Identity Provider (IdP)
Ein Identity Provider (IdP) ist ein zentraler Anmeldedienst, der die Identität von Mitarbeitenden prüft und ihnen danach Zugriff auf viele Anwendungen erlaubt (Single Sign-on, SSO). Statt sich in jedem Cloud- oder SaaS-Tool separat einzuloggen, melden sich Nutzer einmal beim IdP an – typische Beispiele sind Microsoft Entra ID (ehemals Azure AD), Okta oder Google Workspace.
Was bedeutet „Identity Provider (IdP)“?
Wörtlich bedeutet es „Identitätsanbieter“. Gemeint ist ein System, das Benutzerkonten verwaltet (z. B. E-Mail, Rollen, Abteilung) und bei der Anmeldung bestätigt: „Diese Person ist wirklich sie selbst.“ Der IdP ist damit die „Schaltzentrale“ für Identitäten und Zugriffsrechte in einer modernen IT-Landschaft.
Wie funktioniert ein Identity Provider (IdP)?
- 1) Nutzer öffnet eine App (z. B. CRM, Buchhaltung, Projekttool).
- 2) App leitet zur Anmeldung weiter (Redirect) – der IdP übernimmt die Authentifizierung.
- 3) IdP prüft die Identität (Passwort, idealerweise Multi-Faktor-Authentifizierung).
- 4) IdP sendet ein „Token“ an die App (z. B. via SAML oder OpenID Connect). Dieses Token bestätigt die Anmeldung und enthält oft Basisinfos wie Benutzername und Gruppen.
- 5) App gewährt Zugriff entsprechend der Regeln (z. B. „Vertrieb darf CRM, Buchhaltung darf Fibu“).
Für die Anwender fühlt es sich an wie „ein Login für alles“. Für das Unternehmen ist es ein kontrollierter, nachvollziehbarer Prozess.
Warum ist ein Identity Provider (IdP) für KMU wichtig?
- Weniger Risiko: Ein zentraler Ort für Sicherheitsregeln (MFA, Passwortregeln, Geräte- oder Standortbedingungen) reduziert Angriffsflächen.
- Schnelleres Onboarding/Offboarding: Neue Mitarbeitende bekommen zügig Zugriff; beim Austritt kann ein Konto zentral gesperrt werden – statt in 20 Tools einzeln.
- Bessere Übersicht: Wer hat worauf Zugriff? Ein IdP erleichtert Audits und interne Kontrollen.
- Produktivität: Weniger Passwort-Chaos, weniger Support-Tickets („Passwort vergessen“).
Typische Praxisbeispiele
- SSO für SaaS: Mitarbeitende melden sich mit dem Firmenkonto an und nutzen danach z. B. Microsoft 365, Slack, Jira oder ein CRM ohne Extra-Login.
- Rollen & Gruppen: „Marketing“ erhält automatisch Zugriff auf bestimmte Tools, „Finance“ auf andere.
- Grundlage für KI-Tools: Wenn Sie z. B. ChatGPT oder Generative KI (Generative AI) im Unternehmen einführen, hilft ein IdP, Zugriffe sauber zu steuern (wer darf was nutzen, wer darf Daten exportieren, etc.).
Was kostet ein Identity Provider (IdP)?
Die Kosten hängen stark von Nutzerzahl, Funktionsumfang (SSO, MFA, Conditional Access, Lifecycle-Management) und Lizenzmodell ab. Häufig gibt es Basisfunktionen in bestehenden Suites (z. B. Microsoft/Google) und zusätzliche Kosten für erweiterte Sicherheits- und Verwaltungsfunktionen. Rechnen Sie in der Praxis mit „pro Nutzer/Monat“-Preisen und Implementierungsaufwand (Einrichtung, App-Anbindungen, Richtlinien, Schulung).
Merksatz: Ein IdP ist der zentrale „Türsteher“ für Ihre Cloud- und SaaS-Welt – er macht Anmeldungen einfacher und Zugriffe deutlich sicherer.