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IT-Strategie

Plan, wie IT Ziele, Prozesse und Wachstum des Unternehmens unterstützt.

Eine IT-Strategie ist der übergeordnete Plan, wie die IT (Systeme, Daten, Anwendungen und Kompetenzen) messbar dazu beiträgt, Unternehmensziele zu erreichen – z. B. effizienter zu arbeiten, besser zu verkaufen, Risiken zu senken oder Wachstum zu ermöglichen. Sie verbindet Geschäftsstrategie und Technologie und legt fest, welche Initiativen Priorität haben, wie investiert wird und welche Standards gelten.

Was umfasst eine IT-Strategie?

Für kleine Unternehmen ist eine IT-Strategie weniger ein „dicker Ordner“, sondern ein klarer Entscheidungsrahmen. Typische Bausteine sind:

  • Zielbild (3–24 Monate): Welche Fähigkeiten braucht das Unternehmen? Beispiele: papierarme Prozesse, verlässliche Reports, schnelleres Onboarding, höhere IT-Sicherheit.
  • Applikations- & Systemlandschaft: Welche Kernsysteme (z. B. ERP, CRM, DMS) sind „führend“? Welche Tools werden abgelöst, konsolidiert oder eingeführt?
  • Daten & Integration: Wo liegen die wichtigsten Daten (Kunden, Aufträge, Finanzen)? Wie werden Systeme verbunden, damit Daten nicht mehrfach gepflegt werden müssen (Stichwort Automatisierung (Automation))?
  • IT-Sicherheit & Compliance: Mindeststandards für Zugriff, Backups, Updates, Rollen/Rechte, sowie Datenschutz (z. B. Datenschutz (DSGVO/GDPR) & KI).
  • Sourcing & Betrieb: Was macht ihr intern, was extern (MSP/Agentur)? Cloud vs. On-Premise, SLAs, Verantwortlichkeiten.
  • Roadmap & Budget: Konkrete Projekte, Reihenfolge, Kostenrahmen, Quick Wins und Abhängigkeiten.

Wie funktioniert IT-Strategie in der Praxis? (Vorgehen in 5 Schritten)

  • 1) Geschäftsziele klären: z. B. „Umsatz +20%“, „Lieferzeiten -15%“, „weniger Reklamationen“.
  • 2) Ist-Analyse: Prozesse, Tool-Landschaft, Datenqualität, Sicherheitsniveau, Pain Points (z. B. Excel-Schattenprozesse).
  • 3) Zielarchitektur definieren: Welche Systeme sind künftig zentral? Welche Schnittstellen sind nötig? Welche Standards gelten?
  • 4) Priorisieren & business case: Maßnahmen nach Nutzen, Risiko, Aufwand; grobe ROI-/TCO-Sicht; Abhängigkeiten berücksichtigen.
  • 5) Umsetzen & steuern: Roadmap in Quartalsziele übersetzen, KPIs messen, regelmäßig nachjustieren (Technologie und Markt ändern sich).

Warum ist eine IT-Strategie wichtig – gerade für kleine Unternehmen?

Ohne IT-Strategie entstehen oft Tool-Wildwuchs, doppelte Datenpflege, Sicherheitslücken und „Bauchentscheidungen“ bei Softwarekäufen. Eine gute IT-Strategie sorgt dafür, dass Investitionen in Digitalisierung nicht nur „modern wirken“, sondern konkret Wirkung zeigen: schnellere Abläufe, weniger Fehler, bessere Kundenerfahrung und planbare Kosten.

Beispiele

  • Handwerksbetrieb: Ziel „weniger Papier & schnellere Abrechnung“ → mobiles Aufmaß, digitale Auftragsmappe, saubere Schnittstelle zur Buchhaltung, klare Geräte-/Backup-Standards.
  • Dienstleister (B2B): Ziel „mehr Leads & bessere Auslastung“ → CRM als führendes System, Website-Formulare direkt ins CRM, Angebotsprozess automatisieren, Reporting.
  • KI als Teil der IT-Strategie: z. B. ein AI Copilot (KI-Assistent) für Support oder Vertrieb, aber mit Regeln zu Daten, Rollen und Qualität (Stichwort AI Governance).

Was kostet eine IT-Strategie?

Die Kosten hängen stark von Unternehmensgröße, Komplexität und gewünschter Tiefe ab. Häufig sind es entweder interne Zeit (Workshops, Inventur, Priorisierung) oder externe Unterstützung für Struktur, Moderation und Roadmap. Entscheidend ist weniger der „Strategie-Preis“, sondern dass die Roadmap Fehlinvestitionen verhindert und Umsetzung beschleunigt.