IT-Projektportfolio (Project Portfolio Management, PPM)
Ein IT-Projektportfolio (Project Portfolio Management, PPM) ist die strukturierte Auswahl, Priorisierung und Steuerung aller IT-Projekte eines Unternehmens, damit Zeit, Budget und interne/externe Kapazitäten in die Vorhaben mit dem höchsten Geschäftsnutzen fließen. PPM beantwortet damit pragmatisch: Welche Projekte machen wir jetzt – und welche (noch) nicht?
Was bedeutet Project Portfolio Management (PPM)?
PPM bedeutet, IT-Projekte nicht einzeln „nach Bauchgefühl“ zu starten, sondern sie als Gesamtpaket (Portfolio) zu managen. Typisch sind gemeinsame Bewertungskriterien (z. B. Umsatz-/Effektpotenzial, Risiko, Abhängigkeiten, Compliance), ein transparenter Entscheidungsprozess und regelmäßige Portfolio-Reviews. Ziel ist, die IT-Arbeit konsequent an Strategie und Ressourcen auszurichten.
Wie funktioniert ein IT-Projektportfolio in der Praxis?
- 1) Projektideen sammeln & beschreiben: Jede Initiative erhält einen kurzen Steckbrief (Problem, Ziel, Scope, grobe Kosten, erwarteter Nutzen, Risiken).
- 2) Einheitlich bewerten: Scoring-Modelle vergleichen Vorhaben (z. B. „Must-have“ wegen Sicherheit/Regulatorik vs. „Nice-to-have“). Häufig werden Nutzen (ROI/Impact), Aufwand, Risiko und strategische Passung gewichtet.
- 3) Priorisieren & entscheiden: Projekte werden in eine Rangfolge gebracht und in Roadmaps oder Quartalspläne überführt. Wichtig: Auch „Stop/Delay“-Entscheidungen sind Teil von PPM.
- 4) Kapazitäten planen: Abgleich mit verfügbaren Rollen (intern, IT-Dienstleister, Managed Services). Engpässe (z. B. Security, Daten, Schnittstellen) werden sichtbar.
- 5) Steuern & nachjustieren: Regelmäßige Reviews prüfen Fortschritt, Kosten, Nutzenhypothesen und Abhängigkeiten; das Portfolio wird aktiv angepasst.
Warum ist PPM besonders wichtig für Unternehmen ohne eigene IT-Abteilung?
Ohne interne IT-Strukturen laufen Projekte oft parallel an, blockieren sich gegenseitig oder sprengen Budgets – vor allem, wenn mehrere Anbieter beteiligt sind. PPM schafft eine gemeinsame „Single Source of Truth“ für Geschäftsführung, Fachbereiche und Dienstleister: Was hat Priorität, wer liefert was, und wofür zahlen wir? Das reduziert Streuverluste, verhindert Schatten-IT und macht Entscheidungen nachvollziehbar.
Beispiele für typische Portfolio-Entscheidungen
- Quick Wins vs. Plattformarbeit: Erst E-Mail-/Workflow-Automatisierung in Vertrieb & Support, oder zuerst Datenbasis/Integration stabilisieren?
- Compliance-Projekte: Sicherheits- und Datenschutzmaßnahmen (z. B. DSGVO) werden als „nicht optional“ priorisiert, auch wenn der Nutzen indirekt ist.
- KI-Initiativen: Mehrere AI Use Case-Ideen werden nach Datenverfügbarkeit, Risiko und Wertbeitrag geordnet, statt alles gleichzeitig zu starten.
Was kostet Project Portfolio Management (PPM)?
Die Kosten hängen stark von Umfang und Reifegrad ab: Anzahl laufender Projekte, Reporting-Anforderungen, Tooling (z. B. Jira/Asana/MS Project/PPM-Suite) und ob ein externer IT-Partner die Portfolio-Funktion übernimmt. In kleinen Organisationen reicht oft ein schlankes Setup (Vorlagen, Scoring, monatliches Review) – in komplexeren Umgebungen lohnt sich ein formaler Prozess mit klaren Rollen, KPIs und Governance.
Merksatz
PPM sorgt dafür, dass Ihre IT nicht „mehr Projekte“ macht, sondern die richtigen Projekte zur richtigen Zeit – passend zu Budget, Kapazität und Unternehmenszielen.