking ein Drittel der Klicks, weil die Schrittfolge im Overview zusammengefasst wird.
- Tipp: Tracke getrennt nach Device und SERP-Feature: Mobile-Keywords mit Overviews zuerst priorisieren.
Phase 3: Branchen-Effekt & Content-Typen – 20–80% Traffic-Rückgänge werden sichtbar
H2 2025
Phase 3: Branchen-Effekt & Content-Typen – 20–80% Traffic-Rückgänge werden sichtbar
Je nach Intent fällt der Verlust unterschiedlich aus
Viele Teams beobachten Rückgänge, die je nach Thema und Suchintention stark variieren. Informations- und News-Queries sind besonders anfällig, weil Nutzer schnelle Antworten bevorzugen und seltener klicken. Damit wird klar: „Mehr Content“ allein löst das Problem nicht.
- Praxisbeispiel: Ein News-Portal verliert einen großen Teil der Suchzugriffe, während ein Shop bei transaktionalen Keywords stabiler bleibt.
- Tipp: Segmentiere Inhalte nach Intent (Info/Do/Buy) und definiere pro Segment ein Ziel: Klick, Marke im Overview, oder direkte Conversion.
Phase 4: GEO etabliert sich – optimieren für Erwähnungen statt nur für Rankings
Ende 2025
Phase 4: GEO etabliert sich – optimieren für Erwähnungen statt nur für Rankings
KI-Systeme zitieren, wenn Inhalte eindeutig und vertrauenswürdig sind
GEO rückt in den Fokus: Inhalte werden so strukturiert, dass KI-Systeme sie leichter verstehen, extrahieren und als Quelle nutzen. Entscheidend sind klare Antworten auf Nutzerfragen, saubere Struktur und starke Autorität.
- Praxisbeispiel: Eine FAQ mit präzisen, prüfbaren Aussagen wird häufiger in Overviews paraphrasiert als ein langer Fließtext.
- Tipp: Baue „Answer Blocks“: kurze Definition, 3–5 Kernpunkte, danach Vertiefung – ideal für KI-Extraktion.
Phase 5: Messbarkeit & Umsetzung – Shift von SEO zu GEO wird operational
2026
Phase 5: Messbarkeit & Umsetzung – Shift von SEO zu GEO wird operational
Neue Routinen: SERP-Features, Strukturierte Daten, multimodaler Content
Teams passen Prozesse an: strukturierte Daten (z. B. JSON-LD) zur besseren Einordnung, Content-Design für schnelle Antworten, plus Formate wie Bilder, Tabellen oder kurze Videos, weil KI-Systeme zunehmend multimodal arbeiten. Parallel wird Reporting erweitert: Sichtbarkeit in Features, nicht nur Positionen.
- Praxisbeispiel: Produkt- und Ratgeberseiten erhalten Schema-Markup, Vergleichstabellen und eindeutige Quellenangaben im Text.
- Tipp: Lege pro Seite ein „GEO-Ziel“ fest: Erwähnung, Zitat, Marken-Nennung oder Klick – und richte Struktur und Assets darauf aus.
Vorher
Zielbild: Klicks als Primär-Outcome
Klassische SEO optimiert auf Rankings, CTR und Sessions: Du willst den Nutzer aus der SERP auf deine Seite holen. Erfolg bedeutet: Position 1–3, steigende Klickrate, mehr organischer Traffic.
Messlogik: Ranking stabil = Performance stabil
Wenn Rankings stabil bleiben, erwartest du normalerweise stabile Klicks. Sinkt Traffic, suchst du die Ursache oft in Updates, technischen Fehlern oder stärkeren Wettbewerbern.
Kernmetriken: CTR, Sessions, Conversions
SEO-Reporting fokussiert auf klassische KPIs:
- Impressions → Klicks (CTR)
- Organische Sessions
- Conversion Rate und Umsatz
Content-Anforderungen: Suchintention + Snippet-Optimierung
Du schreibst primär für Menschen, optimierst aber auf SERP-Elemente: knackige Meta-Texte, FAQ-Boxen, kurze Antworten für Featured Snippets. Tiefe ist hilfreich, aber oft nicht entscheidend.
Autoritätssignale: Backlinks und Domain-Power
SEO setzt stark auf Linkprofil, interne Verlinkung und technische Performance. Autorität wird häufig über Backlinks und Sichtbarkeitsentwicklung erklärt.
