Datenmodell (Data Modeling)
Ein Datenmodell (Data Modeling) ist die strukturierte Beschreibung, wie Unternehmensdaten aufgebaut sind und wie sie zusammenhängen – z. B. in Tabellen, mit Beziehungen (Keys) und klar definierten Kennzahlen. Es sorgt dafür, dass Reports und Dashboards überall dieselben Zahlen zeigen und Entscheidungen auf einer konsistenten Datenbasis getroffen werden.
Was bedeutet „Datenmodell“ konkret?
Ein Datenmodell ist wie ein Bauplan für Ihre Daten: Welche „Objekte“ gibt es (z. B. Kunde, Auftrag, Produkt), welche Eigenschaften haben sie (z. B. Kundennummer, Region, Preis) und wie sind sie verknüpft (z. B. „ein Kunde hat viele Aufträge“). In Analytics ist das Datenmodell die Grundlage dafür, dass Daten aus ERP, Shop, CRM und Buchhaltung sinnvoll zusammengeführt werden können.
Wie funktioniert Data Modeling in der Praxis?
- 1) Datenquellen verstehen: Welche Systeme liefern welche Felder (z. B. Bestellungen aus dem Shop, Rechnungen aus der Buchhaltung)?
- 2) Entitäten & Tabellen definieren: Typisch sind „Dimensionen“ (z. B. Kunde, Produkt, Zeit) und „Fakten“ (z. B. Umsatz, Menge, Marge).
- 3) Beziehungen festlegen: Über Schlüssel (IDs) wird z. B. die Auftragszeile mit Produkt und Kunde verbunden. Hier entscheidet sich, ob Auswertungen korrekt aggregieren.
- 4) Kennzahlen standardisieren: Was genau ist „Umsatz“ (brutto/netto, mit/ohne Retouren, nach Rechnungsdatum oder Bestelldatum)?
- 5) Validieren & dokumentieren: Abgleich mit Buchhaltung/Controlling, Testfälle (z. B. Monatsumsatz) und klare Definitionen.
Beispiel: Warum ein Datenmodell Ihre Zahlen „rettet“
Ohne sauberes Datenmodell passiert in KMU häufig Folgendes: Der Vertrieb berichtet Umsatz nach Bestelldatum, die Geschäftsführung sieht Umsatz nach Rechnungsdatum, und im Marketing werden Retouren nicht abgezogen. Ein gutes Datenmodell legt Regeln fest (z. B. „Umsatz = Netto-Rechnungsbetrag minus Gutschriften“) und bildet sie einmal zentral ab. Ergebnis: weniger Diskussionen über Zahlen, mehr Fokus auf Maßnahmen.
Typische Modell-Arten (kurz erklärt)
- Relationales Modell: Daten in Tabellen mit Schlüsseln und Beziehungen (klassisch für BI/Reporting).
- Sternschema (Star Schema): Eine Faktentabelle (z. B. Verkäufe) + Dimensionstabellen (Kunde, Produkt, Zeit). Sehr performant und verständlich für Reporting.
- Schneeflocke (Snowflake): Dimensionen weiter normalisiert (mehr Tabellen). Kann sauberer sein, aber oft komplexer.
Warum ist ein Datenmodell für Geschäftsführer wichtig?
Ein Datenmodell ist der Hebel, um verlässliche KPIs zu bekommen: Deckungsbeitrag, Wiederkaufrate, Lagerumschlag oder Pipeline-Status. Es reduziert manuellen Excel-Aufwand, verhindert Fehlentscheidungen durch widersprüchliche Definitionen und macht Wachstum messbar. Wenn Sie später KI-Use-Cases (z. B. Forecasting oder Assistenzsysteme) einführen, ist ein gutes Datenmodell außerdem die Voraussetzung für „saubere“ Eingaben.
Was kostet Data Modeling – und wovon hängt es ab?
Die Kosten hängen vor allem von Anzahl der Datenquellen, Datenqualität und gewünschter KPI-Tiefe ab. Für viele KMU startet ein erstes, praxistaugliches Modell als „Minimum Viable Model“ (z. B. Sales + Kunden + Produkte) und wird dann iterativ erweitert. Teuer wird es meist nicht durch das Modellieren selbst, sondern durch unklare KPI-Definitionen, fehlende IDs und nachträgliche Korrekturen.