IT-Leiter (Head of IT)
Ein IT-Leiter (Head of IT) ist die Person, die den IT-Betrieb eines Unternehmens operativ verantwortet – also dafür sorgt, dass Systeme, Anwendungen, Support und Dienstleister zuverlässig laufen. Er priorisiert IT-Aufgaben, führt interne Teams oder externe Provider und übersetzt Geschäftsanforderungen in umsetzbare IT-Services (z. B. stabile Arbeitsplätze, sichere Zugriffe, verlässliche Backups).
Was bedeutet „IT-Leiter“ konkret?
Der Begriff beschreibt weniger eine einzelne Technologie, sondern eine Führungsrolle: Der IT-Leiter steuert den täglichen IT-Betrieb (Operations) und ist zentrale Ansprechperson für „IT muss funktionieren“. In kleineren Unternehmen ist das oft die höchste IT-Rolle; in größeren Organisationen berichtet der Head of IT häufig an CIO/CTO und fokussiert auf Betrieb, Servicequalität und Lieferfähigkeit.
Typische Aufgaben & Verantwortungsbereiche
- IT-Betrieb sicherstellen: Verfügbarkeit von Netzwerk, Cloud-Diensten, E-Mail, Endgeräten, Business-Applikationen, Telefonie.
- Service- und Support-Organisation: Helpdesk-Prozesse, Ticketing, Eskalationen, On-/Offboarding, Standardisierung.
- Provider- & Vertragssteuerung: Auswahl, Steuerung und Kontrolle von IT-Dienstleistern (z. B. Managed Service Provider), inklusive SLA & SLO (Service Level Objectives).
- Priorisierung & Roadmap (operativ): Was wird zuerst gefixt, was wird verbessert, was wird verschoben – basierend auf Risiko, Business-Impact und Ressourcen.
- IT-Sicherheit & Compliance im Betrieb: Patch- und Vulnerability-Management, Berechtigungen, Backup/Restore-Tests, Notfallpläne; Einhaltung von Datenschutzanforderungen (z. B. Datenschutz (DSGVO/GDPR) & KI bei eingesetzten Tools).
- Budget- und Lizenzmanagement: Kostenkontrolle für Lizenzen, Geräte, Cloud-Subscriptions; Vermeidung von Schatten-IT.
Wie funktioniert die Rolle im Alltag? (Ablauf in 5 Schritten)
- 1) Anforderungen aufnehmen: Fachbereiche melden Bedarf (z. B. neuer Standort, neue Software, mehr Sicherheit).
- 2) Priorisieren: Einordnung nach Dringlichkeit, Risiko, Nutzen und Aufwand (z. B. „kritischer Ausfall“ vor „nice-to-have“).
- 3) Umsetzung steuern: Aufgaben an Team/Provider geben, Termine setzen, Abhängigkeiten klären.
- 4) Qualität messen: Verfügbarkeit, Ticketzeiten, Sicherheitsstatus, Kosten – idealerweise über definierte SLAs/SLOs.
- 5) Kontinuierlich verbessern: Standardisierung, Automatisierung (z. B. über Automatisierung (Automation)), Dokumentation und Schulungen.
Warum ist ein IT-Leiter für Unternehmen ohne eigene IT-Abteilung wichtig?
Gerade ohne interne IT fehlt oft eine Instanz, die Verantwortung bündelt: Wer entscheidet bei Störungen? Wer kontrolliert Dienstleister? Wer sorgt dafür, dass Sicherheit, Backups und Zugriffsrechte nicht „nebenbei“ laufen? Ein IT-Leiter schafft klare Zuständigkeiten, reduziert Ausfallzeiten und verhindert, dass operative IT-Probleme zu Geschäftsrisiken werden.
Beispiele aus der Praxis
- Provider-Chaos: Mehrere Dienstleister schieben sich Tickets zu. Der IT-Leiter definiert Zuständigkeiten, SLAs und Eskalationswege.
- Wachstum: 20 neue Mitarbeitende in 4 Wochen. Der IT-Leiter standardisiert Onboarding, Gerätebereitstellung und Rechtevergabe.
- Security-„Lücken“: Keine regelmäßigen Updates/Backups. Der IT-Leiter etabliert Patch-Zyklen, Backup-Tests und MFA-Rollout.
Abgrenzung zu CTO / CIO
Der IT-Leiter ist meist operativ ausgerichtet (Stabilität, Service, Betrieb). Ein CTO fokussiert stärker auf Technologie-Strategie, Produkt/Plattform und Innovation; ein CIO oft auf IT-Strategie, Governance und Business-Alignment. In kleineren Firmen kann der Head of IT mehrere Hüte tragen – sollte dann aber klar priorisieren, damit der Betrieb nicht leidet.
Was kostet ein IT-Leiter?
Die Kosten hängen stark von Unternehmensgröße, Regulierungsgrad und Komplexität ab. Typische Modelle sind Festanstellung (häufig im mittleren bis oberen fünfstelligen bis sechsstelligen Jahresbereich) oder externe/teilzeitige Leitung (z. B. als Interim- oder „fractional“ Rolle) – hier bestimmen Umfang (Tage/Monat), Provider-Landschaft und Verantwortungsumfang (inkl. Security/Compliance) den Preis.