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Data Orchestration

Steuert Abläufe, Abhängigkeiten und Zeitpläne von Datenpipelines.

Data Orchestration ist die zentrale Steuerung von Datenpipelines: Sie legt fest, in welcher Reihenfolge Datenjobs laufen, wovon sie abhängen und wann sie starten. Ziel ist, dass Daten aus verschiedenen Quellen zuverlässig verarbeitet und pünktlich für Reports, Dashboards und Analysen bereitgestellt werden – ohne manuelles Nachklicken.

Was bedeutet Data Orchestration im Alltag eines KMU?

Stellen Sie sich Ihre Datenprozesse wie eine Produktionslinie vor: Bestellungen kommen aus dem Shop, Rechnungen aus dem ERP, Leads aus dem CRM. Ohne Orchestrierung laufen diese Schritte oft „irgendwie“: jemand exportiert CSVs, lädt sie hoch, aktualisiert ein Dashboard und hofft, dass alles passt. Data Orchestration macht daraus einen wiederholbaren Ablauf: Daten werden automatisch abgeholt, geprüft, transformiert und in Ihr DWH/BI-System geladen – inklusive Protokollierung, Fehlerbehandlung und Benachrichtigungen.

Wie funktioniert Data Orchestration? (typischer Ablauf)

  • 1) Jobs definieren: z. B. „Shop-Daten laden“, „Umsätze bereinigen“, „KPIs berechnen“, „Dashboard aktualisieren“.
  • 2) Abhängigkeiten festlegen: KPI-Berechnung startet erst, wenn alle Rohdaten vollständig geladen sind.
  • 3) Zeitpläne/Trigger setzen: täglich 06:00 Uhr oder ereignisbasiert (z. B. per Webhook nach Datenimport).
  • 4) Ausführen & überwachen: Status, Laufzeiten, Logs; bei Problemen automatische Retries oder Stop.
  • 5) Alerting & Nachvollziehbarkeit: Meldung an Teams/Slack/E-Mail; Dokumentation von Läufen für Audits.

Warum ist Data Orchestration wichtig?

Für Geschäftsführer ist nicht „mehr Daten“ entscheidend, sondern verlässliche Zahlen zur richtigen Zeit. Orchestrierung reduziert typische Risiken: veraltete Reports („Zahlen von gestern“), stille Fehler (fehlende Daten ohne Hinweis), Abhängigkeiten, die niemand kennt („Warum ist der Umsatz heute 0?“) und hohe Personalkosten durch manuelle Routinearbeit. Besonders wertvoll ist das, wenn Sie ohne eigenes Data-Science-Team arbeiten: Ein sauber orchestrierter Prozess macht BI und Reporting skalierbar, weil er weniger Spezialwissen im Tagesbetrieb benötigt.

Beispiel aus der Praxis

Ein Handels-KMU möchte jeden Morgen um 08:30 Uhr ein Management-Dashboard mit Umsatz, Rohertrag, Lagerreichweite und Marketing-ROI sehen. Mit Data Orchestration läuft nachts automatisch: (a) Daten aus Shop/ERP/Ads werden geladen, (b) Dubletten und Ausreißer werden geprüft, (c) Währungs- und Steuersätze werden vereinheitlicht, (d) KPIs werden berechnet und (e) bei Fehlern wird ein Verantwortlicher informiert. Ergebnis: Das Dashboard ist pünktlich und nachvollziehbar – statt „Excel-Pingpong“.

Abgrenzung: Data Orchestration vs. ETL/ELT vs. Workflow Orchestration

  • ETL/ELT beschreibt was mit Daten passiert (extrahieren, transformieren, laden).
  • Data Orchestration beschreibt wie diese Schritte koordiniert werden (Reihenfolge, Abhängigkeiten, Zeitpläne, Monitoring).
  • Workflow Orchestration ist breiter und kann auch Nicht-Datenprozesse steuern (z. B. Freigaben, Tickets, E-Mails).

Was kostet Data Orchestration?

Die Kosten hängen von Tool, Datenvolumen und Komplexität ab. Für KMU gibt es oft Cloud- oder Open-Source-Optionen, bei denen die laufenden Kosten vor allem durch Ausführungszeit, Anzahl der Jobs und Monitoring entstehen. In der Praxis lohnt sich Orchestrierung meist dann schnell, wenn regelmäßige manuelle Datenarbeit anfällt oder Reporting-Fehler direkte Geschäftsentscheidungen beeinflussen.

Tipp: Wenn Sie bereits Automationen nutzen (z. B. n8n oder Automatisierung (Automation)), ist Data Orchestration der nächste Schritt, um aus einzelnen „Flows“ eine robuste, auditierbare Datenlieferkette zu machen – inklusive klarer Verantwortlichkeiten und Data Lineage (Datenherkunft).