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KI-Freigabe von Marketing-Claims (Compliance Check)

KI prüft Aussagen auf Risiko: Irreführung, Belege, rechtliche Stolpersteine.

KI-Freigabe von Marketing-Claims (Compliance Check) bedeutet, dass eine KI Marketing-Aussagen (z. B. auf Website, Ads, Verpackung oder im Vertrieb) vorab auf rechtliche und reputative Risiken prüft. Typische Prüfpunkte sind Irreführung, fehlende Nachweise/Belege, unzulässige Superlative sowie Stolpersteine bei Preis-, Umwelt- oder Gesundheitsversprechen. Ziel ist: schneller, konsistenter und dokumentierter „Claim-Check“, bevor etwas veröffentlicht wird.

Was wird bei Marketing-Claims typischerweise geprüft?

  • Irreführung & Übertreibung: „Nr. 1“, „marktführend“, „garantiert“, „100% sicher“ – oft nur mit sauberem Nachweis zulässig.
  • Belegpflicht (Substantiation): Gibt es Studien, Messungen, Zertifikate, Testberichte oder interne Daten, die die Aussage tragen?
  • Vergleichende Werbung: „besser als X“ – ist der Vergleich fair, aktuell, nachvollziehbar und belegbar?
  • Preis- & Rabattclaims: „statt/ab“-Preise, Streichpreise, „bis zu -50%“ – passt das zu den tatsächlichen Konditionen?
  • Green Claims: „klimaneutral“, „nachhaltig“, „plastikfrei“ – sind Definition, Systemgrenzen und Nachweise transparent?
  • Branchen-Spezifika: z. B. Health/Beauty, Nahrungsergänzung, Finanzen oder B2B-Software: hier gelten oft besonders strenge Anforderungen.

Wie funktioniert ein KI-Compliance-Check in der Praxis?

  • 1) Claim einspeisen: Text, Anzeige, Landingpage-Abschnitt oder Produktdaten werden in ein Tool (oft auf Basis eines Large Language Model (LLM) wie ChatGPT) gegeben.
  • 2) Kontext mitgeben: Produktkategorie, Zielmarkt (z. B. DE/EU), Zielgruppe, Kanal (Meta Ads, Website, Print) und relevante interne Regeln.
  • 3) Regeln & Wissen anbinden: Häufig werden interne Guidelines, freigegebene Formulierungen oder juristische Hinweise über RAG (Retrieval-Augmented Generation) eingebunden, damit die KI „nach Ihren Regeln“ prüft.
  • 4) Risiko-Output: Die KI markiert problematische Stellen, nennt Gründe (z. B. „zu absolut“, „fehlender Nachweis“) und schlägt alternative Formulierungen vor.
  • 5) Nachweis-Checkliste & Doku: Idealerweise erzeugt das Tool eine Liste benötigter Belege und eine kurze Prüfnotiz für die Ablage (Audit-Trail).

Warum ist das für KMU ohne IT-Abteilung besonders hilfreich?

In kleinen Teams entstehen Claims oft „nebenbei“: Website-Text, Sales-Folie, LinkedIn-Post. Eine KI-Freigabe wirkt wie ein schneller Vorfilter, damit nicht jede Kleinigkeit zur Rechtsberatung muss. Sie senkt das Risiko von Abmahnungen, Rückfragen durch Plattformen (Ad-Rejections) und Imageschäden – und sorgt für einheitliche Sprache über alle Kanäle.

Konkrete Beispiele (typische „rote Flaggen“)

  • „Klimaneutral geliefert“ → KI fragt: Durch welche Methode? Kompensation oder Vermeidung? Welche Nachweise/Label?
  • „Spart 30% Kosten“ → KI fragt: 30% wovon, bei welchem Kundenprofil, über welchen Zeitraum, mit welchen Annahmen?
  • „DSGVO-konform“ → KI prüft: Trifft das absolut zu? Gibt es AVV/DPA, TOMs, Datenflüsse, Auftragsverarbeiter?
  • „Beste Qualität“ → KI empfiehlt: konkretisieren (z. B. Material, Norm, Test) statt pauschalem Superlativ.

Wichtige Grenzen: KI ersetzt keine Rechtsprüfung

Eine KI kann Regeln übersehen, falsch gewichten oder „sicher klingende“ Begründungen liefern (siehe Halluzinationen (Hallucinations)). Nutzen Sie sie deshalb als Vorprüfung mit klaren Guardrails (KI-Leitplanken), und definieren Sie, wann ein Mensch freigibt (z. B. Legal/Compliance oder Geschäftsführung). Besonders bei stark regulierten Aussagen (Gesundheit, Finanzen, Kinder, Umwelt) sollte die finale Freigabe immer menschlich erfolgen.

Mini-Checkliste für die Einführung