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Freigabe-Workflow (Approval Workflow)

Regeln, wer Angebote/Bestellungen/Rechnungen prüfen und freigeben muss.

Ein Freigabe-Workflow (Approval Workflow) ist ein festgelegter Prozess in CRM-, ERP- oder CMS-Systemen, der automatisch steuert, wer Angebote, Bestellungen, Rechnungen oder Inhalte prüfen und freigeben muss, bevor sie versendet, gebucht oder veröffentlicht werden. Er sorgt dafür, dass nichts „einfach so“ rausgeht – und dass Verantwortlichkeiten, Limits und Regeln eingehalten werden.

Was bedeutet „Freigabe-Workflow“?

„Freigabe“ heißt: Eine Person mit passender Rolle (z. B. Teamleitung, Einkauf, Geschäftsführung) bestätigt eine Aktion. „Workflow“ beschreibt die Abfolge dieser Schritte. Zusammen bedeutet das: Das System führt ein Dokument oder eine Aufgabe durch definierte Prüf- und Freigabestufen – inklusive Benachrichtigungen, Protokoll und klarer Zuständigkeit.

Wie funktioniert ein Freigabe-Workflow?

Typischer Ablauf (je nach Tool und Prozess):

  • 1) Auslöser (Trigger): z. B. ein Angebot über 10.000 €, eine Bestellung bei einem neuen Lieferanten oder eine Rechnung mit ungewöhnlicher Position.
  • 2) Regelprüfung: Das System prüft Bedingungen wie Betrag, Kostenstelle, Projekt, Kundentyp, Rabatt, Marge oder Lieferant.
  • 3) Zuweisung der Prüfer: Freigabe durch definierte Rollen (z. B. „Einkauf“, „Buchhaltung“, „GF“) oder konkrete Personen.
  • 4) Prüfung & Entscheidung: Freigeben, ablehnen oder Rückfrage stellen (mit Kommentar).
  • 5) Nächster Schritt: Nach Freigabe wird automatisch gebucht, versendet, bestellt oder veröffentlicht; bei Ablehnung geht es zurück zur Bearbeitung.

Wofür brauchen KMU einen Freigabe-Workflow?

Gerade in kleinen und mittleren Unternehmen ohne eigene IT-Abteilung passieren Fehler oft nicht aus Absicht, sondern aus Zeitdruck: falsche Preise, unklare Rabatte, doppelte Bestellungen oder Rechnungen ohne Bezug. Ein Freigabe-Workflow macht Prozesse sicherer und nachvollziehbar – ohne dass alles an einer Person hängen bleibt.

  • Fehler reduzieren: z. B. Tippfehler in Angeboten oder falsche Zahlungsziele werden vor dem Versand entdeckt.
  • Kosten kontrollieren: Bestellungen über einem Limit müssen automatisch von der richtigen Stelle freigegeben werden.
  • Compliance & Nachvollziehbarkeit: Wer hat wann was genehmigt? Das ist wichtig für Audits und interne Kontrollen.
  • Vertretung & Skalierung: Wenn jemand im Urlaub ist, kann der Workflow an Stellvertreter weiterleiten.

Beispiele aus CRM, ERP und CMS

  • CRM (Vertrieb): Rabatte über 15% erfordern Freigabe durch Vertriebsleitung; Angebote an Neukunden müssen erst von der Geschäftsführung geprüft werden.
  • ERP (Einkauf/Finanzen): Bestellungen über 5.000 € gehen an Teamlead, über 20.000 € zusätzlich an GF; Rechnungen ohne Bestellbezug werden automatisch zur Klärung markiert.
  • CMS (Website/Content): Blogartikel oder rechtlich sensible Seiten (z. B. Preise, AGB-nahe Inhalte) müssen vor Veröffentlichung durch Marketingleitung oder Geschäftsführung freigegeben werden.

Warum ist ein Freigabe-Workflow wichtig?

Ein sauberer Freigabeprozess schützt Marge und Liquidität, verhindert ungewollte Verpflichtungen und sorgt für klare Verantwortlichkeiten. Außerdem spart er Zeit, weil nicht mehr per E-Mail oder Zuruf nach Freigaben gesucht werden muss – das System erinnert automatisch und dokumentiert Entscheidungen.

Was kostet ein Freigabe-Workflow?

In vielen CRM/ERP/CMS-Lösungen ist ein einfacher Freigabe-Workflow bereits enthalten. Kosten entstehen meist durch höhere Tarife (z. B. „Professional/Enterprise“), zusätzliche Nutzerrollen oder durch Einrichtung/Automatisierung (z. B. mit Automatisierung (Automation) oder Tools wie n8n). Entscheidend sind Anzahl der Freigabestufen, Sonderregeln (Betragsgrenzen, Kostenstellen) und Integrationen (z. B. Buchhaltung, Einkauf, E-Signatur).

Tipp für KMU: Starten Sie mit 1–2 klaren Regeln (z. B. „Rabatt > X%“ und „Bestellung > Y€“) und erweitern Sie erst dann. So bleibt der Prozess schlank und akzeptiert – und wird nicht zur Bürokratie.