KI-gestützte Dokumentenerfassung (Belege/Rechnungen)
KI-gestützte Dokumentenerfassung (für Belege und Rechnungen) bedeutet, dass Software mithilfe Künstlicher Intelligenz Dokumente automatisch ausliest, plausibilisiert und für die Buchhaltung vorbereitet – bis hin zum (teil-)automatischen Buchen. Statt Daten manuell abzutippen, erkennt die Lösung relevante Felder wie Lieferant, Datum, Beträge, Steuersätze und IBAN und übergibt sie an Ihr Buchhaltungs- oder ERP-System.
Was bedeutet KI-gestützte Dokumentenerfassung in der Praxis?
Im Alltag von KMU geht es meist um Eingangsrechnungen, Kassenbelege, Gutschriften und Reisekosten. KI hilft dabei, diese Dokumente aus E-Mail-Anhängen, PDF-Scans oder Handyfotos zuverlässig zu erfassen und in einen standardisierten Datensatz zu verwandeln. Der Unterschied zur klassischen OCR: KI „versteht“ den Kontext besser (z. B. welches Datum das Rechnungsdatum ist) und lernt aus Korrekturen.
Wie funktioniert KI-gestützte Dokumentenerfassung?
- 1) Eingang: Dokumente kommen per E-Mail, Upload, Scanner oder App-Foto rein.
- 2) Auslesen: KI kombiniert meist OCR (Optical Character Recognition) mit Muster- und Kontext-Erkennung (z. B. Kopf-/Fußzeilen, Tabellen, Positionsdaten).
- 3) Datenextraktion: Wichtige Felder werden strukturiert erfasst (Lieferant, Rechnungsnummer, Netto/Brutto, USt, Zahlungsziel, Kostenstelle).
- 4) Prüfung & Plausibilität: Regeln prüfen z. B. Summen, USt-Logik, Dubletten, Pflichtfelder oder Abweichungen zu Bestellungen.
- 5) Kontierungsvorschlag: Auf Basis historischer Buchungen schlägt das System Konten, Steuerschlüssel und Kostenstellen vor.
- 6) Freigabe (optional): Je nach Betrag/Regel wird an eine Person zur Kontrolle geschickt (Vier-Augen-Prinzip).
- 7) Export/Buchung: Übergabe an DATEV, Lexware, sevdesk, SAP Business One o. Ä. – oder direktes Buchen im System.
Warum ist das wichtig für KMU ohne IT-Abteilung?
Die größten Hebel sind Zeitersparnis, weniger Tippfehler und schnellere Monatsabschlüsse. Gerade wenn Belege aus vielen Quellen kommen (E-Mail, Papier, Außendienst), reduziert eine KI-Erfassung die „Zettelwirtschaft“ und schafft Transparenz: Was ist schon gebucht, was wartet auf Freigabe, was ist überfällig?
Typische Anwendungsbeispiele
- Rechnungseingang: Eingangsrechnungen werden automatisch erkannt, dem Lieferanten zugeordnet und mit Zahlungsziel in den Workflow gegeben.
- Reisekosten: Mitarbeitende fotografieren Belege; KI liest Betrag/USt aus und ordnet die Ausgabe einer Kategorie zu.
- Wiederkehrende Lieferanten: Kontierungsvorschläge werden mit der Zeit sehr treffsicher, weil das System aus Korrekturen lernt.
Worauf sollten Geschäftsführer achten?
- Qualität & Kontrolle: Planen Sie anfangs ein Human-in-the-Loop (HITL)-Prinzip ein, bis die Trefferquote stabil ist.
- Integration: Entscheidend ist die Anbindung an Buchhaltung/ERP und ein sauberer Export (z. B. DATEV-Format).
- Datenschutz: Klären Sie Datenschutz (DSGVO/GDPR) & KI (AVV/DPA, Speicherorte, Aufbewahrung).
- Grenzen: Schlechte Scans, handschriftliche Notizen oder exotische Layouts können Nacharbeit erfordern.
In vielen Fällen ist KI-gestützte Dokumentenerfassung ein schneller Einstieg in Automatisierung (Automation) – mit messbarem ROI, weil sie direkt an wiederkehrenden, administrativen Aufgaben ansetzt.