Embeddings
Embeddings sind numerische Vektorrepräsentationen (Zahlenlisten) von Text, Bildern oder anderen Daten, die deren Bedeutung so abbilden, dass semantisch ähnliche Inhalte im Vektorraum nahe beieinander liegen. Dadurch werden Aufgaben wie Ähnlichkeitssuche, Clustering, Empfehlungen und Retrieval für LLMs deutlich präziser als mit reiner Keyword-Suche.
Was bedeutet „Embeddings“?
Der Begriff „Embedding“ bedeutet wörtlich „Einbettung“. Gemeint ist die Einbettung von Daten (z. B. einem Satz, Absatz oder Dokument) in einen hochdimensionalen Raum. Jeder Inhalt wird dabei zu einem Vektor, z. B. mit 384, 768 oder 1536 Dimensionen. Diese Zahlen sind kein „Code“, den Menschen direkt lesen, sondern ein mathematisches Profil, das Muster und Bedeutung aus Trainingsdaten widerspiegelt.
Wie funktioniert das (vereinfacht)?
- 1) Inhalt vorbereiten: Text wird ggf. in Abschnitte („Chunks“) zerlegt, damit einzelne Passagen gut auffindbar bleiben.
- 2) Embedding berechnen: Ein Embedding-Modell (oft ein Transformer) wandelt jeden Chunk in einen Vektor um.
- 3) Speichern im Vektor-Index: Die Vektoren werden in einer Vektordatenbank oder einem Index gespeichert (inkl. Metadaten wie Quelle, Datum, URL).
- 4) Anfrage als Vektor: Auch die Nutzerfrage wird in einen Vektor umgewandelt.
- 5) Ähnlichkeit berechnen: Über Metriken wie Cosine Similarity werden die „nächsten“ Vektoren gesucht (Nearest Neighbors) und als Treffer zurückgegeben.
Wofür braucht man Embeddings in KI, LLMs & Automation?
Embeddings sind ein Kernbaustein moderner KI-Workflows, weil sie „Bedeutung“ suchbar machen. Typische Use Cases:
- Semantische Suche: „Wie kann ich eine Rechnung automatisch prüfen?“ findet auch Inhalte, die „Belegvalidierung“ oder „Invoice Matching“ sagen.
- RAG (Retrieval-Augmented Generation): Ein LLM (z. B. ChatGPT) bekommt zu einer Frage die relevantesten Textstellen aus deinem Wissensspeicher geliefert, statt zu halluzinieren.
- Support- & Wissensdatenbanken: Schnellere, bessere Antworten, weil nicht nur exakte Keywords zählen.
- Duplikat- & Ähnlichkeitserkennung: Ähnliche Tickets, E-Mails oder Dokumente automatisch gruppieren.
- Automationen mit n8n: Embeddings können Workflows triggern, z. B. wenn eine neue E-Mail thematisch „Reklamation“ ähnelt, wird ein Prozess gestartet.
Warum sind Embeddings wichtig?
Weil sie die Lücke zwischen menschlicher Sprache und maschineller Verarbeitung schließen. Klassische Suche scheitert oft an Synonymen, Schreibweisen, Abkürzungen oder Kontext. Embeddings erfassen semantische Nähe: „Kündigung“, „Vertragsbeendigung“ und „Subscription canceln“ können inhaltlich zusammenrücken. Das ist besonders wertvoll, wenn du viele unstrukturierte Daten hast (PDFs, Notizen, Chats, Tickets).
Praxisbeispiel: Semantische Suche für ein internes KI-Tool
Du speicherst Handbuchseiten, SOPs und FAQ-Artikel als Chunks mit Embeddings. Fragt jemand: „Wie setze ich eine Zwei-Faktor-Authentifizierung zurück?“, wird die Frage embedded und die ähnlichsten Passagen werden gefunden – auch wenn im Dokument „2FA zurücksetzen“ oder „MFA reset“ steht. Das LLM formuliert daraus eine Antwort und zitiert idealerweise die Quelle.
Was kostet das?
Die Kosten hängen von (a) Datenmenge, (b) Modell/Provider, (c) Chunking-Strategie und (d) Infrastruktur (Vektor-DB, Hosting) ab. Typisch sind laufende Kosten pro erzeugtem Embedding (je nach Anbieter/Modell) plus Speicher- und Suchkosten. In Projekten entstehen zusätzlich Implementierungsaufwände für Datenaufbereitung, Qualitätstests und Monitoring.
Verwandte Begriffe
Embeddings werden häufig mit RAG, Vektordatenbanken und AI Agents (KI-Agenten) kombiniert, um Wissenszugriff, Tool-Nutzung und Automationslogik intelligent zu verbinden.