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Lakehouse

Kombiniert Data Lake + Warehouse-Funktionen (Governance, SQL, Performance).

Ein Lakehouse ist eine Datenplattform-Architektur, die die günstige, flexible Speicherung eines Data Lakes mit den Governance-, SQL- und Performance-Eigenschaften eines Data Warehouses kombiniert. Ziel ist, Rohdaten (z. B. Dateien, Logs, CRM-Exports) und analysierbare, qualitätsgesicherte Daten in einem System zu verwalten – ohne zwei getrennte Welten (Lake + Warehouse) dauerhaft parallel zu betreiben.

Was bedeutet „Lakehouse“?

Der Begriff setzt sich aus „Lake“ (Data Lake: speichert Daten in vielen Formaten, oft günstig und skalierbar) und „House“ im Sinne von „Warehouse“ (Data Warehouse: strukturierte, kuratierte Daten mit klaren Regeln, schnellen Abfragen und Zugriffskontrollen) zusammen. Ein Lakehouse versucht, beides in einer einheitlichen Plattform zu vereinen: ein Speicher, ein Governance- und Sicherheitsmodell und ein Analyse-Zugriff (meist über SQL).

Wie funktioniert ein Lakehouse?

Technisch basiert ein Lakehouse häufig auf Cloud-Objektspeicher (oder einem skalierbaren Storage) plus einem „Tabellenformat“ und einer Compute-Schicht. Entscheidend ist, dass der Data-Lake-Speicher plötzlich Warehouse-ähnliche Eigenschaften bekommt (Transaktionen, Schema, Performance). Typische Bausteine sind:

  • Zentraler Datenspeicher: Rohdaten und aufbereitete Daten liegen im selben Speicher, aber in unterschiedlichen „Zonen“ (z. B. Raw/Bronze, Clean/Silver, Business/Gold).
  • Tabellen & Transaktionen: Daten werden als tabellarische Strukturen verwaltet, inklusive Versionierung und zuverlässigen Updates (wichtig für Korrekturen und Nachvollziehbarkeit).
  • Governance & Sicherheit: Rollen, Berechtigungen, Datenklassifizierung und idealerweise Nachvollziehbarkeit (Lineage) – damit Zahlen im Reporting erklärbar bleiben.
  • SQL- und BI-Zugriff: Fachbereiche können mit vertrauten Tools (BI/Reporting) arbeiten, statt Spezialcode zu benötigen.
  • Performance-Optimierung: Indizes/Statistiken, Caching und optimierte Dateiformate sorgen dafür, dass Abfragen nicht „zäh“ werden wie in vielen klassischen Data-Lake-Setups.

Warum ist ein Lakehouse für KMU wichtig?

Viele KMU scheitern nicht an fehlenden Daten, sondern an zu viel Aufwand zwischen Datensammlung, Aufbereitung und Reporting. Ein Lakehouse kann helfen, die Datenlandschaft zu vereinfachen: weniger Kopien, weniger Schnittstellen, weniger „Welche Zahl ist richtig?“-Diskussionen. Dadurch können Geschäftsführer schneller zu belastbaren Kennzahlen kommen – z. B. Deckungsbeitrag je Produkt, Lieferperformance, Marketing-ROI oder Cashflow-Prognosen – ohne ein großes Data-Science-Team aufzubauen.

Praktisch bedeutet das: Sie können zunächst Rohdaten günstig sammeln (Shop, ERP, CRM, Webtracking), dann schrittweise die wichtigsten Datensätze „golden“ machen (z. B. Umsatz, Kunden, Artikelstamm) und diese stabil für Reports bereitstellen. Zusätzlich wird es einfacher, moderne KI-Anwendungen anzuschließen, etwa ein internes Q&A über Unternehmensdaten via RAG (Retrieval-Augmented Generation) – vorausgesetzt, Governance und Datenqualität stimmen.

Wofür nutzt man ein Lakehouse konkret? (Beispiele)

  • Einheitliches Reporting: Ein „Single Source of Truth“ für Umsatz, Marge, Retouren, Lagerumschlag.
  • Self-Service Analytics: Teams greifen per SQL/BI auf kuratierte Daten zu, ohne jedes Mal IT-Tickets zu schreiben.
  • Operative Analysen: Schnellere Auswertungen für Planung, Einkauf, Preissteuerung oder Vertriebspipelines.
  • KI-Use-Cases: Saubere Datenbasis für Such- und Assistenzfunktionen, z. B. ein interner Copilot, der Kennzahlen erklärt (mit passenden Leitplanken aus AI Governance).

Was kostet ein Lakehouse?

Die Kosten hängen stark von Datenvolumen, Abfragehäufigkeit, Echtzeit-Anforderungen und Tool-Stack ab. Typisch sind laufende Kosten für Storage (oft günstig) und Compute (skaliert mit Nutzung) sowie Einführungskosten für Datenmodelle, Governance und Anbindungen. Für KMU ist oft der größte Hebel, mit einem klaren KPI-Set zu starten und erst dann zu skalieren, wenn Reporting und Entscheidungsprozesse wirklich davon profitieren.

Worauf sollten Geschäftsführer achten?

  • Business-Ziele zuerst: Welche 10 Kennzahlen steuern Ihr Unternehmen wirklich?
  • Governance von Anfang an: Wer darf was sehen? Wie werden Definitionen (z. B. „Umsatz“) festgelegt?
  • Vermeiden Sie Datenkopien: Jede zusätzliche Kopie erhöht Fehler- und Abstimmungsaufwand.
  • Schrittweise Umsetzung: Erst „Gold“-Datensätze für Reporting, dann erweiterte Analysen und KI.