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Data Pipeline

Automatisierter Prozess, der Daten von Quelle zu Ziel bewegt und prüft.

Eine Data Pipeline ist ein automatisierter Prozess, der Daten zuverlässig von einer Quelle (z. B. Shop, CRM, Excel, Maschinen) zu einem Ziel (z. B. Data Warehouse, BI-Tool oder Bericht) bewegt, dabei transformiert und mit Prüfungen absichert. Ziel ist, dass Entscheider jederzeit konsistente, aktuelle und nachvollziehbare Zahlen sehen – ohne manuelles Kopieren und ohne „Excel-Chaos“.

Was bedeutet „Data Pipeline“?

Wörtlich heißt es „Daten-Pipeline“ bzw. „Datenleitung“: Daten fließen in definierten Schritten durch eine Strecke. Diese Schritte sind wiederholbar (z. B. stündlich oder täglich), dokumentiert und idealerweise überwacht. Im Unterschied zu einmaligen Datenexporten ist eine Pipeline ein dauerhaft betriebener Ablauf.

Wie funktioniert eine Data Pipeline? (typische Schritte)

  • 1) Daten erfassen (Ingestion): Anbindung von Quellen wie ERP/CRM, Webtracking, Zahlungsanbieter, Support-Tickets oder CSV-Dateien – oft über APIs oder Connectors (Daten-Connectoren).
  • 2) Validieren & bereinigen: Plausibilitätschecks (z. B. „Umsatz darf nicht negativ sein“), Dubletten entfernen, Datentypen vereinheitlichen, fehlende Werte markieren.
  • 3) Transformieren: Umrechnungen, Währungslogik, Mapping von Produktkategorien, Zusammenführen mehrerer Tabellen. Häufig nach ETL/ELT-Prinzipien (siehe ETL/ELT für KI (Data Pipelines)).
  • 4) Laden & bereitstellen: Schreiben ins Zielsystem (z. B. Data Warehouse, Datenbank, Reporting-Schicht) und Bereitstellung für Dashboards/Reports.
  • 5) Monitoring & Fehlerbehandlung: Alarme bei Ausfällen, Protokolle, Wiederholversuche, Versionskontrolle der Logik – damit Fehler nicht unbemerkt in Management-Reports landen.

Warum ist eine Data Pipeline für KMU wichtig?

Für Geschäftsführer ist die Pipeline ein Hebel für schnellere und bessere Entscheidungen: Statt dass Mitarbeitende wöchentlich Daten exportieren, zusammenkopieren und „zurechtbiegen“, liefert die Pipeline standardisierte KPIs (z. B. Umsatz, Rohertrag, CAC, Liefertermintreue) automatisch. Das reduziert Kosten, verhindert Fehlentscheidungen durch falsche Zahlen und verkürzt die Zeit bis zum Reporting deutlich.

Ein weiterer Vorteil: Durch klare Regeln und Checks wird Vertrauen in Daten aufgebaut. Wenn jede Abteilung ihre eigene Excel-Logik nutzt, entstehen widersprüchliche Ergebnisse („Warum zeigt Sales 1,2 Mio. und Finance 1,0 Mio.?“). Eine Pipeline erzwingt eine gemeinsame Datenlogik.

Beispiele aus der Praxis

  • E-Commerce: Bestellungen aus Shop + Zahlungen + Marketingkosten werden täglich zusammengeführt, um Deckungsbeitrag pro Kanal zu sehen.
  • Produktion: Maschinendaten (Stillstände, Ausschuss) werden stündlich geladen, um OEE/Qualitätskennzahlen automatisch zu reporten.
  • Service/Support: Tickets, Antwortzeiten und Kundenzufriedenheit fließen in ein Dashboard, um Engpässe früh zu erkennen.

Was kostet eine Data Pipeline?

Die Kosten hängen stark von Quellenanzahl, Datenqualität und Echtzeit-Anforderungen ab. Für KMU starten einfache Setups (z. B. wenige SaaS-Quellen, tägliche Aktualisierung) oft im Bereich ab einigen hundert Euro pro Monat (Tooling) plus initialer Implementierung. Komplexität entsteht vor allem durch viele Sonderlogiken, schlechte Stammdaten und fehlende Definitionen – nicht durch „Datenmenge“ allein.

Worauf sollten Entscheider achten?

  • KPIs zuerst: Definieren Sie 10–20 Kernkennzahlen, bevor Sie alles anbinden.
  • Data Quality & Herkunft: Dokumentieren Sie Regeln und prüfen Sie die Data Lineage (Datenherkunft).
  • Automatisierung mit Kontrolle: Nutzen Sie Automations-Tools (z. B. Automatisierung (Automation) oder n8n), aber mit Monitoring und klaren Verantwortlichkeiten.
  • Datenschutz: Klären Sie Zugriffe, Aufbewahrung und DSGVO-Aspekte (siehe Datenschutz (DSGVO/GDPR) & KI).