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Identity & Access Management (IAM)

Verwaltung von Nutzerkonten, Rollen und Zugriffsrechten über Tools hinweg.

Identity & Access Management (IAM) ist die zentrale Verwaltung von Nutzerkonten, Rollen und Zugriffsrechten über verschiedene Business-Tools (z. B. CRM, ERP oder CMS) hinweg. Ziel ist, dass jede Person im Unternehmen genau die Daten und Funktionen sieht, die sie für ihre Arbeit braucht – nicht mehr und nicht weniger. Das reduziert Sicherheitsrisiken, spart Zeit bei Onboarding/Offboarding und sorgt für klare Verantwortlichkeiten.

Was bedeutet Identity & Access Management (IAM)?

„Identity“ steht für die digitale Identität eines Nutzers (z. B. Mitarbeiterin, externer Dienstleister, Praktikant). „Access“ beschreibt, worauf diese Identität zugreifen darf (z. B. Kundendaten im CRM, Rechnungen im ERP, Inhalte im CMS). „Management“ bedeutet: Diese Regeln werden systematisch festgelegt, dokumentiert und laufend gepflegt – idealerweise an einer Stelle statt in jedem Tool einzeln.

Wie funktioniert IAM in der Praxis? (einfach erklärt)

  • Nutzer anlegen: Ein Konto wird erstellt (z. B. für „Vertrieb – Max“).
  • Rolle zuweisen: Statt Einzelrechte zu vergeben, nutzt man Rollen wie „Vertrieb“, „Buchhaltung“, „Marketing“ oder „Admin“.
  • Rechte automatisch ableiten: Die Rolle bestimmt, welche Bereiche in CRM/ERP/CMS sichtbar und bearbeitbar sind.
  • Login vereinheitlichen: Häufig wird ein zentraler Login genutzt (Single Sign-on), damit Mitarbeitende nicht 10 Passwörter brauchen.
  • Änderungen & Austritte absichern: Bei Teamwechsel werden Rechte angepasst; beim Offboarding wird der Zugriff sofort entzogen.

Wofür brauchen KMU ohne IT-Abteilung IAM?

Gerade in kleinen und mittleren Unternehmen passiert Rechtevergabe oft „nebenbei“: jemand bekommt schnell Admin-Rechte „damit es funktioniert“, alte Konten bleiben aktiv, oder Externe haben länger Zugriff als nötig. IAM schafft hier Ordnung und senkt das Risiko von Datenpannen – ohne dass man eine eigene IT-Abteilung braucht.

  • Schnelleres Onboarding: Neue Mitarbeitende sind in Minuten arbeitsfähig, weil Rollen vordefiniert sind.
  • Weniger Fehler: Klare Rollen verhindern, dass jemand aus Versehen Rechnungen löscht oder Kundendaten exportiert.
  • Bessere Sicherheit: „Least Privilege“ (minimale Rechte) und optional Multi-Faktor-Login schützen vor Kontoübernahmen.
  • Compliance & Nachvollziehbarkeit: Wer hatte wann Zugriff? Das hilft bei Audits und bei Datenschutzfragen (DSGVO).

Beispiele aus CRM, ERP und CMS

  • CRM: Vertrieb darf Leads und Deals sehen, aber nicht unbedingt Support-Tickets oder Export-Funktionen für alle Kontakte.
  • ERP/Buchhaltung: Buchhaltung sieht Rechnungen und Bankdaten, Vertrieb nur Angebotsstatus und Zahlungsstatus, nicht die Kontodetails.
  • CMS/Website: Marketing darf Inhalte bearbeiten, aber keine Plugins installieren oder Benutzerrechte verändern.
  • Externe Dienstleister: Eine Agentur bekommt zeitlich begrenzten Zugriff nur auf das CMS – nicht auf CRM/ERP.

Was kostet IAM?

Die Kosten hängen stark davon ab, ob IAM „eingebaut“ in eure Tools ist oder ob ihr eine zentrale Lösung nutzt. In vielen Cloud-Tools sind Rollen & Rechte bereits enthalten; erweiterte Funktionen wie Single Sign-on, Multi-Faktor oder zentrale Richtlinien gibt es oft in Business-/Enterprise-Plänen. Entscheidend sind: Anzahl Nutzer, benötigte Integrationen (CRM/ERP/CMS), Sicherheitsanforderungen und wie häufig Rollenwechsel vorkommen.

Merksatz: IAM ist wie ein digitaler Schlüsselbund mit klaren Regeln: Wer bekommt welchen Schlüssel – und wann wird er wieder eingesammelt?