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Interim IT-Manager (Interim CIO/CTO)

Temporäre IT-Führung für Übergang, Krisen oder Aufbau von Strukturen.

Ein Interim IT-Manager (Interim CIO/CTO) ist eine erfahrene IT-Führungskraft auf Zeit, die kurzfristig Verantwortung übernimmt, um eine IT-Organisation zu stabilisieren, zu transformieren oder aufzubauen. Typisch ist der Einsatz in Übergangsphasen (z. B. nach Kündigung), in Krisen (z. B. Sicherheitsvorfall, Projektstau) oder beim strukturierten Aufbau einer IT, wenn intern (noch) keine IT-Leitung vorhanden ist.

Was macht ein Interim CIO/CTO konkret?

Der Interim IT-Manager arbeitet operativ und strategisch zugleich: Er priorisiert Themen, stellt Entscheidungsfähigkeit her und sorgt dafür, dass IT wieder planbar liefert. In Unternehmen ohne eigene IT-Abteilung ist er oft die „verlängerte Geschäftsführung“ für IT-Fragen und übersetzt Business-Ziele in umsetzbare IT-Roadmaps.

  • IT-Strategie & Roadmap: Ziele, Architektur-Leitplanken, Make-or-Buy-Entscheidungen, Cloud-/Tool-Strategie.
  • Stabilisierung & Krisenmanagement: Incident-/Problem-Management, Dienstleister-Steuerung, Notfallmaßnahmen, Risikoreduktion.
  • Organisation & Prozesse: Rollen, Verantwortlichkeiten, Governance, Budget- und Portfolio-Steuerung.
  • Lieferfähigkeit herstellen: Projekt- und Produktpriorisierung, „Stop starting, start finishing“, saubere Übergaben.
  • Vendor-Management: Auswahl, Verhandlung, Steuerung von Systemhäusern, Freelancern oder Managed-Service-Anbietern.

Wie funktioniert der Einsatz (typischer Ablauf)?

  • 1) Schnell-Assessment (1–2 Wochen): Status quo, Risiken, laufende Verträge/Projekte, Engpässe, „Top 10“-Maßnahmenplan.
  • 2) 30/60/90-Tage-Plan: Prioritäten, Quick Wins, Verantwortlichkeiten, Kommunikationsrhythmus mit Geschäftsführung.
  • 3) Umsetzung & Steuerung: Projekte stabilisieren, Dienstleister führen, Standards einführen (z. B. Change-/Release-Prozess, Ticketing).
  • 4) Aufbau nachhaltiger Strukturen: KPI/SLA-Logik, Budgetplanung, IT-Sicherheits-Basics, Dokumentation.
  • 5) Übergabe: Übergang an eine feste IT-Leitung oder an ein dauerhaftes Betriebsmodell (z. B. Managed Services).

Wann ist ein Interim IT-Manager sinnvoll – besonders ohne eigene IT-Abteilung?

Ein Interim CIO/CTO ist ideal, wenn Entscheidungen schnell getroffen werden müssen, aber intern die Erfahrung oder Zeit fehlt. Beispiele: ERP-/CRM-Einführung, Cloud-Migration, Wachstum (neue Standorte), Post-Merger-Integration, massiver Projektverzug oder unklare Verantwortlichkeiten zwischen Fachbereichen und externen Dienstleistern.

Abgrenzung: Interim CIO/CTO vs. IT-Berater vs. Managed Services

  • Interim IT-Manager: übernimmt Linienverantwortung und entscheidet, priorisiert, steuert – wie eine echte IT-Leitung.
  • IT-Berater: liefert Empfehlungen/Konzepte; Umsetzung und Verantwortung bleiben oft beim Kunden.
  • Managed Services: übernimmt Betrieb/Support nach definiertem Leistungsumfang (SLA), ersetzt aber nicht automatisch strategische IT-Führung.

Was kostet ein Interim CIO/CTO?

Üblich sind Tagessätze (häufig im Bereich von grob 1.200–2.500+ EUR/Tag, je nach Seniorität, Branche, Risiko, Umfang und Reiseanteil). Alternativ gibt es Teilzeit-Modelle (z. B. 2–3 Tage/Woche) oder projektbasierte Pakete. Preistreiber sind vor allem Krisendruck, Regulatorik, Komplexität der Systemlandschaft und die Anzahl zu steuernder Dienstleister.

Worauf sollten Unternehmen bei der Auswahl achten?

  • Nachweisbare Führungserfahrung (nicht nur Fachwissen) und Referenzen in ähnlichen Situationen.
  • Unabhängigkeit von Tool-/Provider-Verkauf (keine versteckten Interessen).
  • Kommunikationsstärke zur Geschäftsführung und zu externen Partnern.
  • Governance & Sicherheit (z. B. Risiko- und Maßnahmenmanagement, Datenschutz-Basics).