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Backup as a Service (BaaS)

Backups als Cloud-Dienst – automatisiert, versioniert, wiederherstellbar.

Backup as a Service (BaaS) ist ein Cloud-Dienst, der die Datensicherung eines Unternehmens automatisiert übernimmt. Statt eigene Backup-Server und komplexe Software zu betreiben, werden Daten regelmäßig in ein sicheres Cloud-Backup übertragen, versioniert gespeichert und bei Bedarf schnell wiederhergestellt – z. B. nach einem Hardwaredefekt, Bedienfehler oder einem Cyberangriff.

Was bedeutet „Backup as a Service (BaaS)“?

Der Begriff beschreibt „Backups als Service“: Ein Anbieter stellt die Backup-Infrastruktur (Speicher, Verschlüsselung, Rechenleistung, Monitoring) als laufenden Dienst bereit. Sie zahlen typischerweise monatlich nach Datenmenge, Geräten oder Workloads – ähnlich wie bei SaaS.

Wie funktioniert Backup as a Service (BaaS)?

  • 1) Auswahl der zu sichernden Systeme: z. B. Dateien/Ordner, Server, Datenbanken, virtuelle Maschinen oder Microsoft-365/Google-Workspace-Daten.
  • 2) Installation/Anbindung: Agent oder Connector verbindet Endgeräte/Server mit dem BaaS-Dienst.
  • 3) Automatisierte Sicherung: Backups laufen nach Zeitplan (z. B. stündlich/täglich) oder ereignisbasiert. Oft werden nur Änderungen übertragen (inkrementell), um Bandbreite zu sparen.
  • 4) Verschlüsselung & Speicherung: Daten werden verschlüsselt übertragen und verschlüsselt abgelegt; häufig in mehreren Rechenzentren (Redundanz) und mit Versionierung (mehrere Stände).
  • 5) Wiederherstellung (Restore): Einzelne Dateien, ganze Postfächer oder komplette Systeme können gezielt zurückgespielt werden – inklusive „Point-in-Time“-Restore auf einen früheren Stand.

Warum ist BaaS für KMU wichtig?

Für KMU ist Datensicherung oft geschäftskritisch, aber intern schwer dauerhaft „perfekt“ zu betreiben. BaaS reduziert Aufwand und Risiko, weil zentrale Aufgaben (Automatisierung, Überwachung, sichere Aufbewahrung) standardisiert ablaufen. Das ist besonders relevant bei:

  • Ransomware: Wenn Systeme verschlüsselt werden, brauchen Sie saubere, unveränderte Backup-Versionen, um handlungsfähig zu bleiben.
  • Menschlichen Fehlern: Gelöschte Dateien, überschriebenen Angebote/Verträge oder falsch konfigurierte Systeme kann man oft schnell wiederherstellen.
  • Geräteausfällen: Defekte Laptops/Server sind weniger dramatisch, wenn Daten und Systeme sauber gesichert sind.

Ein weiterer Vorteil: BaaS unterstützt häufig klare Ziele wie RPO (wie viel Datenverlust maximal akzeptabel ist) und RTO (wie schnell Sie wieder arbeiten müssen). Diese Ziele lassen sich über Aufbewahrungsfristen, Backup-Frequenz und Restore-Optionen steuern.

Typische Beispiele aus der Praxis

  • Microsoft 365/Google Workspace: Viele Unternehmen verlassen sich auf „Cloud = ist gesichert“. BaaS kann E-Mails, OneDrive/SharePoint/Drive und Kalender zusätzlich versioniert sichern.
  • ERP/DATEV-nahe Daten: Datenbanken und Dokumente werden regelmäßig gesichert, sodass nach einem Fehler ein definierter Stand wiederherstellbar ist.
  • Server & virtuelle Maschinen: Komplett-Backups ermöglichen eine schnelle Wiederinbetriebnahme nach einem Ausfall.

Worauf sollten Entscheider achten?

  • Datenschutz & Datenstandort: Wo liegen die Backups (EU/Deutschland)? Passt das zu Compliance-Vorgaben und ggf. Data Residency?
  • Sicherheit: Verschlüsselung, rollenbasierte Zugriffe, MFA, unveränderliche Backups (Immutable/Write-Once) als Schutz gegen Ransomware.
  • Restore-Tests: Ein Backup ist nur so gut wie die Wiederherstellung. Regelmäßige Test-Restores sollten eingeplant sein.
  • SLA/SLO: Verfügbarkeit und Wiederherstellungszeiten sollten zu Ihrem Betrieb passen (siehe SLA & SLO (Service Level Objectives))
  • Kostenlogik: Abrechnung nach Datenvolumen, Geräten, Aufbewahrung (Retention) und Restore-Szenarien.

Zusammengefasst: BaaS ist ein pragmatischer Weg, Backups professionell, skalierbar und auditierbar umzusetzen – ohne eigene Backup-Infrastruktur aufzubauen. Für KMU bedeutet das meist: weniger Betriebsaufwand, mehr Sicherheit und schnellere Wiederanlaufzeiten im Ernstfall.