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DATEV-Schnittstelle (DATEV Export/Integration)

Übergabe von Buchungsdaten an DATEV für Steuerberatung/FiBu.

Eine DATEV-Schnittstelle (DATEV Export/Integration) ist eine standardisierte Möglichkeit, Buchungs- und Belegdaten aus Ihrer Business-Software (z. B. ERP, CRM oder Faktura) so zu übergeben, dass sie in DATEV-Systemen für Finanzbuchhaltung und Steuerberatung weiterverarbeitet werden können. Ziel ist: weniger manuelle Dateneingabe, weniger Fehler und schnellere Monats- bzw. Jahresabschlüsse.

Was bedeutet „DATEV Export/Integration“?

Mit „DATEV Export“ ist meist gemeint, dass Ihre Software Buchungsdaten in einem DATEV-kompatiblen Format bereitstellt (z. B. als Datei), die dann in DATEV importiert wird. „DATEV Integration“ beschreibt häufig eine engere Anbindung, bei der Daten regelmäßiger, strukturierter und teilweise automatisiert übertragen werden (abhängig vom Tool und vom Steuerbüro-Prozess).

Wie funktioniert eine DATEV-Schnittstelle in der Praxis?

  • 1) Daten entstehen im Vorsystem: Sie schreiben Rechnungen, erfassen Zahlungen, verwalten Artikel, Projekte oder Kostenstellen im ERP/Faktura-Tool.
  • 2) Zuordnung/„Kontierung“ wird vorbereitet: Je nach Setup werden Erlöskonten, Steuersätze, Debitoren/Kreditoren, Kostenstellen oder Zahlungsarten zugeordnet. Manche Unternehmen machen das selbst, oft unterstützt das Steuerbüro.
  • 3) Export oder Übergabe: Die Software erzeugt DATEV-konforme Buchungssätze und ggf. Belegbilder/Beleglinks. Häufig werden auch Stammdaten (Kunden/Lieferanten) mitgegeben.
  • 4) Import in DATEV: Das Steuerbüro importiert die Daten in DATEV (FiBu) und prüft Plausibilität, Vollständigkeit und steuerliche Besonderheiten.
  • 5) Rückfragen & Korrekturen: Unklare Sachverhalte (z. B. falscher Steuersatz, fehlende Belegnummer, falsches Konto) werden geklärt und die Einstellungen im Vorsystem verbessert.

Wofür brauchen KMU ohne IT-Abteilung eine DATEV-Schnittstelle?

Viele KMU arbeiten mit mehreren Tools: Angebote/Rechnungen im ERP, Zahlungen im Banking, Belege in einer Dokumentenablage. Ohne Schnittstelle müssen Buchungsdaten oft manuell übertragen werden (Excel, E-Mail, Papierordner). Eine DATEV-Schnittstelle reduziert diesen Aufwand deutlich und schafft einen wiederholbaren Prozess – besonders wichtig, wenn monatlich gebucht wird oder das Unternehmen wächst.

  • Weniger Fehler: Tippfehler, Zahlendreher und doppelte Buchungen werden seltener.
  • Schnellere Abschlüsse: Monatsauswertungen (BWA), USt-Voranmeldung und Jahresabschluss können früher vorliegen.
  • Bessere Zusammenarbeit mit dem Steuerbüro: Klarere Datenstruktur, weniger Rückfragen, weniger „Beleg-Chaos“.
  • Mehr Transparenz: Wenn Konten, Steuern und Belegketten sauber sind, werden Auswertungen verlässlicher.

Typische Beispiele (aus CRM/ERP/CMS-Umfeld)

  • ERP/Faktura → DATEV: Ausgangsrechnungen inkl. Steuersatz und Debitor werden exportiert, Beleg-PDF wird mitgeliefert oder verlinkt.
  • E-Commerce/CMS-Shop → DATEV: Tagesumsätze, Zahlungsanbieter-Gebühren und Retouren werden strukturiert übergeben (wichtig: korrekte Steuerlogik).
  • Projektgeschäft → DATEV: Kostenstellen/Projekte werden mitgegeben, damit das Steuerbüro die Buchungen sauber zuordnen kann.

Worauf sollten Sie bei Auswahl und Einrichtung achten?

  • Welche Daten werden übertragen? Nur Buchungssätze oder auch Belege, Stammdaten, OP-Listen?
  • Wie „nah“ ist die Integration? Einmaliger Export vs. regelmäßiger, standardisierter Prozess.
  • Kontenrahmen & Steuercodes: Klären Sie früh mit dem Steuerbüro (z. B. SKR03/SKR04) und testen Sie typische Fälle.
  • Belegkette & GoBD: Achten Sie auf nachvollziehbare Belegnummern, revisionssichere Ablage und klare Zuordnung.

Unterm Strich ist eine DATEV-Schnittstelle kein „Nice-to-have“, sondern ein Hebel für effizientere Buchhaltung: Sie sorgt dafür, dass Ihre operativen Daten aus ERP/CRM/Shop nicht zweimal gepflegt werden müssen – und Ihr Steuerbüro schneller, sauberer und günstiger arbeiten kann.