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Copyright & KI (Urheberrecht) & KI

Regeln, wem Inhalte gehören und was KI damit darf.

Copyright & KI (Urheberrecht) beschreibt die Regeln, wem Texte, Bilder, Code oder Designs gehören – und was Unternehmen und KI-Systeme damit tun dürfen. Für KMU ist das relevant, weil generative KI Inhalte aus Daten lernt, neue Inhalte erzeugt und dabei schnell Fragen zu Lizenzen, Nutzungsrechten, Haftung und Schutz eigener Unternehmensinhalte entstehen (z. B. in Cloud- und SaaS-Tools).

Was bedeutet „Copyright/Urheberrecht“ im KI-Kontext?

Urheberrecht schützt „persönliche geistige Schöpfungen“ (z. B. ein Marketingtext, ein Foto, ein Software-Quellcode). Im KI-Kontext tauchen vor allem drei Fragen auf: (1) Dürfen Trainingsdaten urheberrechtlich geschützte Inhalte enthalten? (2) Wem gehören KI-generierte Ergebnisse? (3) Darf Ihr Unternehmen eigene Inhalte in KI-Tools hochladen, wenn die Tools in der Cloud laufen?

Wie funktioniert Copyright & KI in der Praxis (typische Schritte)?

  • Input: Mitarbeitende geben Inhalte ein (z. B. Angebotsbausteine, PDFs, Produkttexte) – oft über Tools wie ChatGPT oder andere SaaS-Assistenten.
  • Verarbeitung: Ein Large Language Model (LLM) erstellt eine Antwort (Inference). Je nach Anbieter können Eingaben zu Qualitätsverbesserung/Training genutzt werden oder nicht (steht in den Nutzungsbedingungen).
  • Output: Die KI erzeugt Text/Bild/Code. Dieser Output kann rechtliche Risiken tragen, wenn er zu nah an geschützten Vorlagen liegt oder Marken/Designs kopiert.
  • Weiterverwendung: Unternehmen veröffentlichen den Output (Website, Kampagne, Doku). Spätestens hier sind Rechteklärung, Prüfprozesse und Dokumentation wichtig.

Warum ist das für Cloud & SaaS besonders wichtig?

Viele KI-Funktionen sind als Cloud-Service integriert (z. B. in CRM, Helpdesk, Office, Marketing-Automation). Dadurch entstehen zwei zusätzliche Ebenen: Vertrags- und Lizenzfragen (welche Nutzungsrechte räumt der Anbieter ein?) und Datenflüsse (wo werden Daten verarbeitet/gespeichert, wer hat Zugriff?). In Kombination mit AI Governance und Datenschutz (DSGVO/GDPR) & KI müssen Sie definieren, welche Inhalte hochgeladen werden dürfen und welche nicht.

Typische Risiken und Beispiele für KMU

  • Unklare Rechte am Output: Manche Anbieter geben Ihnen weitgehende Nutzungsrechte am Output, andere schränken ein (z. B. bei Templates, Stock-Assets oder Modellen mit speziellen Lizenzen).
  • „Zu ähnliche“ Ergebnisse: Generative KI kann Formulierungen oder Bildstile erzeugen, die bestehenden Werken ähneln. Das kann Abmahnrisiken auslösen – besonders bei Logos, Produktbildern und Slogans.
  • Hochladen fremder Inhalte: Wenn Mitarbeitende ganze Fachartikel, Kundenunterlagen oder lizenzierte PDFs in ein Tool kopieren, kann das gegen Lizenzbedingungen verstoßen.
  • Eigene Inhalte verlieren Exklusivität: Wenn interne Dokumente als Trainingsmaterial genutzt würden (je nach Tool-Einstellung), kann das Ihre Wettbewerbsvorteile schwächen.

Best Practices (ohne Juristendeutsch)

  • Nutzungsbedingungen prüfen: Klären Sie: Werden Inputs/Outputs zum Training genutzt? Gibt es „Opt-out“? Welche Rechte bekommen Sie am Output?
  • Erlaubte Quellen definieren: Nur Inhalte verwenden, für die Sie Rechte haben (eigene Inhalte, korrekt lizenzierte Datenbanken/Stock, freigegebene Vorlagen).
  • Prüfschritt vor Veröffentlichung: Bei Marketing, Bildern, Code: kurze Plagiats-/Ähnlichkeitsprüfung und Markencheck einbauen.
  • Rollen & Regeln festlegen: Eine KI-Richtlinie (Policy) und Verantwortliche helfen, Wildwuchs zu vermeiden (siehe AI Governance).
  • RAG statt „alles ins Modell“: Mit RAG (Retrieval-Augmented Generation) kann die KI auf Ihre Wissensbasis zugreifen, ohne dass Inhalte zwangsläufig als Trainingsdaten enden – oft besser kontrollierbar.

Merksatz: Copyright & KI ist weniger „KI darf alles“ – sondern „KI ist ein Werkzeug, das nur so rechtssicher ist wie Ihre Datenquellen, Verträge und Freigabeprozesse“.