Managed Services (Managed Service Provider, MSP)
Managed Services sind ein IT-Dienstleistungsmodell, bei dem ein externer Managed Service Provider (MSP) definierte IT-Services für ein Unternehmen dauerhaft betreibt – inklusive proaktivem Monitoring, Wartung, Support und klaren Leistungszusagen. Statt „Feuerwehr-IT“ nach Bedarf erhalten Unternehmen einen planbaren Betrieb mit festen Verantwortlichkeiten und messbaren Service-Levels.
Was bedeutet Managed Service Provider (MSP)?
Ein MSP ist ein Dienstleister, der wiederkehrende IT-Aufgaben und den Betrieb bestimmter Systeme übernimmt. Typisch ist ein monatliches Pauschalmodell (oder nutzungsbasiert), bei dem der MSP nicht nur reagiert, wenn etwas ausfällt, sondern Störungen idealerweise verhindert (z. B. durch Updates, Patch-Management und Überwachung).
Wie funktioniert Managed Services in der Praxis?
- Scope definieren: Welche Services werden übernommen (z. B. Microsoft 365, Endgeräte, Netzwerk, Backup, Firewall, Server/Cloud, Benutzer-Support)?
- Onboarding & Dokumentation: Bestandsaufnahme, Zugänge, Inventar, Sicherheits- und Betriebsdokumentation, Übergabeprozesse.
- Monitoring & Automatisierung: Überwachung von Verfügbarkeit, Performance, Speicher, Backups, Security-Events; häufig ergänzt durch Automatisierung (Automation).
- Incident- & Service-Desk: Tickets, Priorisierung, Eskalation, definierte Reaktionszeiten.
- Wartung & Verbesserungen: Patchen, Lifecycle-Management, Kapazitätsplanung, regelmäßige Reports und Service-Reviews.
- SLA/SLO: Leistungen werden über SLA & SLO (Service Level Objectives) abgesichert (z. B. Reaktionszeit, Verfügbarkeit, Wiederherstellungsziele).
Wofür ist Managed Services besonders geeignet (ohne eigene IT-Abteilung)?
Für kleine und mittlere Unternehmen ohne interne IT ist ein MSP oft der schnellste Weg zu stabilem IT-Betrieb. Beispiele: Ein MSP betreut alle Mitarbeitenden (On-/Offboarding, Geräte, Passwörter), hält Systeme aktuell, stellt Backups sicher und ist erster Ansprechpartner bei Störungen. So wird IT planbar, und die Geschäftsführung muss nicht einzelne Freelancer oder Hersteller koordinieren.
Warum sind Managed Services wichtig?
- Planbarkeit: Fixe monatliche Kosten statt unvorhersehbarer Ad-hoc-Rechnungen.
- Risikoreduktion: Proaktives Patchen, Monitoring und Backup senken Ausfall- und Sicherheitsrisiken.
- Know-how-Zugang: Zugriff auf Spezialwissen (Security, Cloud, Netzwerk) ohne eigene Vollzeitstellen.
- Verantwortung & Transparenz: Klare Zuständigkeiten, Reporting, definierte Prozesse.
Was kostet Managed Services?
Die Kosten hängen stark vom Umfang ab: Anzahl Nutzer/Devices, Sicherheitsniveau, 24/7-Bereitschaft, Cloud-/Serverlandschaft und Compliance-Anforderungen (z. B. Datenschutz). Häufig werden Managed Services „pro User/Monat“ oder „pro Device/Monat“ kalkuliert; zusätzliche Projekte (z. B. Migrationen) werden separat angeboten. Wichtig ist, dass Leistungen und Grenzen (z. B. inklusive Stunden, Vor-Ort-Einsätze, Third-Party-Lizenzen) sauber im Vertrag stehen.
Worauf sollten Unternehmen bei der Auswahl eines MSP achten?
- Klare Leistungsbeschreibung: Was ist enthalten, was nicht (z. B. Security, Backup, Microsoft 365 Administration)?
- Messbare SLAs: Reaktions- und Lösungszeiten, Supportzeiten, Eskalationswege.
- Sicherheits- & Datenschutzkonzept: Zugriffskontrollen, Logging, AVV/DPA, Datenstandorte.
- Dokumentation & Übergabefähigkeit: Vermeidet Abhängigkeit und erleichtert Anbieterwechsel (Vendor Lock-in).
- Transparente Kommunikation: Regelmäßige Reviews, verständliche Reports, klare Ansprechpartner.