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Enterprise Architecture (EA)

Gesamtbild von Anwendungen, Daten, Prozessen und Infrastruktur.

Enterprise Architecture (EA) ist das „Gesamtbild“ Ihrer Unternehmens-IT: Sie beschreibt, wie Anwendungen, Daten, Prozesse und Infrastruktur zusammenhängen – und wie sie sich gezielt weiterentwickeln lassen. Für Geschäftsführer ist EA ein strategisches Werkzeug, um IT-Entscheidungen an Zielen wie Wachstum, Effizienz, Sicherheit und Digitalisierung auszurichten.

Was bedeutet Enterprise Architecture (EA)?

„Enterprise“ steht für das gesamte Unternehmen (nicht nur „Konzerne“), „Architecture“ für die strukturierte Beschreibung der Bausteine und ihrer Beziehungen. EA liefert dafür Modelle, Prinzipien und Entscheidungsleitplanken: Welche Systeme nutzen wir wofür? Wo liegen welche Daten? Welche Prozesse laufen wie? Welche Technologie ist Standard – und was ist Ausnahme?

Wie funktioniert Enterprise Architecture in der Praxis?

EA verbindet Business-Sicht und IT-Sicht. Typisch ist das Arbeiten mit einem Ist-Bild (heute), einem Zielbild (in 12–36 Monaten) und einer Roadmap (Schritte dorthin). In kleinen Unternehmen muss das nicht „bürokratisch“ sein: Oft reichen wenige, gut gepflegte Übersichten und klare Regeln.

  • Ist-Architektur erfassen: wichtigste Anwendungen (z. B. ERP, CRM, Buchhaltung), Schnittstellen, Datenquellen, Infrastruktur (Cloud/Server), Verantwortlichkeiten.
  • Zielbild definieren: z. B. „einheitliche Kundendaten“, „weniger Medienbrüche“, „Cloud-first“, „Standard-Tools statt Insellösungen“.
  • Prinzipien festlegen: z. B. „Single Source of Truth“, „APIs statt Excel-Importe“, „Security by Design“.
  • Roadmap & Prioritäten: Projekte nach Nutzen, Risiko, Abhängigkeiten und Aufwand sequenzieren.
  • Governance light: einfache Entscheidungsprozesse: Wer darf neue Tools einkaufen? Welche Kriterien müssen erfüllt sein?

Warum ist EA wichtig – gerade für kleine Unternehmen?

Ohne EA wächst IT oft „zufällig“: neue Tools kommen dazu, Daten werden doppelt gepflegt, Schnittstellen fehlen, und die Abhängigkeit von einzelnen Dienstleistern steigt. EA reduziert diese Komplexität und macht Digitalisierung planbar. Das hilft besonders, wenn mehrere Initiativen gleichzeitig laufen (z. B. neues CRM, E-Commerce, Reporting, Automatisierung).

Ein praktisches Beispiel: Wenn Vertrieb Kundendaten im CRM pflegt, Buchhaltung in der Faktura und Support in einem Ticketsystem, entstehen widersprüchliche Daten und Mehraufwand. EA klärt: Welches System ist führend? Wie fließen Daten? Wo werden Dubletten verhindert? Dadurch sinken Fehlerkosten und die Kundenerfahrung wird konsistenter.

EA und KI-/Automatisierungsprojekte

Viele Unternehmen starten KI mit einzelnen Tools (z. B. ChatGPT oder Generative KI (Generative AI)). EA sorgt dafür, dass solche Vorhaben nicht an Datenchaos, fehlenden Schnittstellen oder Sicherheitsfragen scheitern. Wenn Sie z. B. einen KI-Assistenten mit internen Dokumenten bauen wollen, brauchen Sie Klarheit über Datenquellen, Zugriffsrechte und Systeme – sonst wird AI Governance schnell zum Problem oder es entstehen Risiken bei Datenschutz und Sicherheit.

Was kostet Enterprise Architecture (EA)?

Die Kosten hängen stark vom Anspruch ab. In kleinen Unternehmen kann EA als „Lean EA“ starten: wenige Workshops, ein Anwendungs- und Datenüberblick, eine Zielarchitektur und eine Roadmap. Teuer wird es meist nicht durch EA selbst, sondern durch die daraus abgeleiteten Modernisierungsprojekte (z. B. Systemablösung, Integration, Datenbereinigung). Wichtig ist: EA verhindert Fehlinvestitionen – und spart dadurch oft mehr, als sie kostet.