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Fractional CTO (Teilzeit-CTO)

Externer CTO auf Zeit/Teilzeit für Strategie und Steuerung.

Ein Fractional CTO (Teilzeit-CTO) ist ein externer Chief Technology Officer, der ein Unternehmen zeitlich begrenzt und in Teilzeit strategisch und operativ bei Technologie-Entscheidungen, IT-Steuerung und Teamführung unterstützt. Das Modell eignet sich besonders für Firmen ohne eigene IT-Abteilung, die schnell Führung, Struktur und eine belastbare IT-Roadmap benötigen – ohne eine Vollzeit-Festbesetzung.

Was bedeutet „Fractional CTO“?

„Fractional“ bedeutet „anteilig“: Sie kaufen nicht die komplette Rolle eines CTO ein, sondern einen definierten Anteil (z. B. 1–2 Tage pro Woche oder ein fixes Stundenkontingent). Im Unterschied zum klassischen IT-Berater verantwortet ein Fractional CTO typischerweise Führung, Priorisierung und Entscheidungsfindung – und wirkt als langfristig orientierter Sparringspartner der Geschäftsleitung.

Wie funktioniert ein Fractional CTO in der Praxis?

  • 1) Analyse & Zielbild: Aufnahme der aktuellen Systeme, Risiken, laufenden Projekte, Lieferanten und Kosten. Daraus entsteht ein realistisches Zielbild (z. B. „skalierbare Cloud-Infrastruktur“, „sichere Basis-IT“, „Digitalisierung Kernprozesse“).
  • 2) Strategie & Roadmap: Priorisierte IT-/Produkt-Roadmap mit Budgetrahmen, Meilensteinen, Abhängigkeiten und Verantwortlichkeiten.
  • 3) Umsetzung steuern: Auswahl und Steuerung von Dienstleistern, Einführung von Standards (Architektur, Security, Dokumentation), Aufbau einfacher Governance (z. B. Change-/Release-Prozess).
  • 4) Team & Zusammenarbeit: Führung von internen Entwicklern/Administratoren oder externen Partnern, Etablierung von Ritualen (Weekly, Review, Incident-Prozess) und Qualitätskriterien.
  • 5) Kontinuierliche Verbesserung: Regelmäßige Reviews zu Kosten, Risiken, Lieferfähigkeit und Performance; Anpassung der Roadmap.

Wofür brauchen Unternehmen ohne IT-Abteilung einen Fractional CTO?

Viele kleine und mittlere Unternehmen wachsen schneller als ihre IT. Typische Auslöser sind: neue Software muss eingeführt werden, die IT-Kosten steigen unkontrolliert, Dienstleister liefern schlecht, Sicherheits- und Compliance-Fragen häufen sich oder ein digitales Produkt soll gebaut werden. Ein Fractional CTO schafft hier Orientierung, reduziert Fehlentscheidungen (z. B. falsche Tool-Auswahl, Vendor Lock-in) und sorgt dafür, dass IT-Projekte geschäftsgetrieben priorisiert werden.

Typische Aufgaben & Beispiele

  • Vendor- & Projektsteuerung: Angebote vergleichen, SOWs/Leistungsbeschreibungen schärfen, Abnahmen definieren, Eskalationen führen.
  • Architektur- und Tool-Entscheidungen: Make-or-buy, Cloud vs. On-Prem, Auswahl von CRM/ERP/Helpdesk, Integrationsstrategie und Automatisierung (z. B. mit Automatisierung (Automation)).
  • Security & Datenschutz: Basis-Sicherheitsniveau, Rollen/Rechte, Backups, Incident-Prozesse; Abstimmung mit Datenschutz (DSGVO).
  • KI-Enablement: Bewertung, ob und wie z. B. ChatGPT oder Generative KI (Generative AI) sinnvoll eingesetzt werden können (Use Cases, Risiken, Kosten, Governance).

Was kostet ein Fractional CTO?

Die Kosten hängen vor allem von Umfang (Stunden/Tage), Verantwortung (nur Strategie vs. auch Umsetzung/Teamführung), Branchenanforderungen (z. B. reguliert) und Reisetätigkeit ab. Häufige Modelle sind Tagessätze oder monatliche Retainer. Als grobe Orientierung liegen Teilzeit-Engagements oft im Bereich ab ca. 3.000–8.000 € pro Monat für 1–2 Tage/Woche, bei höherer Verantwortung oder intensiver Projektphase entsprechend darüber.

Abgrenzung: Fractional CTO vs. IT-Berater

Ein IT-Berater liefert meist Empfehlungen oder setzt einzelne Themen um. Ein Fractional CTO übernimmt dagegen CTO-typische Verantwortung: Prioritäten setzen, Entscheidungen vertreten, Stakeholder moderieren, Lieferanten steuern und die IT als „Funktion“ im Unternehmen aufbauen. Für Unternehmen ohne IT-Abteilung ist genau diese Führungs- und Steuerungsleistung oft der größte Hebel.