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Patch Management

Geplantes Einspielen von Updates zur Schließung von Sicherheitslücken.

Patch Management ist der geplante Prozess, Sicherheits- und Funktionsupdates („Patches“) für Betriebssysteme, Anwendungen und Geräte zeitnah zu prüfen, zu priorisieren, zu testen und auszurollen, um bekannte Schwachstellen zu schließen. Für KMU ist es ein zentraler Baustein der IT-Sicherheit, weil viele Angriffe automatisiert nach ungepatchten Systemen suchen.

Was bedeutet „Patch“ im Patch Management?

Ein Patch ist eine vom Hersteller bereitgestellte Änderung an Software oder Firmware. Er kann Sicherheitslücken (Security Patches), Fehler (Bugfixes) oder Funktionen (Feature Updates) betreffen. Patch Management sorgt dafür, dass diese Änderungen kontrolliert und nachvollziehbar in Ihrer IT-Landschaft ankommen – statt zufällig oder gar nicht.

Wie funktioniert Patch Management in der Praxis?

  • 1) Inventarisieren: Welche Systeme gibt es (Windows/macOS/Linux, Server, Laptops, Smartphones, Router/Firewall, Fachsoftware, Browser, Office, Plugins)? Ohne Übersicht kein verlässliches Patchen.
  • 2) Bewerten & priorisieren: Sicherheitsupdates mit hohem Risiko (z. B. „kritisch“, aktiv ausgenutzt) zuerst. Internet-exponierte Systeme und Geräte mit personenbezogenen Daten sind besonders dringlich.
  • 3) Testen: Updates zunächst auf Testgeräten oder einer kleinen Pilotgruppe ausrollen, um Ausfälle in Buchhaltung, Warenwirtschaft oder Produktion zu vermeiden.
  • 4) Rollout planen: Wartungsfenster definieren, automatische Updates sinnvoll konfigurieren, Neustarts steuern und Remote-Mitarbeitende einbeziehen.
  • 5) Verifizieren & dokumentieren: Prüfen, ob Patches wirklich installiert sind (Compliance-Reports), und Ausnahmen begründen (z. B. Hersteller-Workaround, Ersatzmaßnahmen).

Warum ist Patch Management für KMU wichtig?

Ungepatchte Systeme sind einer der häufigsten Einstiegswege für Ransomware und Datendiebstahl. Schon ein veralteter VPN-Client, ein nicht aktualisierter Browser oder ein ungepatchter Server kann reichen, um Schadsoftware ins Unternehmen zu bringen. Patch Management reduziert dieses Risiko deutlich und verbessert nebenbei Stabilität und Supportfähigkeit der IT.

Patch Management, DSGVO und rechtliche Pflichten

Die DSGVO verlangt keine „Patch-Pflicht“ mit festen Fristen, aber sie verpflichtet zu angemessenen technischen und organisatorischen Maßnahmen (Art. 32 DSGVO). Regelmäßige Updates und ein nachvollziehbarer Patch-Prozess gelten in der Praxis als grundlegende Maßnahme, um Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit personenbezogener Daten zu schützen. Kommt es wegen fehlender Updates zu einem Sicherheitsvorfall, kann das zu Meldepflichten (Art. 33/34 DSGVO) und Haftungsrisiken führen. Auch Cyber-Versicherungen und Kunden-Audits fragen häufig nach dokumentierten Patch-Prozessen.

Typische Stolperfallen (und wie man sie löst)

  • „Wir patchen nur Windows“: Kritisch sind oft Drittanbieter-Tools (Browser, PDF-Reader, Java, Fernwartung, VPN). Diese müssen in den Prozess.
  • Legacy-Software ohne Updates: Dann sind Ersatzmaßnahmen nötig (Netzwerksegmentierung, strikte Rechte, Abschottung, Monitoring) und mittelfristig Ablösung planen.
  • Keine Zuständigkeit: Benennen Sie einen Verantwortlichen, definieren Sie SLAs/Fristen (z. B. kritisch: 72 Stunden, hoch: 14 Tage) und ein Freigabe-/Notfallverfahren.

Beispiel: Ein KMU nutzt Microsoft 365, Windows-Laptops, einen Fileserver und eine Branchenanwendung. Mit Patch Management werden Sicherheitsupdates für Windows/Office automatisch verteilt, Drittanbieter-Updates zentral mit ausgerollt, Server-Patches in einem Wartungsfenster installiert und der Status monatlich als Report dokumentiert. So lässt sich gegenüber Geschäftsführung, Kunden und Datenschutz nachweisen, dass Sicherheitslücken systematisch geschlossen werden.