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Reserved Instances / Savings Plans

Rabattmodelle durch Laufzeitbindung für Cloud-Ressourcen.

Reserved Instances (RIs) und Savings Plans sind Rabattmodelle von Cloud-Anbietern, bei denen Sie sich für eine feste Laufzeit (meist 1 oder 3 Jahre) zu einer bestimmten Nutzung verpflichten und dafür deutlich weniger pro Stunde zahlen. Statt „Pay-as-you-go“ zum Listenpreis zu bezahlen, sichern Sie sich planbare Kosten und Rabatte – besonders für dauerhaft laufende Server, Datenbanken oder Container-Workloads.

Was bedeutet Reserved Instances / Savings Plans?

Beide Begriffe stehen für „Rabatt gegen Bindung“. Der Anbieter belohnt die bessere Planbarkeit seiner Auslastung, indem er Ihnen einen Preisnachlass gibt. Für KMU ist das vor allem ein Finanzthema: Wenn bestimmte Cloud-Ressourcen ohnehin ständig benötigt werden (z. B. ERP-System, Webshop, Datenbank), lässt sich mit diesen Modellen oft ein großer Teil der Cloud-Rechnung reduzieren.

Wie funktioniert das in der Praxis?

  • 1) Basis-Nutzung identifizieren: Welche Systeme laufen 24/7 oder sehr regelmäßig? (z. B. Produktions-VMs, Datenbanken, Kubernetes-Nodes).
  • 2) Commitment wählen: Typisch sind 1 oder 3 Jahre. Je länger, desto höher der Rabatt, aber desto geringer die Flexibilität.
  • 3) Abrechnungsmodell festlegen: Je nach Anbieter können Sie „alles upfront“, „teilweise upfront“ oder „monatlich“ zahlen – das beeinflusst Cashflow und Bilanz.
  • 4) Laufend überwachen: Wenn sich Ihre IT-Landschaft ändert, kann ein zu großes Commitment zu „ungenutzten Rabatten“ führen.

Reserved Instances vs. Savings Plans – der wichtigste Unterschied

Reserved Instances sind oft stärker an eine konkrete Ressource gebunden (z. B. Instanzfamilie, Region, Betriebssystem). Das kann sehr günstige Preise liefern, ist aber weniger flexibel, wenn Sie später umziehen oder die Servergröße ändern.

Savings Plans (z. B. in AWS) sind meist flexibler: Sie verpflichten sich zu einem bestimmten stündlichen Ausgabenbetrag (z. B. 5 € pro Stunde Compute), und der Rabatt wird automatisch auf passende Nutzung angewendet. Das ist für viele KMU einfacher zu managen, weil Sie nicht jede einzelne Instanz „reservieren“ müssen.

Warum ist das wichtig für KMU-Geschäftsführer?

  • Kosten senken ohne Projekt-Risiko: Sie sparen, ohne Anwendungen umzubauen – vorausgesetzt, die Grundlast ist stabil.
  • Bessere Planbarkeit: Fixere, kalkulierbarere IT-Kosten helfen bei Budgetierung und Preiskalkulation.
  • FinOps-Reifegrad steigt: RIs/Savings Plans sind ein zentraler Hebel im Cloud-Kostenmanagement (Stichwort: „FinOps“), auch wenn das Team klein ist.

Beispiel (vereinfacht)

Ihr Webshop und die Datenbank laufen ganzjährig. Wenn Sie diese Grundlast über Reserved Instances oder Savings Plans abdecken, zahlen Sie für diesen Teil der Infrastruktur deutlich weniger. Für Spitzen (z. B. Black Friday) nutzen Sie weiterhin flexible On-Demand-Ressourcen. So kombinieren Sie Rabatt für das „Dauerrauschen“ mit Flexibilität für Lastspitzen.

Typische Stolperfallen

  • Zu viel reserviert: Wenn Systeme abgeschaltet oder migriert werden, bleibt das Commitment trotzdem bestehen.
  • Falsche Annahmen: Wachstum/Schrumpfung, neue Regionen oder Architekturwechsel können die Planung kippen.
  • Lock-in-Effekt: Langfristige Commitments können Entscheidungen gegen einen Providerwechsel begünstigen (siehe Vendor Lock-in).

Unterm Strich: Reserved Instances und Savings Plans lohnen sich besonders, wenn Ihre Cloud-Nutzung eine stabile „Grundlast“ hat und Sie Kosten planbar senken möchten – ohne direkt technische Großprojekte anzustoßen.