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Bottleneck Analysis (Engpassanalyse)

Identifiziert Prozessschritte, die Durchsatz und Lieferzeit begrenzen.

Bottleneck Analysis (Engpassanalyse) ist eine Methode, um in einem Prozess den Schritt zu finden, der den Durchsatz am stärksten begrenzt und dadurch Lieferzeiten, Kosten und Servicequalität negativ beeinflusst. Ziel ist, den „Flaschenhals“ messbar zu machen und gezielt zu entlasten – durch bessere Abläufe, klare Verantwortlichkeiten oder Automatisierung (Automation).

Was bedeutet Bottleneck Analysis (Engpassanalyse)?

„Bottleneck“ bedeutet Flaschenhals: Wenn ein Prozess aus mehreren Schritten besteht, bestimmt häufig der langsamste oder am stärksten ausgelastete Schritt die Gesamtgeschwindigkeit. Die Engpassanalyse untersucht genau diesen Zusammenhang und zeigt, wo Arbeit sich staut (z. B. Warteschlangen, Rückfragen, Liegezeiten), obwohl andere Bereiche noch Kapazität hätten.

Wie funktioniert eine Engpassanalyse in der Praxis?

In wachsenden KMU entstehen Engpässe oft dort, wo manuelle Übergaben, Freigaben oder fehlende Systemintegration dominieren. Eine pragmatische Engpassanalyse folgt typischerweise diesen Schritten:

  • 1) Prozess abgrenzen: Start- und Endpunkt festlegen (z. B. „Lead kommt rein“ bis „Angebot versendet“).
  • 2) Daten sammeln: Bearbeitungszeit pro Schritt, Wartezeit, Anzahl offener Vorgänge (WIP), Fehlerquote, Nacharbeit.
  • 3) Flow sichtbar machen: Prozessdiagramm oder Kanban/Value-Stream-Map; wo entstehen Warteschlangen?
  • 4) Engpass identifizieren: Der Schritt mit der höchsten Auslastung, längsten Warteschlange oder größten Variabilität ist meist der Flaschenhals.
  • 5) Maßnahmen testen: Entlasten statt „überall optimieren“ (z. B. Standardisierung, Automatisierung, Kapazität, Priorisierung).
  • 6) Wirkung messen: Durchsatz, Lead Time, Termintreue und Qualität vor/nach der Änderung vergleichen.

Beispiele aus dem KMU-Alltag

  • Vertrieb: Angebote dauern nicht wegen der Kalkulation, sondern weil Freigaben per E-Mail hin- und hergehen. Lösung: klare Regeln + Workflow-Freigabe im Tool, automatische Erinnerungen.
  • Buchhaltung: Rechnungseingang stockt, weil Belege manuell abgetippt werden. Lösung: OCR/Document-Workflow und strukturierte Übergabe ans ERP.
  • Customer Support: Tickets stauen sich nicht beim Antworten, sondern beim Kategorisieren und Weiterleiten. Lösung: Triage-Automation, Routing-Regeln, Templates.

Warum ist Bottleneck Analysis wichtig (besonders bei Wachstum)?

Ohne Engpassanalyse optimieren Teams oft „ihren“ Bereich (lokale Optimierung), während der Flaschenhals unverändert bleibt. Das führt zu mehr Arbeit im System, mehr Kontextwechseln und höheren Kosten – aber kaum schnellerer Lieferung. Eine saubere Engpassanalyse priorisiert Maßnahmen dort, wo sie den größten Effekt auf Durchsatz und Lieferzeit haben.

Typische Maßnahmen zur Engpass-Entlastung

  • Standardisieren: Checklisten, Definition of Done, klare Input-Qualität (weniger Rückfragen).
  • Automatisieren: Datenübernahme, Benachrichtigungen, Statuswechsel, SLA-Reminder, Integrationen (z. B. via n8n).
  • WIP begrenzen: Weniger parallele Arbeit reduziert Wartezeiten und erhöht Fokus.
  • Kapazität/Skills anpassen: Schulung, Vertretungsregeln, gezielte zusätzliche Ressourcen am Engpass.

Was kostet Bottleneck Analysis?

Die Kosten hängen davon ab, ob Sie nur analysieren oder auch automatisieren/umsetzen. Für KMU ist eine erste Engpassanalyse oft als Workshop + Datenauswertung möglich; teurer wird es, wenn Systemintegration, Tooling und Change Management hinzukommen. Entscheidend ist, den ROI am Engpass zu messen: Schon kleine Verbesserungen dort wirken sich überproportional auf Lieferzeit und Durchsatz aus.