Copyright & KI
Copyright & KI beschreibt die Urheberrechtsfragen, die entstehen, wenn KI-Systeme mit geschützten Inhalten trainiert werden, wenn sie neue Inhalte (Outputs) erzeugen und wenn Unternehmen diese Ergebnisse geschäftlich nutzen. Für KMU ist das vor allem ein Praxis-Thema: Welche Daten dürfen in Tools, welche Nutzungsrechte haben Sie am Output – und wie vermeiden Sie Abmahnungen, Lizenzverstöße oder Reputationsschäden?
Was ist bei KI-Training urheberrechtlich kritisch?
Beim Training von KI (z. B. Large Language Model (LLM) oder Generative KI (Generative AI)) werden große Datenmengen verarbeitet. Problematisch wird es, wenn darunter urheberrechtlich geschützte Texte, Bilder, Code oder Datenbanken sind und keine passenden Rechte/Lizenzen vorliegen. In der EU gibt es für Text- und Data-Mining (TDM) Ausnahmen, die unter Bedingungen greifen (z. B. rechtmäßiger Zugang; Rechteinhaber können teils widersprechen/„opt-out“). Für Unternehmen heißt das: Die Rechtslage hängt stark davon ab, wo die Daten herkommen, wer trainiert (Provider vs. Ihr Unternehmen) und welche Lizenzen gelten.
Was gilt für KI-Outputs (Texte, Bilder, Code)?
KI-Outputs können neue Inhalte sein, können aber auch bestehenden Werken ähneln oder Teile davon reproduzieren. Urheberrechtlich riskant ist vor allem:
- Zu große Ähnlichkeit zu einem geschützten Werk (z. B. nahezu identische Produkttexte, Bildmotive, Code-Passagen).
- Übernahme von geschützten Elementen (z. B. längere Textpassagen, markante Bildbestandteile, Musiksequenzen).
- Rechtekette unklar: Selbst wenn der Output „neu“ wirkt, können Trainingsdaten/Lizenzen Einfluss auf erlaubte Nutzung haben (je nach Provider-AGB).
Wichtig: In vielen Rechtsordnungen sind rein KI-generierte Inhalte nicht automatisch urheberrechtlich geschützt, weil es an menschlicher Schöpfung fehlen kann. Das ist für KMU doppelt relevant: Sie haben ggf. weniger „Schutz“ am Output, tragen aber trotzdem das Risiko, Rechte Dritter zu verletzen.
Wie funktioniert sichere Unternehmensnutzung in der Praxis?
Für KMU zählt weniger die Theorie, sondern ein belastbarer Prozess:
- 1) Tool- & Vertragscheck: Prüfen Sie Nutzungsrechte am Output, Trainings-/Logging-Regeln und ggf. „no training“-Optionen (z. B. Enterprise-Tarife). Das gehört in Ihre AI Governance bzw. KI-Richtlinie.
- 2) Datenklassifizierung: Legen Sie fest, welche Inhalte in Prompts dürfen (z. B. keine fremden Artikel, keine lizenzierten Bilder, kein Kundenmaterial ohne Rechteklärung). Ergänzend helfen Data Classification (Datenklassifizierung) und klare Vorlagen.
- 3) Grounding statt Kopieren: Nutzen Sie lieber eigene, lizenzierte Quellen und arbeiten Sie mit RAG (Retrieval-Augmented Generation), damit das Modell auf Ihre Dokumente referenziert statt „aus dem Bauch“ zu generieren.
- 4) Prüfung vor Veröffentlichung: Bei Marketingtexten, Bildern oder Code: Ähnlichkeitscheck, Quellenprüfung, ggf. menschliche Freigabe (HITL). Besonders bei Marken-/Produkttexten und visuellen Assets.
Warum ist Copyright & KI wichtig für Daten & Analytics?
KI wird im Analytics-Kontext oft für Reporting-Texte, Zusammenfassungen, Dashboards-Kommentare oder automatische Insights genutzt. Wenn Mitarbeitende externe Reports, Fachartikel oder Kundenpräsentationen in ChatGPT kopieren, können unbemerkt Rechte verletzt oder Inhalte unzulässig weiterverarbeitet werden. Gleichzeitig ist KI ein Produktivitätshebel – aber nur, wenn Regeln, Datenquellen und Freigaben sauber definiert sind.
Was kostet Copyright & KI (Compliance) typischerweise?
Die Kosten sind selten „fix“, sondern hängen von Risikoprofil und Einsatz ab. Typische Faktoren: Enterprise-Lizenzen (bessere Nutzungsrechte/Datenschutz), juristische Erstprüfung von AGB/Lizenzen, interne Richtlinien & Schulungen sowie ggf. Tools für Logging/Review. Für viele KMU ist ein pragmatischer Start möglich: klare Prompt-Regeln, freigegebene Datenquellen und ein Freigabeprozess für veröffentlichte Inhalte.