Nachher
Zielbild: Erwähnungen als Primär-Outcome
GEO optimiert darauf, in KI-Antworten stattzufinden: Deine Marke, dein Produkt oder deine Definition soll in AI Overviews und Chat-Antworten genannt werden. Erfolg bedeutet: häufige, korrekte Nennungen – auch wenn weniger Nutzer klicken.
Messlogik: Ranking stabil, Traffic sinkt trotzdem
AI Overviews beantworten Fragen direkt in der Suche. Dadurch können Klicks stark zurückgehen, obwohl deine Positionen unverändert sind. Praktisch heißt das: Sichtbarkeit in der SERP reicht nicht mehr, wenn die Antwort schon „vorweggenommen“ wird.
Kernmetriken: Nennungen, Präsenz, Tonalität
GEO erweitert das KPI-Set um „Share of Answer“:
- Wird deine Marke in KI-Antworten genannt?
- Wie oft und in welchem Kontext?
- Ist die Aussage korrekt, neutral oder wertend?
Beispiel: Statt „+10% CTR“ misst du „Top-Quelle/Marke in der Antwort zu ‚beste …‘“.
Content-Anforderungen: Zitierfähigkeit + Vollständigkeit
KI-Systeme bevorzugen Inhalte, die sich leicht extrahieren und „zitieren“ lassen. Das bedeutet:
- klare Definitionen, Zahlen, Kriterien
- saubere Struktur mit Zwischenüberschriften und Listen
- konkrete Vergleiche und eindeutige Aussagen
Praktischer Tipp: Baue Abschnitte wie „Kriterien“, „Schritte“, „Checkliste“ und „Häufige Fehler“ ein, damit Antworten modular nutzbar werden.
Autoritätssignale: Vertrauenswürdige Fakten und eindeutige Quellenlogik
Für GEO zählt, wie belastbar und überprüfbar deine Aussagen wirken. Arbeite mit:
- konkreten Datenpunkten und klaren Begriffen
- einheitlichen Definitionen (z. B. „AI Overviews“, „GEO“)
- konsistenter Markenbenennung (damit KI dich eindeutig zuordnet)
Praktischer Tipp: Verwende wiederkehrende, präzise Formulierungen für Kernthesen, damit sie in Antworten stabil reproduziert werden.
5 GEO-Prinzipien, die KI-Antworten wirklich „zitieren“ lassen
Antworthäppchen statt Fließtext
Antworthäppchen statt Fließtext
KI-Systeme greifen bevorzugt auf Inhalte zurück, die wie eine fertige Antwort aufgebaut sind: klare Überschriften, kurze Absätze, Listen und Tabellen. Formuliere pro Abschnitt eine eindeutige Kernaussage und stütze sie mit 2–4 Bulletpoints.
- Nutze Frage/Antwort-Blöcke („Was ist…?“, „Wie funktioniert…?“).
- Baue Checklisten ein (z. B. „GEO-Check: 7 Punkte“).
- Vermeide verschachtelte Aussagen – eine Aussage pro Satz.
Fakten, die prüfbar sind
Fakten, die prüfbar sind
Generative Antworten bevorzugen Inhalte mit belastbaren Daten, klaren Definitionen und eindeutigen Kriterien. Wenn du Effekte beschreibst, nenne Größenordnungen und Rahmenbedingungen, z. B. „Traffic kann trotz stabiler Rankings um 20–80% sinken, wenn AI Overviews die Antwort liefern“.
- Nutze konkrete Schwellenwerte („unter 2 Sekunden Ladezeit“, „3–5 Schritte“).
- Erkläre Begriffe in einem Satz („GEO = Optimierung auf Erwähnung in KI-Antworten“).
- Markiere Annahmen („gilt für informational Queries“).
Entity- & Marken-Klarheit
Entity- & Marken-Klarheit
Wenn eine Marke in KI-Antworten genannt wird, ist das ein starkes Sichtbarkeitssignal – ähnlich wertvoll wie eine Top-Position. Sorge dafür, dass Name, Angebot und Kontext immer konsistent sind: gleiche Schreibweise, klare Kategorien, eindeutige Produktnamen.
- Schreibe „Wer wir sind“ in 1–2 Sätzen (Branche, Zielgruppe, USP).
- Nutze wiederkehrende Formulierungen für Kernbegriffe („SISTRIX Sichtbarkeitsindex“ statt wechselnder Synonyme).
- Verknüpfe Features mit Use-Cases („für GEO-Monitoring: Brand Mentions tracken“).
