Cloud-Strategie
Eine Cloud-Strategie ist der Plan, wie ein Unternehmen Cloud-Dienste (z. B. E-Mail, Server, Datenbanken oder KI-Tools) gezielt nutzt, um Geschäftsziele zu erreichen. Sie legt fest, welche Anwendungen und Daten in die Cloud sollen, welches Zielbild (Public/Private/Hybrid) verfolgt wird und wie Sicherheit, Compliance und Kosten gesteuert werden.
Was bedeutet Cloud-Strategie im Alltag eines kleinen Unternehmens?
Für Geschäftsführer ist die Cloud-Strategie vor allem ein Entscheidungsrahmen: Sie verhindert „Cloud nach Bauchgefühl“ und sorgt dafür, dass IT-Investitionen zu Wachstum, Effizienz und Risikoreduktion passen. Typische Entscheidungen sind: Welche Systeme bleiben lokal (On-Premises), welche werden als SaaS genutzt (z. B. Microsoft 365), und wo braucht man flexible Infrastruktur (IaaS/PaaS) für eigene Anwendungen?
Wie funktioniert eine Cloud-Strategie? (Vorgehen in 5 Schritten)
- 1) Ziele & Prioritäten klären: z. B. schneller skalieren, IT-Betrieb entlasten, Homeoffice ermöglichen, neue digitale Services launchen.
- 2) Ist-Landschaft bewerten: Anwendungen, Daten, Schnittstellen, Abhängigkeiten, technische Schulden und Risiken (z. B. veraltete Server).
- 3) Zielbild definieren: Public Cloud, Private Cloud oder Hybrid; außerdem: „Cloud-first“ (bevorzugt Cloud) oder „Cloud-smart“ (pragmatisch nach Nutzen).
- 4) Leitplanken festlegen: Security, Rollen & Verantwortlichkeiten, Betriebsmodell, Backup/Disaster Recovery, Anforderungen an Data Residency und Verträge (AVV/DPA).
- 5) Roadmap & Wirtschaftlichkeit: Migrationswellen, Quick Wins, Budget, und ein Kostenmodell (z. B. FinOps-Prinzipien) inklusive laufendem Monitoring.
Warum ist eine Cloud-Strategie wichtig?
Ohne Strategie steigen Kosten und Risiken oft schleichend: doppelte Tools, unklare Zuständigkeiten, Schatten-IT („Shadow IT“), Sicherheitslücken und unerwartete Abrechnungen. Eine gute Cloud-Strategie schafft Transparenz (was läuft wo?), verbessert Resilienz (Backups, Ausfallszenarien) und hilft, Compliance-Anforderungen wie Datenschutz (DSGVO/GDPR) & KI oder Branchenvorgaben sauber umzusetzen.
Sicherheit, Compliance & Governance: die typischen Stolpersteine
Cloud ist nicht automatisch unsicher – aber Verantwortlichkeiten verschieben sich. In der Praxis braucht es klare Regeln zu Identitäten (MFA), Rechtekonzepten, Verschlüsselung, Logging, Patch-Management und Incident Response. Wenn KI-Services genutzt werden (z. B. ChatGPT oder andere Generative KI (Generative AI)-Tools), gehört auch dazu: Welche Daten dürfen in Prompts, wie lange werden Daten gespeichert, und welche Anbieterbedingungen gelten?
Was kostet eine Cloud-Strategie?
Die Strategie selbst kostet vor allem Zeit und Beratung – die eigentlichen Kosten entstehen durch Betrieb und Nutzung. Preistreiber sind u. a. Anzahl Nutzer (SaaS-Lizenzen), Rechenleistung/Storage, Datenverkehr, Sicherheits-Add-ons, sowie Migrationsaufwand. Für kleine Unternehmen lohnt sich oft ein Start mit einem klaren Zielbild plus Roadmap (statt „Big Bang“), um Kosten kontrolliert und messbar zu machen.
Beispiel (praxisnah)
Ein 30-Personen-Betrieb möchte papierarme Prozesse und flexibles Arbeiten: E-Mail & Kollaboration laufen als SaaS, das ERP bleibt zunächst lokal, Backups gehen in die Cloud, und eine neue Kundenportal-Anwendung wird in der Public Cloud betrieben. Die Cloud-Strategie definiert dafür Sicherheitsstandards, ein Kosten-Budget (mit Alarmen) und eine Migrationsreihenfolge, damit der Nutzen schnell sichtbar wird.