IT-Compliance
IT-Compliance bedeutet, dass ein Unternehmen seine IT-Systeme, Prozesse und Dienstleister so betreibt, dass relevante Gesetze, Branchenvorgaben und Standards eingehalten werden – z. B. DSGVO, NIS2 oder ISO 27001. Ziel ist, Risiken (Bußgelder, Sicherheitsvorfälle, Haftung) zu reduzieren und auditfähig nachweisen zu können, dass Regeln tatsächlich umgesetzt werden.
Was umfasst IT-Compliance konkret?
IT-Compliance ist mehr als „ein paar Richtlinien“. Sie verbindet Recht, Informationssicherheit und IT-Betrieb. Typische Bausteine sind:
- Regelwerke & Policies: z. B. Passwort-/MFA-Vorgaben, Berechtigungsmanagement, Mobile-Device-Regeln, Backup- und Löschkonzepte.
- Technische Kontrollen: Patch-Management, Logging/Monitoring, Verschlüsselung, Netzwerksegmentierung, sichere Konfigurationen.
- Organisatorische Kontrollen: Rollen & Verantwortlichkeiten, Freigabeprozesse, Schulungen, Lieferantensteuerung, Dokumentation.
- Nachweise (Audit-Trail): Protokolle, Reports, Risikoanalysen, AV-Verträge, Tests und Abnahmen – damit man „zeigen kann“, was man tut.
Wie funktioniert IT-Compliance? (Praxisprozess in 5 Schritten)
- 1) Anforderungen klären: Welche Gesetze/Standards gelten (z. B. DSGVO, NIS2, vertragliche Kundenanforderungen, ISO 27001)?
- 2) Ist-Zustand erfassen: Systeme, Datenarten, Zugriffe, Cloud-Dienste, Dienstleister, kritische Prozesse.
- 3) Risiken bewerten & Maßnahmen planen: Was ist kritisch, was fehlt, was ist „good enough“? Priorisierung nach Impact und Aufwand.
- 4) Kontrollen umsetzen: Technische Hardening-Maßnahmen, Prozesse, Vorlagen, Schulungen, Vertrags- und Provider-Checks.
- 5) Nachweisen & laufend verbessern: Regelmäßige Reviews, interne Audits, Incident-Übungen, KPIs, Aktualisierung bei Änderungen (neue Tools, neue Gesetze).
Warum ist IT-Compliance besonders wichtig für Unternehmen ohne eigene IT-Abteilung?
Wenn IT an externe Partner ausgelagert ist (z. B. Managed Services), bleibt die Verantwortung häufig trotzdem beim Unternehmen. IT-Compliance hilft, Erwartungen sauber zu definieren: Welche Sicherheitsmaßnahmen sind Pflicht, welche Reports liefert der Dienstleister, welche Reaktionszeiten gelten und wie wird dokumentiert. Gerade bei Cloud- und KI-Tools ist zudem wichtig, Datenflüsse und Aufbewahrungsregeln zu kennen – z. B. bei Datenschutz (DSGVO/GDPR) & KI oder übergreifender AI Governance.
Beispiele aus dem Alltag
- DSGVO: Zugriff auf personenbezogene Daten nur nach Need-to-know, Löschfristen, AV-Verträge mit Cloud-Anbietern, Protokollierung von Zugriffen.
- ISO 27001-orientiert: Asset-Inventar, Risikoanalyse, Notfallkonzept, regelmäßige Rechte-Reviews, dokumentierte Prozesse für Changes.
- NIS2-nahe Anforderungen: stärkere Anforderungen an Security-Maßnahmen, Melde- und Reaktionsfähigkeit bei Incidents, Lieferketten-/Provider-Risiken.
Was kostet IT-Compliance?
Die Kosten hängen stark von Reifegrad, Branche, Tool-Landschaft und Audit-Anforderungen ab. Typische Kostentreiber sind Bestandsaufnahme/Gap-Analyse, Dokumentation, technische Härtung, Security-Tools (z. B. MFA, Endpoint-Schutz, Logging) und laufende Reviews. Für kleine Unternehmen beginnt pragmatische IT-Compliance oft mit einem schlanken Maßnahmenpaket und klaren Verantwortlichkeiten – und wächst mit Risiko und Kundenanforderungen.