Customer Data Platform (CDP)
Eine Customer Data Platform (CDP) ist eine Software, die Kundendaten aus verschiedenen Kanälen (z. B. Website, Newsletter, Shop, Support) in einem zentralen Kundenprofil zusammenführt, bereinigt und für Marketing, Analyse und Personalisierung nutzbar macht. So sehen auch kleine Teams ohne IT-Abteilung schneller, wer ihre Kunden sind und was sie wirklich interessiert.
Was bedeutet Customer Data Platform (CDP)?
„CDP“ steht für Customer Data Platform. Gemeint ist eine Plattform, die Daten rund um einzelne Personen oder Unternehmen (Leads und Kunden) sammelt und zu einem „Single Customer View“ (einheitliche Sicht pro Kunde) verbindet. Typische Datenquellen sind CRM, Newsletter-Tool, Online-Shop, Website-Tracking, Kassensystem, Support-Tickets oder auch ein CMS.
Wie funktioniert eine CDP? (einfach erklärt)
- 1) Daten anbinden: Die CDP verbindet sich über Schnittstellen/Connectoren mit Ihren Tools (z. B. CRM, Shop, E-Mail-Marketing, Analytics).
- 2) Daten sammeln & vereinheitlichen: Unterschiedliche Formate werden normalisiert (z. B. „Müller GmbH“ vs. „Mueller GmbH“), Dubletten werden erkannt.
- 3) Identitäten zusammenführen: Die CDP ordnet Ereignisse (Website-Besuche, Käufe, E-Mail-Klicks) einer Person zu – auch wenn Daten aus mehreren Systemen kommen.
- 4) Segmente bilden: Sie erstellen Zielgruppen wie „Warenkorb-Abbrecher“, „Stammkunden“ oder „Interessiert an Produkt A“.
- 5) Aktivieren: Diese Segmente werden an Marketingkanäle ausgespielt (E-Mail, Ads, Onsite-Personalisierung) oder für Reports genutzt. Oft passiert das per Automatisierung (Automation).
Wofür brauchen KMU eine CDP?
In vielen KMU liegen Kundendaten verteilt: Kontakte im CRM, Bestellungen im ERP/Shop, Website-Interaktionen im Tracking, Inhalte im CMS. Eine CDP macht daraus ein nutzbares Gesamtbild – ohne dass jemand Daten manuell in Excel zusammenkopieren muss.
- Bessere Personalisierung: Besucher sehen passendere Inhalte/Angebote, weil die CDP Interessen und Verhalten kennt.
- Effizienteres Marketing: Kampagnen richten sich an die richtigen Segmente (weniger Streuverlust, weniger Werbekosten).
- Mehr Umsatz durch Timing: Trigger-Kampagnen (z. B. nach Kauf, bei Inaktivität) laufen automatisch.
- Sauberere Daten: Dubletten und widersprüchliche Kundendaten werden reduziert – das hilft auch CRM und Support.
Beispiel aus der Praxis
Ein B2C-Shop nutzt Newsletter, Shopify/WooCommerce, ein Support-Tool und ein CRM. Ohne CDP weiß das Team oft nicht, ob „Anna M.“ aus dem Newsletter dieselbe Person ist wie „Anna Müller“ im Shop. Mit CDP entstehen einheitliche Profile: Kaufhistorie, Newsletter-Klicks, Support-Anfragen und Website-Interessen in einem Datensatz. Ergebnis: „Käufer von Produkt X“ bekommen automatisch Zubehör-Angebote, während „Support-Fälle offen“ von Sales-Kampagnen ausgeschlossen werden.
CDP vs. CRM – wo ist der Unterschied?
Ein CRM ist primär für Vertrieb und Kundenmanagement gedacht (Deals, Kontakte, Aktivitäten). Eine CDP ist darauf spezialisiert, verhaltensbasierte Daten aus vielen Kanälen zusammenzuführen und für Marketing/Personalisierung zu aktivieren. In der Praxis ergänzen sich beide: Das CRM bleibt „System of Record“ für Kundenbeziehungen, die CDP liefert die kanalübergreifende Datenbasis für zielgenaue Ansprache.
Was kostet eine CDP?
Die Kosten hängen stark von Datenvolumen, Anzahl der Quellen und benötigten Funktionen ab. Für KMU starten viele Tools grob bei einigen hundert Euro pro Monat, können aber mit mehr Kontakten/Events und Integrationen deutlich steigen. Wichtig ist, auch Aufwand für Datenanbindung, Datenschutz/Einwilligungen und laufende Pflege einzuplanen.
Wichtige Punkte für Datenschutz (DSGVO)
Da eine CDP personenbezogene Daten bündelt, sind Einwilligungen, Zweckbindung und Zugriffskontrollen zentral. Prüfen Sie Auftragsverarbeitung (AVV/DPA), Datenstandort, Löschkonzepte und ob Consent-Signale korrekt übernommen werden (z. B. über Consent Management (Einwilligungsmanagement)).