IT-Roadmap
Eine IT-Roadmap ist ein strategischer Zeitplan (meist 12–36 Monate), der IT-Initiativen eines Unternehmens in eine sinnvolle Reihenfolge bringt und dabei Abhängigkeiten, Budget, Ressourcen, Risiken und Meilensteine sichtbar macht. Sie übersetzt die IT-Strategie in umsetzbare Projekte – von „Quick Wins“ bis zu langfristigen Plattform- oder Sicherheitsvorhaben – und dient als Steuerungsinstrument für Geschäftsführung und IT.
Was bedeutet „IT-Roadmap“ konkret?
Der Begriff beschreibt „Landkarte + Fahrplan“ zugleich: Wo steht die IT heute, wohin soll sie sich entwickeln und welche Schritte sind dafür nötig? Für kleine Unternehmen ist die Roadmap besonders wertvoll, weil sie begrenzte Budgets und Kapazitäten mit klaren Prioritäten verbindet und verhindert, dass parallel zu viele Baustellen entstehen.
Wie funktioniert eine IT-Roadmap?
- 1) Ausgangslage & Ziele klären: Welche Geschäftsziele sollen unterstützt werden (z. B. schnelleres Angebot, weniger manuelle Arbeit, bessere Datenqualität)? Welche Systeme und Prozesse sind kritisch?
- 2) Initiativen sammeln: Projektideen wie ERP/CRM-Optimierung, Cloud-Migration, Netzwerk-Modernisierung, Backup/Recovery, Identity & Access, Reporting, Automatisierung.
- 3) Priorisieren: Nutzen (ROI, Risikoreduktion), Aufwand, Dringlichkeit, Compliance (z. B. DSGVO), Abhängigkeiten. Häufig genutzt: „Impact vs. Effort“-Matrix.
- 4) Sequenzieren & Abhängigkeiten planen: Erst Grundlagen, dann darauf aufbauende Projekte (z. B. Stammdaten bereinigen, bevor BI oder KI sinnvoll ist).
- 5) Budget & Ressourcen zuweisen: Interne Rollen, externe Dienstleister, Lizenzen, Hardware/Cloud-Kosten, Schulungen; inkl. Puffer für Unvorhergesehenes.
- 6) Meilensteine & KPIs definieren: z. B. „Go-live“, „90% der Nutzer geschult“, „Durchlaufzeit -20%“, „Ticketvolumen -15%“.
- 7) Regelmäßig aktualisieren: Mindestens quartalsweise Review – Roadmaps sind „lebende“ Dokumente.
Warum ist eine IT-Roadmap wichtig (gerade für Geschäftsführer)?
- Transparenz: Sie macht Kosten, Zeit und Risiken verständlich – auch ohne tiefes Technikdetail.
- Prioritäten statt Aktionismus: Verhindert Tool-Wildwuchs und teure Parallelprojekte.
- Planbare Investitionen: Budgets werden über Jahre steuerbar (CapEx/OpEx), inklusive Lizenz- und Betriebskosten.
- Risikomanagement: Sicherheits- und Compliance-Themen werden nicht „vergessen“, sondern bewusst eingeplant.
- Bessere Zusammenarbeit: Fachbereiche sehen, wann welche Verbesserung kommt – und was sie dafür beitragen müssen (z. B. Prozessdefinition, Datenpflege).
Beispiel (typische Roadmap für ein kleines Unternehmen)
Ein pragmatisches 18-Monats-Beispiel könnte so aussehen: Zuerst E-Mail/Identitäten absichern (MFA, Rollen), danach Backup & Wiederherstellung testen, parallel Kernprozesse dokumentieren. Anschließend ERP/CRM-Daten bereinigen und Schnittstellen stabilisieren. Erst dann lohnen sich stärkere Automatisierungsvorhaben (z. B. mit Automatisierung (Automation) oder Tools wie n8n) und datengetriebene Use Cases wie Suche/Wissenszugriff oder Assistenzfunktionen (z. B. ChatGPT bzw. Generative KI (Generative AI)).
Was kostet eine IT-Roadmap?
Die Roadmap selbst ist meist deutlich günstiger als die Umsetzung: Für kleine Unternehmen entstehen Kosten vor allem durch Workshops, Analyse und Dokumentation. Je nach Tiefe (1–2 Workshops vs. vollständige System- und Prozessanalyse), Stakeholder-Anzahl und ob ein externer Partner moderiert, kann der Aufwand von wenigen Tagen bis zu mehreren Wochen reichen. Wichtig: Eine gute Roadmap berücksichtigt nicht nur Projektkosten, sondern auch laufende Betriebs- und Lizenzkosten (TCO) sowie Schulungsaufwand.
Merksatz: Eine IT-Roadmap schafft Klarheit darüber, was wann umgesetzt wird, warum es priorisiert ist und was es realistisch kostet – damit Digitalisierung planbar statt zufällig wird.