IAllgemein

IaaS (Infrastructure as a Service)

Virtuelle Server/Netzwerk/Speicher aus der Cloud statt eigener Hardware.

IaaS (Infrastructure as a Service) ist ein Cloud-Modell, bei dem Sie grundlegende IT-Infrastruktur wie virtuelle Server, Speicher und Netzwerke als Service mieten, statt eigene Hardware zu kaufen und zu betreiben. Sie zahlen typischerweise nach Nutzung und können Ressourcen flexibel hoch- oder runterskalieren – ähnlich wie Strom aus der Steckdose statt eigenem Generator.

Was bedeutet IaaS (Infrastructure as a Service)?

IaaS steht für „Infrastruktur als Dienstleistung“. Gemeint ist: Ein Cloud-Anbieter stellt Rechenleistung (VMs/CPU/GPU), Storage (z. B. Block- oder Objektspeicher) und Netzwerk (z. B. Firewalls, Load Balancer, VPN) in seinen Rechenzentren bereit. Ihr Unternehmen nutzt diese Bausteine über ein Web-Portal oder per API, ohne sich um den physischen Betrieb kümmern zu müssen.

Wie funktioniert IaaS in der Praxis?

  • 1) Ressourcen auswählen: Sie wählen z. B. eine virtuelle Maschine (Betriebssystem, Größe), Speicher und Netzwerk aus.
  • 2) Bereitstellen (Provisioning): Die Umgebung wird in Minuten erstellt, statt dass Server bestellt und installiert werden müssen.
  • 3) Betrieb & Updates: Der Anbieter betreibt die Hardware (Strom, Kühlung, Austausch defekter Komponenten). Sie betreiben darauf Ihre Systeme (z. B. Windows/Linux, Datenbank, Anwendungen) und sind meist für OS-Updates, Patches und Konfiguration verantwortlich.
  • 4) Skalieren: Bei mehr Bedarf erhöhen Sie CPU/RAM, fügen Instanzen hinzu oder erweitern Storage – oft automatisiert.
  • 5) Abrechnung: Kosten entstehen je nach Laufzeit, Größe, Speicher, Datentransfer und Zusatzdiensten.

Warum ist IaaS für KMU wichtig?

Für viele KMU ist IaaS ein schneller Weg zu professioneller IT, ohne hohe Anfangsinvestitionen. Statt CapEx (Kauf von Servern) verlagern Sie Kosten eher in OpEx (laufende Miete) und gewinnen Flexibilität. Typische Vorteile:

  • Schneller Start: Neue Projekte, Testumgebungen oder Standorte sind in Stunden statt Wochen online.
  • Skalierbarkeit: Saisonspitzen (z. B. E-Commerce, Kampagnen) lassen sich abfedern, ohne dauerhaft zu überdimensionieren.
  • Business Continuity: Backups, redundante Regionen und Disaster-Recovery-Konzepte sind einfacher umsetzbar als im eigenen Serverraum.
  • Fokus: Weniger Zeit für Hardware-Beschaffung und -Wartung, mehr Zeit für Prozesse und Kundennutzen.

Typische Anwendungsbeispiele

  • Hosting interner Systeme: ERP- oder Datenbankserver, Terminalserver, Dateiablagen.
  • Entwicklung & Test: Kurzlebige Umgebungen für Software-Tests, Staging, Proof-of-Concepts.
  • KI-Workloads: Rechenintensive Aufgaben (z. B. GPU-Instanzen für Training/Inference) lassen sich bei Bedarf zuschalten; hier kann auch GPU-as-a-Service (GPUaaS) relevant sein.

Was kostet IaaS?

Es gibt selten „den einen Preis“. Die Kosten hängen u. a. von Instanzgröße (CPU/RAM), Laufzeit (24/7 vs. nur Bürozeiten), Speicherart, Backup, Verfügbarkeit (Single-Zone vs. Multi-Zone) und Datentransfer ab. Für KMU ist oft entscheidend, ob Systeme dauerhaft laufen müssen und wie gut sich Ressourcen abschalten oder automatisiert skalieren lassen (Stichwort Kostenkontrolle).

Worauf sollten Geschäftsführer achten?

  • Sicherheit & Verantwortlichkeiten: In IaaS gilt meist „Shared Responsibility“: Anbieter schützt die Infrastruktur, Sie sind für Konfiguration, Zugriffe und Patches verantwortlich.
  • Datenschutz & Standort: Prüfen Sie Anforderungen an Datenresidenz und Verträge; relevant sind z. B. Data Residency (Datenresidenz) und Datenschutz (DSGVO/GDPR) & KI.
  • Anbieterbindung: Architekturentscheidungen können zu Vendor Lock-in (Anbieterbindung) führen; planen Sie Exit- und Migrationspfade.

Einordnung: IaaS ist „die Basis-Schicht“ der Cloud. Darauf bauen Plattformdienste (PaaS) und fertige Anwendungen (SaaS) auf. Wenn Sie maximale Kontrolle über Betriebssystem und Software benötigen, ist IaaS oft der passende Einstieg.