IT-Systemhaus
Ein IT-Systemhaus ist ein externer IT-Dienstleister, der für Unternehmen den kompletten IT-Betrieb bündelt – typischerweise von Beratung und Beschaffung (Hardware/Software) über Einrichtung, Wartung und Support bis hin zu Cloud- und Sicherheitsleistungen. Für Firmen ohne eigene IT-Abteilung ist ein Systemhaus oft die „ausgelagerte IT“, die den Alltag stabil hält und IT-Projekte umsetzt.
Was bedeutet „IT-Systemhaus“?
Der Begriff beschreibt einen Anbieter, der nicht nur einzelne Produkte verkauft oder punktuell berät, sondern ein „System“ aus Komponenten und Services plant, integriert und dauerhaft betreibt. In der Praxis kombiniert ein IT-Systemhaus mehrere Rollen: IT-Beratung, Systemintegration, Helpdesk/Support und häufig Managed Services (laufender Betrieb gegen monatliche Pauschale).
Wie funktioniert ein IT-Systemhaus in der Zusammenarbeit?
- 1) Analyse & Zielbild: Aufnahme der aktuellen IT (Arbeitsplätze, Server, Netzwerk, Cloud, Security) und Definition von Standards (z. B. Microsoft 365, Backup-Strategie, Geräte-Management).
- 2) Beschaffung & Implementierung: Auswahl, Einkauf und Einrichtung von Hardware/Software, Benutzerkonten, E-Mail, WLAN, Firewall, Backup, Endpoint-Schutz.
- 3) Betrieb & Support: Helpdesk für Mitarbeitende, Monitoring, Patch-Management, Störungsbehebung, Benutzerverwaltung (On-/Offboarding).
- 4) Weiterentwicklung: Regelmäßige Reviews, Roadmap und Projektumsetzung (z. B. Cloud-Migration, Standortanbindung, Security-Härtung).
- 5) Service-Qualität: Messbar über SLA & SLO (Service Level Objectives), z. B. Reaktionszeiten, Verfügbarkeit, Wiederherstellungsziele.
Wofür brauchen Unternehmen ohne IT-Abteilung ein IT-Systemhaus?
Ein Systemhaus reduziert Risiko und Aufwand, weil Zuständigkeiten klar sind: statt vieler Einzelanbieter gibt es einen zentralen Ansprechpartner. Typische Situationen sind: Wachstum (mehr Mitarbeitende, mehr Geräte), häufige IT-Probleme im Alltag, Sicherheitsanforderungen (DSGVO, Ransomware), oder wenn Cloud- und Kollaborationstools eingeführt werden sollen. Auch beim Einstieg in KI-Themen (z. B. sichere Nutzung von ChatGPT oder Generative KI (Generative AI)) kann ein Systemhaus Richtlinien, Zugänge und technische Schutzmaßnahmen mit aufsetzen.
Welche Leistungen sind typisch (Beispiele)?
- Arbeitsplatz-IT: Laptop-Rollout, Gerätemanagement, Standardsoftware, Drucker, E-Mail & Kollaboration.
- Infrastruktur: Netzwerk, WLAN, Firewall, VPN, Server/Virtualisierung oder Cloud-Umgebungen.
- Security & Compliance: Backup/Restore, MFA, Endpoint-Schutz, Awareness, Dokumentation, Unterstützung bei AVV/DPA.
- Cloud-Services: Microsoft 365/Google Workspace, Identity, File-Services, Cloud-Backup.
- Managed Services: Proaktiver Betrieb inkl. Monitoring und Patchen (statt nur „Feuerwehr-Support“).
Was kostet ein IT-Systemhaus?
Die Kosten hängen stark vom Modell ab: Stundensatz (reaktiv) vs. Managed Services (Pauschale). Häufig liegen Managed-Workplace-Pakete grob ab ca. 50–150 € pro Nutzer/Monat (je nach Umfang, Security, Monitoring, Supportzeiten). Einmalige Projekte (z. B. Migration) kommen zusätzlich hinzu; entscheidend sind Nutzerzahl, Standorte, Komplexität und gewünschte Service-Level.
Worauf sollten Entscheider bei der Auswahl achten?
- Transparente Leistungsbeschreibung: Was ist enthalten (Supportkanäle, Zeiten, Patchen, Backup, Security) – und was nicht?
- Dokumentation & Übergabefähigkeit: Admin-Zugänge, Netzpläne, Passwort-/Secrets-Konzept, saubere Asset-Liste.
- Sicherheits- und Datenschutzkompetenz: Prozesse, Rollen, AVV/DPA, Logging, Zugriffsrechte.
- Skalierbarkeit & Standards: Standardisierte Pakete, Automatisierung, klare Roadmap.
- Vendor Lock-in vermeiden: Klären, wie Daten/Configs exportiert werden und wem Lizenzen/Accounts gehören (siehe Vendor Lock-in (Anbieterbindung)).
Merksatz: Ein IT-Systemhaus ist ideal, wenn Sie „IT zuverlässig betreiben lassen“ möchten – mit klaren Verantwortlichkeiten, planbaren Kosten und einer IT, die mit Ihrem Unternehmen mitwächst.