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KI-Transparenzhinweis (Kennzeichnung von KI-Inhalten)

Hinweis, wenn Inhalte/Kommunikation KI-unterstützt oder synthetisch sind.

Ein KI-Transparenzhinweis (Kennzeichnung von KI-Inhalten) ist ein klarer Hinweis, dass ein Text, Bild, Audio, Video oder eine Kommunikation ganz oder teilweise mit Künstlicher Intelligenz erstellt oder KI-unterstützt wurde. Ziel ist, Empfänger nicht zu täuschen, Vertrauen zu stärken und – je nach Kontext – rechtliche Transparenzpflichten zu erfüllen.

Was bedeutet „KI-unterstützt“ vs. „KI-generiert“?

In der Praxis gibt es Abstufungen. „KI-unterstützt“ heißt: Ein Mensch erstellt den Inhalt, nutzt KI z. B. für Formulierungen, Zusammenfassungen oder Ideen. „KI-generiert“ bedeutet: Der Inhalt stammt überwiegend aus Generative KI (Generative AI) (z. B. ein Marketingtext aus ChatGPT). Für Geschäftsführer ist wichtig: Je stärker die KI den Inhalt prägt und je höher das Risiko von Missverständnissen, desto sinnvoller (und teils notwendiger) ist eine deutliche Kennzeichnung.

Wie funktioniert ein KI-Transparenzhinweis in der Praxis?

  • 1) Festlegen, was gekennzeichnet werden muss: z. B. Social Posts, Newsletter, Website-Artikel, Chatbot-Antworten, Produktbilder, Recruiting-Kommunikation, Kundenservice.
  • 2) Formulierung wählen: kurz, verständlich, ohne Fachsprache (z. B. „Dieser Text wurde mit KI erstellt und redaktionell geprüft.“).
  • 3) Platzierung definieren: dort, wo Nutzer es wahrnehmen (z. B. am Ende eines Artikels, in der Bildunterschrift, im Impressum/FAQ eines Chatbots, im Mail-Footer).
  • 4) Verantwortlichkeit klären: Wer prüft Inhalte vor Veröffentlichung? (Stichwort: Freigabeprozess / Human Review).
  • 5) Dokumentieren: intern festhalten, wann und wofür KI eingesetzt wurde (hilft bei Nachfragen, Beschwerden oder Audits).

Warum ist die Kennzeichnung wichtig (gerade für KMU)?

Ein transparenter Umgang reduziert Reputationsrisiken („Ihr habt uns getäuscht“), schützt die Marke und verbessert die Erwartungshaltung: KI kann Fehler machen oder „erfinden“ (siehe Halluzinationen (Hallucinations)). Zudem steigt der regulatorische Druck: In Europa spielen Transparenzpflichten aus dem Umfeld von EU AI Act (/explore/was-ist/eu-ai-act) und insbesondere EU AI Act: Transparenzpflichten eine Rolle – vor allem, wenn Menschen mit synthetischen Inhalten oder KI-Systemen interagieren (z. B. Chatbots, Voicebots, Deepfakes).

Typische Beispiele für KI-Transparenzhinweise

  • Blog/Website: „Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung erstellt und von unserem Team geprüft.“
  • Kundenservice-Chatbot: „Sie chatten mit einem KI-Assistenten. Bei Bedarf übernehmen wir persönlich.“
  • Bild/Video: „Dieses Bild/Video wurde KI-generiert.“
  • Recruiting: „Antworten können KI-unterstützt sein; finale Entscheidungen trifft unser Team.“

Was kostet ein KI-Transparenzhinweis?

Der Hinweis selbst kostet meist nichts – die Kosten entstehen durch Prozess und Qualitätssicherung: Vorlagen erstellen, Freigaben definieren, Mitarbeitende schulen und ggf. Tools anpassen. Für KMU ist das oft mit wenigen Stunden Aufwand startbar; bei vielen Kanälen (Support, Marketing, HR) lohnt sich eine kurze interne Richtlinie (z. B. im Rahmen von AI Governance oder einer KI-Policy).

Praxis-Tipp: „So viel wie nötig, so klar wie möglich“

Kennzeichnen Sie so, dass Kunden es verstehen – ohne Angst zu machen. Ein guter Hinweis ist ehrlich (KI ja/nein), erklärt die Rolle des Menschen (geprüft/freigegeben) und bietet bei kritischen Themen einen Eskalationsweg („Bitte kontaktieren Sie uns für verbindliche Auskünfte“).