MAllgemein

MDM (Master Data Management / Stammdatenmanagement)

Sorgt für einheitliche Kunden-, Artikel- und Lieferantendaten.

MDM (Master Data Management), auf Deutsch Stammdatenmanagement, sorgt dafür, dass zentrale Unternehmensdaten wie Kunden-, Artikel- und Lieferantendaten in allen Systemen einheitlich, aktuell und korrekt sind. Statt widersprüchlicher Datensätze in CRM, ERP oder Shop gibt es eine „Single Source of Truth“, auf die alle Prozesse zugreifen.

Was bedeutet MDM (Stammdatenmanagement)?

„Stammdaten“ sind relativ stabile Kerndaten, die viele Abläufe steuern: z. B. Firmenname, Rechnungsadresse, Zahlungsbedingungen, Kundennummern, Artikelnummern, Preise, EAN, Lieferzeiten oder Lieferantenkonditionen. MDM ist die Methode (und oft auch ein Tool-Set), um diese Daten zu sammeln, zu prüfen, zu bereinigen und konsistent an andere Anwendungen zu verteilen.

Wie funktioniert MDM in der Praxis?

  • 1) Datenquellen verbinden: Daten kommen z. B. aus CRM, ERP, CMS, Shop, Excel-Listen oder E-Mail-Signaturen.
  • 2) Regeln festlegen: Welche Felder sind Pflicht? Wie sieht ein gültiges Format aus (PLZ, USt-IdNr., IBAN)? Wer darf was ändern?
  • 3) Dubletten erkennen & zusammenführen: „Müller GmbH“ und „Mueller GmbH“ werden als derselbe Kunde erkannt und konsolidiert.
  • 4) Freigabe-Workflow: Änderungen (z. B. neue Preisliste) gehen erst nach Prüfung live – wichtig für KMU ohne eigene IT-Abteilung.
  • 5) Synchronisieren & verteilen: Die „goldenen Datensätze“ werden automatisch in CRM/ERP/CMS/Shop aktualisiert.

Warum ist MDM wichtig (gerade für KMU)?

Ohne MDM entstehen schnell teure Folgeprobleme: falsche Rechnungsadressen, doppelte Kundenkonten, unklare Preise, fehlerhafte Lager- oder Artikeldaten im Shop, falsche Ansprechpartner im Vertrieb oder Lieferantenstammdaten, die zu Verzögerungen führen. MDM reduziert manuellen Pflegeaufwand, verhindert Fehler und macht Prozesse skalierbar – auch wenn niemand „Datenpflege“ als Vollzeitjob hat.

Wofür brauche ich MDM in CRM, ERP und CMS?

  • CRM: saubere Kundendaten für Vertrieb, Support und Marketing (weniger Dubletten, bessere Segmentierung).
  • ERP: korrekte Artikel- und Lieferantendaten für Einkauf, Lager, Produktion und Buchhaltung (weniger Rückfragen, weniger Gutschriften).
  • CMS/Shop: konsistente Produkttexte, Attribute und Preise (weniger Retouren, bessere Kundenerfahrung).

Beispiel: Ändert sich die Lieferadresse eines B2B-Kunden, sollte sie nicht nur im CRM, sondern auch im ERP und im Abrechnungssystem identisch sein. MDM stellt sicher, dass diese Änderung nicht dreimal manuell gepflegt werden muss – und nirgends „vergessen“ wird.

Was kostet MDM?

Die Kosten hängen stark vom Umfang ab: Anzahl der Datenobjekte (Kunde/Artikel/Lieferant), Systeme, Datenqualität und gewünschte Automatisierung. Für KMU gibt es oft „lightweight“ Ansätze (z. B. MDM-Funktionen im ERP/CRM, klare Datenregeln + einfache Automatisierung über Automatisierung (Automation) oder Tools wie n8n). Größere Setups mit dedizierter MDM-Software, Datenmodellierung und Workflows sind entsprechend teurer, lohnen sich aber, wenn viele Systeme und Teams beteiligt sind.

Merksatz: MDM ist weniger „IT-Projekt“ als ein Qualitäts- und Prozess-Thema: Wer entscheidet, was ein „gültiger“ Kunde oder Artikel ist, und wie kommen diese Daten zuverlässig in alle Tools?