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KI-gestützte Angebots- und Vertragsentwürfe

KI erstellt Entwürfe für Angebote/Verträge – mit Prüf- und Freigabeprozess.

KI-gestützte Angebots- und Vertragsentwürfe bedeutet, dass eine KI (meist ein Large Language Model (LLM)) auf Basis Ihrer Vorgaben und Vorlagen erste Entwürfe für Angebote, AGB, Leistungsbeschreibungen oder Verträge erstellt. Wichtig: Die KI ersetzt nicht die rechtliche Prüfung – sie beschleunigt das Erstellen, Standardisieren und Anpassen von Dokumenten, die anschließend in einem klaren Prüf- und Freigabeprozess (Human-in-the-Loop) finalisiert werden.

Was macht die KI dabei konkret?

In vielen KMU entsteht viel Aufwand, weil ähnliche Dokumente immer wieder neu geschrieben, angepasst und formatiert werden. Eine KI kann diese Routinearbeit übernehmen, indem sie Textbausteine intelligent kombiniert und an den jeweiligen Kundenfall anpasst – z. B. Branche, Leistungsumfang, Laufzeit, Zahlungsbedingungen oder Liefer- und Abnahmeprozesse.

Wie funktioniert das in der Praxis (typischer Ablauf)?

  • 1) Input sammeln: Sie geben Eckdaten ein (Kunde, Leistungsumfang, Preise, Laufzeit, Besonderheiten). Oft passiert das per Formular, CRM-Notiz oder E-Mail-Zusammenfassung.
  • 2) Vorlagen & Wissen bereitstellen: Die KI nutzt Ihre Standardvorlagen, Textbausteine, Richtlinien und ggf. eine Wissensbasis. Häufig wird dafür RAG (Retrieval-Augmented Generation) eingesetzt, damit die KI aus Ihren freigegebenen Dokumenten „nachschlägt“, statt frei zu erfinden.
  • 3) Entwurf generieren: Die KI erstellt Angebot/Vertrag inkl. Struktur (z. B. Leistungsbeschreibung, Termine, Zahlungsplan, Haftung, Datenschutz, Kündigung).
  • 4) Plausibilitäts-Checks: Automatische Prüfungen (z. B. Pflichtfelder gefüllt, Preise konsistent, Laufzeit korrekt, verwendete Klauseln passend). Je nach Tool helfen Structured Outputs (JSON Schema) oder feste Templates.
  • 5) Review & Freigabe: Fachabteilung/GL prüft inhaltlich, ggf. Jurist/Anwalt bei kritischen Fällen. Erst dann wird versendet bzw. zur Unterschrift freigegeben.

Typische Anwendungsbeispiele im KMU

  • Vertriebsangebote: Aus einem Gesprächsprotokoll wird in Minuten ein sauberes Angebot inkl. Leistungsumfang und Annahmefrist.
  • Rahmenverträge/Projektverträge: Standardklauseln werden je nach Projekttyp (Festpreis, Time & Material) passend zusammengestellt.
  • Änderungsvereinbarungen (Change Requests): KI formuliert sauber, was sich ändert (Scope, Budget, Zeitplan) und welche Auswirkungen das hat.
  • Datenschutz-Anhänge: Erstellung/Anpassung von AVV/DPA-Texten auf Basis Ihrer Standardtexte (mit sorgfältiger Prüfung).

Warum ist das wichtig – und wo sind die Grenzen?

Der größte Nutzen ist Tempo (schneller raus zum Kunden), Qualität (einheitliche Sprache/Struktur) und Risikoreduktion durch Standardisierung. Gleichzeitig besteht das Risiko von Halluzinationen (Hallucinations): Eine KI kann plausible, aber falsche Klauseln oder Zahlen erzeugen. Deshalb sind Leitplanken (z. B. Guardrails (KI-Leitplanken)) sowie ein verbindlicher Freigabeprozess entscheidend. Zusätzlich sollten Sie Datenschutz und Vertraulichkeit beachten, insbesondere bei Kundendaten (siehe Datenschutz (DSGVO/GDPR) & KI).

Was kostet das ungefähr?

Die Kosten hängen stark davon ab, ob Sie „nur“ ein KI-Tool für Entwürfe nutzen oder einen durchgängigen Workflow (z. B. mit Automatisierung (Automation) und Tools wie n8n). Typisch sind Tool-Kosten pro Nutzer (ab ca. 20–50 €/Monat) plus ggf. Einrichtung (Vorlagen, Freigaben, Wissensbasis) – oft als einmaliges Projekt ab einigen hundert bis wenigen tausend Euro, je nach Umfang und Compliance-Anforderungen.