Aktualität & Versionierung
Aktualität & Versionierung
KI-Antworten ziehen eher Inhalte heran, die erkennbar aktuell sind und Änderungen transparent machen. Arbeite mit Datumsstempeln, „Stand: Monat/Jahr“-Hinweisen und einem kurzen Changelog, wenn sich Features oder SERP-Layouts ändern.
- Aktualisiere Beispiele, Screenshots und Zahlen regelmäßig.
- Ergänze „Was hat sich geändert?“ als Mini-Abschnitt.
- Halte veraltete Aussagen nicht im Text – ersetze oder kennzeichne sie.
LLM-Zugänglichkeit (Technik + Klartext)
LLM-Zugänglichkeit (Technik + Klartext)
Damit generative Systeme Inhalte effizient auslesen, müssen sie technisch sauber und semantisch eindeutig sein. Nutze klare HTML-Strukturen und Schema.org-Markup, damit Entitäten, FAQs oder How-tos maschinenlesbar werden.
- Setze sinnvolle
<h2>/<h3>-Hierarchien und sprechende Zwischenüberschriften. - Nutze strukturierte Daten (FAQ, HowTo, Organization, Product) wo passend.
- Schreibe „harte“ Sätze: keine vagen Aussagen wie „oft“, „manchmal“, „könnte“.
AI-Overview-Impact: SERP-Shift früh erkennen
Wenn AI Overviews bei einem spürbaren Anteil der Suchanfragen erscheinen, verändern sich Klickpfade oft schneller als Rankings. Nutze ein regelmäßiges SERP-Monitoring, um Keywords zu markieren, bei denen sich die Ergebnisdarstellung „oben“ verändert und deine organische CTR unter Druck gerät (typisch: stabile Position, weniger Klicks). So kannst du intern sauber erklären, warum „Platz 1“ nicht mehr automatisch Traffic bedeutet.
- Lege eine Watchlist für Money-Keywords an und prüfe wöchentlich SERP-Features
- Priorisiere Themen, bei denen du Sichtbarkeit verlierst, obwohl die Rankings stabil sind
Keyword-Filter: Zitate in AI Overviews finden und skalieren
Statt nur nach Positionen zu optimieren, identifizierst du gezielt Keywords, bei denen deine Domain in AI Overviews zitiert wird – und leitest daraus Muster ab, die du replizieren kannst. Baue daraus Cluster: Welche Seitentypen, Formate oder Abschnitte werden bevorzugt herangezogen? Ein praktisches Vorgehen ist, erfolgreiche Seiten in ihrer Struktur zu „templatieren“ (Definition, Schritte, FAQ) und auf ähnliche Keywords auszurollen.
- Starte mit einem Cluster (z. B. „Kosten“, „Voraussetzungen“, „Anleitung“) und erweitere systematisch
- Ergänze fehlende Teilfragen direkt als H3-Abschnitte mit klaren Antworten
Content-Opportunities: Antwortfähigkeit statt nur Ranking-Text
Für GEO zählt, ob Inhalte präzise, überprüfbar und gut extrahierbar sind – damit KI-Systeme sie als verlässliche Quelle nutzen. Arbeite mit einer Frage-Antwort-Logik, kurzen Kernsätzen und listenfähigen Passagen, die ohne Kontextverlust zitierbar sind. Beispiel: Statt „Es kommt darauf an“ lieber „In der Praxis liegen die typischen Schritte bei 1) … 2) … 3) …“ und jede Aussage mit klaren Begriffen und Entities.
- Pro Abschnitt: erst 1–2 Sätze „Kurzantwort“, danach Details
- Nutze konsistente Begriffe (Produktname, Marke, Kategorie) über die Seite hinweg
Neue KPIs & Reporting: GEO sichtbar machen (Brand Mentions & Tonalität)
Ergänze klassische SEO-KPIs um Arbeits-KPIs, die KI-Sichtbarkeit abbilden: Brand Mentions in generativen Antworten, Häufigkeit der Nennung pro Themencluster und die Tonalität (neutral/positiv, korrekt/falsch). So steuerst du nicht nur „ob“ du vorkommst, sondern „wie“ – und kannst Content gezielt nachschärfen, wenn die KI dich unpräzise einordnet. Für Stakeholder wird der Shift greifbar, weil du Sichtbarkeit, Risiko und Potenzial in einem Reporting zusammenführst.
- Monatlicher GEO-Report: Mentions je Cluster + Top-Seiten, die zitiert werden
- Qualitätscheck: Welche Aussagen über deine Marke sind unvollständig oder falsch?