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ELT (Extract, Load, Transform)

Daten erst laden, dann im Zielsystem transformieren (z.B. im DWH).

ELT (Extract, Load, Transform) ist ein Ansatz für Datenpipelines, bei dem Daten zuerst aus Quellsystemen extrahiert, dann möglichst roh in ein Zielsystem (z. B. Data Warehouse) geladen und erst dort transformiert werden. Im Unterschied zu klassischen ETL-Prozessen passiert die Aufbereitung also im Zielsystem – oft schneller, flexibler und besser skalierbar.

Was bedeutet ELT (Extract, Load, Transform)?

ELT steht für Extract (Daten aus Quellen ziehen), Load (Daten ins Ziel laden) und Transform (Daten im Zielsystem bereinigen, vereinheitlichen und für Reports modellieren). Typisch ist: Sie laden zunächst „alles“, was relevant sein könnte, und entscheiden später, wie genau es für Analysen genutzt wird.

Wie funktioniert ELT in der Praxis?

  • 1) Extract: Daten kommen z. B. aus ERP, CRM, Shop-System, Marketing-Tools oder Excel/CSV. Häufig über APIs, Datenbank-Replikation oder Connectoren.
  • 2) Load: Die Daten werden in ein zentrales Ziel geladen (z. B. Cloud-DWH). Oft werden sie dabei nur minimal validiert (Schema, Duplikate, technische Checks).
  • 3) Transform: Im Zielsystem werden Regeln angewendet: Bereinigung (z. B. Datumsformate), Harmonisierung (z. B. Kunden-IDs), Business-Logik (z. B. „Umsatz = Nettopreis × Menge“), Aggregationen und Datenmodelle für BI-Tools.

Warum ist ELT für KMU-Geschäftsführer wichtig?

ELT macht datenbasierte Entscheidungen oft einfacher, weil Sie schneller zu einem zentralen „Single Point of Truth“ kommen. Statt monatelang perfekte Datenmodelle vorab zu bauen, können Sie Daten zuerst verfügbar machen und dann iterativ verbessern. Das reduziert Time-to-Insight – etwa für Fragen wie: „Welche Produkte treiben Marge?“, „Welche Kampagnen bringen wiederkehrende Kunden?“ oder „Wo entstehen Lieferverzögerungen?“

Typische Beispiele (konkret)

  • Finanz- & Vertriebsreporting: ERP-Rechnungen + CRM-Pipeline werden geladen; Transformationen erstellen ein einheitliches Umsatz- und Forecast-Modell.
  • E-Commerce-Analytics: Shop-Bestellungen, Retouren und Ads-Kosten werden geladen; Transformationen berechnen CAC, Deckungsbeitrag, Kohorten und ROAS.
  • Operations: Produktions- oder Logdaten werden geladen; Transformationen erzeugen Kennzahlen wie OEE, Stillstandsgründe oder Durchlaufzeiten.

Vorteile von ELT (gegenüber ETL)

  • Skalierung: Moderne DWHs sind für Rechenlast ausgelegt; Transformationen laufen performant im Ziel.
  • Flexibilität: Neue Fragestellungen lassen sich oft durch neue Transformationen abbilden, ohne den gesamten Extrakt neu zu bauen.
  • Transparenz & Nachvollziehbarkeit: Rohdaten bleiben erhalten; Sie können Transformationen auditierbar versionieren.

Risiken & was Sie im Blick behalten sollten

  • Kostenkontrolle: Transformationen im DWH können Compute-Kosten verursachen – saubere Zeitpläne, inkrementelle Modelle und Monitoring sind wichtig.
  • Datenqualität: „Load first“ heißt nicht „Chaos“: Definieren Sie Validierungsregeln und Verantwortlichkeiten (z. B. für Stammdaten).
  • Governance & Datenschutz: Wenn Rohdaten (inkl. personenbezogener Daten) zentral landen, brauchen Sie Rollen, Zugriffskonzepte und ggf. Maskierung – siehe Datenschutz (DSGVO/GDPR) & KI.

Was kostet ELT typischerweise?

Die Kosten hängen weniger vom Begriff ELT ab, sondern von Volumen (Datenmenge), Frequenz (stündlich vs. täglich), Anzahl der Quellen und Transformationskomplexität. In KMU-Setups starten viele mit überschaubaren monatlichen Plattformkosten (DWH + Connectoren) und investieren zusätzlich in initiale Modellierung/Reporting – entscheidend ist, dass der erste Nutzen (z. B. Umsatz-/Marge-Transparenz) früh sichtbar wird.

Merksatz: ELT bedeutet: Daten schnell zentral verfügbar machen und Business-Logik dort modellieren, wo Analyse stattfindet – ideal, wenn Sie iterativ bessere Reports aufbauen wollen, ohne ein großes Data-Science-Team.