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KI-Datenfreigabe (Data Allowlist)

Liste erlaubter Datenkategorien für KI (z.B. öffentlich, intern, vertraulich).

KI-Datenfreigabe (Data Allowlist) ist eine festgelegte Liste von Datenkategorien, die Mitarbeitende in KI-Tools eingeben oder mit ihnen verarbeiten dürfen. Typische Stufen sind z. B. „öffentlich“, „intern“ und „vertraulich“. Ziel ist, Risiken wie Datenabfluss, DSGVO-Verstöße und ungewollte Preisgabe von Geschäftsgeheimnissen im Alltag einfach zu verhindern.

Was bedeutet „Data Allowlist“ im KI-Kontext?

„Allowlist“ heißt: Erlaubt ist nur, was ausdrücklich freigegeben wurde. Das ist der umgekehrte Ansatz zur „Blocklist“ (wo man versucht, alles Verbotene zu sammeln – was in der Praxis oft Lücken lässt). Für KMU ist eine Allowlist besonders hilfreich, weil sie klare Leitplanken für Tools wie ChatGPT oder andere Generative KI (Generative AI) schafft – ohne dass jeder Mitarbeitende Datenschutz-Experte sein muss.

Wie funktioniert KI-Datenfreigabe in der Praxis?

  • 1) Daten klassifizieren: Sie definieren wenige, verständliche Klassen (z. B. Öffentlich, Intern, Vertraulich, Personenbezogen/PII).
  • 2) Erlaubte Inhalte je KI-Tool festlegen: Für jedes Tool wird bestimmt, welche Klassen hinein dürfen (z. B. Marketing-Tool: „öffentlich“ + „intern“; externer Chatbot: nur „öffentlich“).
  • 3) Beispiele & No-Gos dokumentieren: Konkrete Beispiele machen die Regel nutzbar (z. B. „Produktbeschreibung ok“, „Kundenliste nicht ok“).
  • 4) Prozesse verankern: Kurze Checkliste vor Nutzung („Welche Datenklasse ist das?“) und ein Freigabeweg für Ausnahmen.
  • 5) Kontrolle & Nachschärfen: Stichproben, Feedback aus Teams und Anpassung, wenn neue Use Cases entstehen.

Warum ist eine KI-Allowlist für KMU wichtig?

KI-Tools sind schnell eingeführt – oft schneller als Regeln. Eine Allowlist reduziert das Risiko von unbeabsichtigtem Datenabfluss (z. B. interne Angebote, Kalkulationen, Vertragsdetails), unterstützt Compliance wie Datenschutz (DSGVO/GDPR) & KI und hilft gegen „Shadow AI“ (inoffizielle Tool-Nutzung), weil Mitarbeitende wissen, was erlaubt ist. Außerdem schafft sie Klarheit für wiederkehrende Aufgaben: Texte, Zusammenfassungen, E-Mail-Entwürfe oder Ideenfindung funktionieren meist auch ohne vertrauliche Details.

Typische Allowlist-Beispiele (alltagstauglich)

  • Erlaubt (häufig): Öffentliche Website-Texte, allgemeine Produktinfos, anonymisierte/aggregierte Zahlen, interne Prozessbeschreibungen ohne Kundendaten.
  • Nur mit Schutzmaßnahmen: Interne Dokumente, wenn vorher geschwärzt (z. B. Namen/IDs), oder wenn ein Unternehmens-Setup mit passenden Verträgen/Settings genutzt wird (z. B. DPA/AVV, Logging-Regeln).
  • Nicht erlaubt (typisch): Kundenlisten, personenbezogene Daten, Gesundheitsdaten, Passwörter/Secrets, nicht veröffentlichte Preise, vertrauliche Verträge und Angebote.

Was kostet KI-Datenfreigabe?

Als einfache Richtlinie ist eine Allowlist oft nahezu kostenlos: 1–2 Workshops, eine Seite Policy und Team-Briefing. Kosten entstehen vor allem, wenn Sie technische Kontrollen ergänzen (z. B. DLP, Redaction, Tool-Freigaben) oder wenn Sie das Thema in eine umfassendere AI Governance überführen. Für viele KMU ist der größte „Kostenblock“ nicht Geld, sondern konsequente Umsetzung im Alltag.

Praxis-Tipp: Keep it simple

Starten Sie mit 3–4 Datenklassen und einer klaren Tabelle: „Tool X: erlaubt Y“. Je verständlicher die Regeln, desto eher werden sie eingehalten – und desto schneller profitieren Sie sicher von KI.