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Dashboard Governance

Regeln für Ownership, Freigabe, Versionen und KPI-Definitionen von Dashboards.

Dashboard Governance bezeichnet die Regeln und Verantwortlichkeiten rund um Dashboards – also wer ein Dashboard besitzt (Ownership), wer Änderungen freigibt, wie Versionen verwaltet werden und wie KPIs eindeutig definiert sind. Ziel ist, dass Zahlen im Unternehmen konsistent, nachvollziehbar und vertrauenswürdig sind, damit Entscheidungen nicht auf widersprüchlichen Reports basieren.

Was bedeutet Dashboard Governance konkret?

In vielen KMU entstehen Dashboards „nebenbei“: Vertrieb baut ein Sales-Dashboard, Finance ein anderes, und plötzlich gibt es zwei unterschiedliche Definitionen von „Umsatz“ oder „Marge“. Dashboard Governance schafft hier Ordnung – ähnlich wie ein Qualitätsmanagement, nur für Reporting. Sie legt fest, welche Dashboards offiziell sind, welche Datenquellen genutzt werden dürfen und wie Änderungen dokumentiert werden.

Wie funktioniert Dashboard Governance? (Praxisablauf)

  • 1) Ownership festlegen: Jedes Dashboard hat einen fachlichen Owner (z. B. Vertriebsleitung) und idealerweise einen technischen Owner (z. B. BI-Verantwortlicher oder IT).
  • 2) KPI-Definitionen standardisieren: KPIs werden schriftlich definiert (Formel, Filter, Zeitraum, Datenquelle). Optional unterstützt eine Semantic Layer dabei, Definitionen zentral wiederzuverwenden.
  • 3) Freigabeprozess einführen: Änderungen (neue Kennzahl, anderes Datenmodell, neues Layout) laufen über einen Review: fachlich (Stimmt die Logik?) und technisch (Performance, Datenqualität).
  • 4) Versionierung & Änderungsprotokoll: Klare Versionsstände (z. B. v1.3) und ein Changelog verhindern „stille“ Änderungen, die Meetings sprengen („Warum ist die Zahl heute anders?“).
  • 5) Zugriff & Datenschutz regeln: Rollen, Berechtigungen und ggf. DSGVO-Anforderungen werden berücksichtigt (z. B. keine personenbezogenen Daten im Management-Dashboard).

Beispiele: Woran Dashboard Governance im Alltag hängt

  • Einheitliche KPI-Logik: „Neukunden“ = erster Kauf im Zeitraum? Oder erster Kauf überhaupt? Governance schreibt die Definition fest.
  • Single Source of Truth: Für Umsatz gilt z. B. das ERP als Primärquelle, nicht ein manuell gepflegtes Excel.
  • Vermeidung von Dashboard-Wildwuchs: Statt 30 ähnlicher Dashboards gibt es 5 offizielle – mit klaren Zielgruppen (GF, Vertrieb, Operations).

Warum ist Dashboard Governance wichtig für KMU?

Dashboard Governance reduziert Fehlentscheidungen, spart Zeit in Diskussionen über Zahlen und erhöht die Akzeptanz von Reporting. Gerade ohne eigenes Data-Science-Team brauchen KMU einfache, klare Spielregeln: Wer darf was ändern? Welche KPI ist „die richtige“? Wie wird dokumentiert? Das macht Entscheidungen schneller und belastbarer.

Was kostet Dashboard Governance?

Die größten Kosten sind selten Tool-Kosten, sondern Abstimmung und initiale Standardisierung. In KMU lässt sich ein solides Basis-Setup oft in wenigen Workshops aufsetzen (KPI-Liste, Owner, Freigabeprozess, Namenskonventionen). Der Aufwand steigt mit Anzahl der Datenquellen, Teams und regulatorischen Anforderungen.