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Grundschutz-Check

Schnellprüfung nach BSI: Ist-Zustand vs. empfohlene Maßnahmen.

Ein Grundschutz-Check ist eine strukturierte Schnellprüfung nach dem BSI IT-Grundschutz, bei der der Ist-Zustand Ihrer IT-Sicherheitsmaßnahmen mit empfohlenen Standardmaßnahmen verglichen wird. Ziel ist, in kurzer Zeit Sicherheitslücken, Prioritäten und nächste Schritte zu erkennen – als pragmatischer Einstieg in ein angemessenes Sicherheitsniveau, besonders für KMU.

Was ist ein Grundschutz-Check (BSI) – kurz erklärt?

Der Grundschutz-Check orientiert sich am BSI IT-Grundschutz und prüft, ob grundlegende organisatorische und technische Schutzmaßnahmen bereits umgesetzt sind. Er liefert eine Übersicht über Abweichungen („Gaps“) und hilft, Maßnahmen zu priorisieren – ohne sofort ein vollständiges Audit oder eine Zertifizierung durchzuführen.

Wie funktioniert ein Grundschutz-Check?

  • 1) Geltungsbereich festlegen: Welche Standorte, Systeme, Cloud-Dienste, Prozesse und Daten (z. B. Kundendaten) werden betrachtet?
  • 2) Schutzbedarf grob einschätzen: Welche Auswirkungen hätten Ausfälle, Datenverlust oder unbefugter Zugriff (Vertraulichkeit/Integrität/Verfügbarkeit)?
  • 3) Maßnahmenkatalog abgleichen: Checklistenartig wird geprüft, welche Basismaßnahmen vorhanden sind (z. B. Patch-Management, Backup, Rollen & Berechtigungen, Virenschutz, MFA, Protokollierung).
  • 4) Nachweise und Realität prüfen: Nicht nur „haben wir“, sondern: ist es dokumentiert, wird es gelebt, funktioniert es (z. B. Restore-Test der Backups)?
  • 5) Ergebnisbericht & Prioritäten: Ampel-/Reifegrad-Übersicht, Risikohinweise, Quick Wins und Maßnahmenplan (inkl. Verantwortlichen und Zeitplan).

Warum ist der Grundschutz-Check für KMU wichtig?

Für kleine Unternehmen ist IT-Sicherheit oft „nebenbei“ organisiert. Ein Grundschutz-Check schafft schnell Klarheit, welche Basics fehlen und wo das größte Risiko liegt. Typische Erkenntnisse sind z. B.: fehlende Wiederherstellungsübungen, zu weit gefasste Admin-Rechte, keine geregelte Benutzer-Deaktivierung beim Offboarding oder unklare Zuständigkeiten für Updates.

Auch rechtlich ist das relevant: Wer personenbezogene Daten verarbeitet, muss nach DSGVO angemessene technische und organisatorische Maßnahmen (TOM) umsetzen und nachweisen können. Ein Grundschutz-Check hilft, diese Angemessenheit strukturiert zu begründen und Lücken gezielt zu schließen (z. B. Verschlüsselung, Zugriffskontrolle, Backup/Notfallvorsorge, Protokollierung).

Praxisbeispiele (typische Prüffelder)

  • Backup & Wiederherstellung: 3-2-1-Backup, Offline-/Immutable-Backup, regelmäßige Restore-Tests.
  • Zugriffsmanagement: Rollenprinzip, MFA, klare Admin-Konten, sauberes On-/Offboarding.
  • Patch- & Schwachstellenmanagement: feste Update-Zyklen, kritische Patches priorisieren, Inventarliste der Systeme.
  • Awareness & Prozesse: Phishing-Schulungen, Meldewege für Sicherheitsvorfälle, einfache Richtlinien.
  • Dokumentation: TOM-Übersicht, Verantwortlichkeiten, Dienstleister-Übersicht (inkl. AV-Verträge, wo nötig).

Abgrenzung: Check vs. Audit/Zertifizierung

Ein Grundschutz-Check ist meist nicht so tiefgehend wie ein formales Audit oder eine ISO-27001-/BSI-Grundschutz-Zertifizierung. Er ist dafür schneller, günstiger und liefert eine belastbare Prioritätenliste. Für viele KMU ist er der sinnvollste erste Schritt – und kann später in ein vertieftes Sicherheitsprogramm überführt werden.