BAllgemein

BSI IT-Grundschutz

Deutscher Sicherheitsstandard mit Bausteinen und Maßnahmenkatalog.
1 Aufrufe

BSI IT-Grundschutz ist ein vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) entwickelter deutscher Standard, mit dem Unternehmen Informationssicherheit systematisch aufbauen können. Er liefert praxisnahe Bausteine, Anforderungen und Vorgehensmodelle, um typische IT-Risiken (z. B. Ausfall, Datenverlust, unbefugter Zugriff) strukturiert zu behandeln – besonders hilfreich für KMU, die „sicher genug“ und nachvollziehbar arbeiten müssen.

Was bedeutet „IT-Grundschutz“ konkret?

Der IT-Grundschutz bündelt bewährte Sicherheitsmaßnahmen in standardisierten Bausteinen (z. B. für Server, Clients, Netzwerke, Anwendungen, Organisation). Statt jede Schutzmaßnahme selbst zu erfinden, übernehmen Sie passende Anforderungen aus dem BSI-Kompendium und dokumentieren deren Umsetzung. Das Ergebnis ist ein belastbares Sicherheitsniveau, das sich an gängigen Bedrohungen orientiert und sich gut gegenüber Kunden, Auditoren und Versicherern erklären lässt.

Wie funktioniert BSI IT-Grundschutz in der Praxis? (Kurzprozess)

  • 1. Scope festlegen: Welche Standorte, Systeme, Prozesse und Daten sollen abgesichert werden (z. B. ERP, E-Mail, Kundendaten, Backup)?
  • 2. Schutzbedarf bestimmen: Einschätzen, wie kritisch Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit sind (normal/hoch/sehr hoch).
  • 3. Modellierung: Passende IT-Grundschutz-Bausteine auf die eigene IT-Landschaft abbilden.
  • 4. Basis-Absicherung umsetzen: Anforderungen (z. B. Patch-Management, Rollen & Berechtigungen, Backup-Konzept, Protokollierung) einführen.
  • 5. Check & Verbesserung: Umsetzungsgrad prüfen, Lücken schließen, Wirksamkeit regelmäßig kontrollieren.

Warum ist BSI IT-Grundschutz für KMU wichtig?

KMU stehen oft unter Druck durch Kundenanforderungen (z. B. Sicherheitsfragebögen), Lieferkettenpflichten und steigende Cyberrisiken. IT-Grundschutz hilft, Sicherheit nachweisbar zu organisieren: mit klaren Maßnahmen, Verantwortlichkeiten und Dokumentation. Das unterstützt auch Datenschutzpflichten nach DSGVO, weil viele technische und organisatorische Maßnahmen (TOM) – etwa Zugriffskontrolle, Protokollierung, Backup und Notfallmanagement – direkt anschlussfähig sind.

Beispiele für typische Maßnahmen (KMU-tauglich)

  • Identitäten & Zugriffe: Rollenprinzip, starke Passwörter/MFA, regelmäßige Rechte-Reviews.
  • Betrieb & Schwachstellen: Patch-Prozesse, Inventarisierung, Standard-Hardening für Clients/Server.
  • Datensicherung: 3-2-1-Backups, Wiederherstellungstests, klare RPO/RTO-Ziele.
  • Notfallvorsorge: Incident- und Notfallplan, Zuständigkeiten, Kommunikationswege.
  • Lieferanten: Mindestanforderungen an IT-Dienstleister, Verträge/AVV, Nachweise.

IT-Grundschutz vs. ISO 27001 (kurz eingeordnet)

ISO 27001 ist ein internationaler Managementsystem-Standard, IT-Grundschutz ist sehr praxis- und katalogorientiert. Viele Organisationen nutzen IT-Grundschutz als „Bauplan“ für Maßnahmen und kombinieren ihn mit ISO-Logik (ISMS). Für KMU kann IT-Grundschutz besonders attraktiv sein, weil er konkrete Anforderungen liefert und damit den Einstieg erleichtert.

Was kostet die Einführung?

Die Kosten hängen stark von Ausgangslage und Scope ab: Anzahl Systeme/Standorte, vorhandene Dokumentation, notwendige Tooling- und Dienstleisterleistungen. Für KMU entstehen oft vor allem Aufwände für Inventar, Berechtigungs- und Patchprozesse, Backup/Notfallkonzepte sowie Schulungen. Sinnvoll ist ein stufenweiser Ansatz (zuerst Kernsysteme), um schnell messbare Verbesserungen zu erreichen.