Service Catalog (Servicekatalog)
Ein Service Catalog (Servicekatalog) ist eine zentrale, verständliche Liste aller standardisierten IT-Services, die ein Unternehmen intern oder über einen Dienstleister beziehen kann – inklusive Leistungsumfang, Preisen/Kostenmodellen, Zuständigkeiten und Service Levels (z. B. Reaktionszeiten). Er macht IT-Leistungen „bestellbar“ und vergleichbar und ist besonders hilfreich für Unternehmen ohne eigene IT-Abteilung, weil er Erwartungen, Kosten und Qualität transparent festlegt.
Was steht in einem Servicekatalog?
Ein guter Servicekatalog beschreibt Services so, dass Fachbereiche sie ohne Technik-Übersetzung verstehen und beauftragen können. Typische Inhalte sind:
- Service-Beschreibung: Was wird geliefert (z. B. „Managed Workplace“, „E-Mail & Kalender“, „Backup“)?
- Leistungsumfang: Was ist enthalten, was nicht (z. B. „Geräteverwaltung inkl. Patchen“, aber „Hardwarekauf separat“)?
- Service Levels: Verfügbarkeit, Reaktions- und Lösungszeiten, Supportzeiten (Verweis auf SLA & SLO (Service Level Objectives)).
- Preismodell: Pauschale pro Nutzer/Monat, pro Gerät, nach Tickets, nach Verbrauch; ggf. Einrichtungsgebühr.
- Bestell- & Änderungsprozess: Wie wird der Service beauftragt, erweitert oder gekündigt?
- Rollen & Verantwortlichkeiten: Wer ist Ansprechpartner, wer genehmigt, wer betreibt?
- Voraussetzungen & Abhängigkeiten: z. B. benötigte Lizenzen, Internetanbindung, Zugriffsrechte.
Wie funktioniert ein Service Catalog in der Praxis?
In der Praxis ist der Servicekatalog oft mit einem Ticket- oder Self-Service-Portal verbunden. Der Ablauf ist meist:
- 1) Auswahl: Fachbereich wählt einen standardisierten Service (z. B. „Neuer Mitarbeiter – IT-Onboarding“).
- 2) Konfiguration: Optionen werden festgelegt (z. B. Laptop-Typ, benötigte Software, Zugriffsrollen).
- 3) Freigabe: Genehmigung durch Budgetverantwortliche (optional).
- 4) Lieferung: IT/Dienstleister erbringt den Service nach definiertem Standard.
- 5) Messung: Einhaltung der SLAs, Reporting und kontinuierliche Verbesserung.
Warum ist ein Servicekatalog wichtig (besonders ohne eigene IT-Abteilung)?
Ohne interne IT sind Erwartungen an „die IT“ oft unklar: Was ist enthalten? Wie schnell wird geholfen? Was kostet es wirklich? Ein Servicekatalog reduziert dieses Risiko. Er schafft:
- Kostentransparenz: planbare Budgets statt Überraschungen durch Einzelabrechnungen.
- Vergleichbarkeit von Angeboten: Sie können Managed-Service-Provider anhand definierter Services vergleichen (statt nur Stundensätze zu bewerten).
- Klare Qualität: Verbindliche Reaktionszeiten und Supportfenster statt „Best Effort“.
- Schnellere Entscheidungen: Standardleistungen sind vorab definiert, weniger Abstimmungsschleifen.
Beispiele für typische Services im Katalog
- Managed Workplace: Benutzerverwaltung, Gerätemanagement, Updates, Virenschutz, Helpdesk.
- Identity & Access: Passwort-Reset, MFA-Rollout, Rollen- und Rechteverwaltung.
- Backup & Recovery: Sicherungsintervalle, Aufbewahrung, Wiederherstellungszeiten.
- On-/Offboarding: Neue Accounts, Gerätebereitstellung, Entzug von Zugriffen bei Austritt.
Was kostet ein Service Catalog?
Der „Katalog“ als Dokument kostet oft nichts extra – die Kosten stecken in der Standardisierung und im Betrieb der Services. Bei externen IT-Dienstleistern sind Servicekataloge häufig Teil eines Managed-Services-Vertrags; entscheidend sind Anzahl der Nutzer/Devices, Supportzeiten, Sicherheitsniveau und die vereinbarten SLAs. Für Unternehmen lohnt es sich, nach klaren „pro Nutzer/Monat“-Paketen und transparenten Zusatzleistungen (z. B. Projektarbeit, Vor-Ort-Einsätze) zu fragen.
Entscheidungstipp: Wenn ein Anbieter keinen klaren Servicekatalog liefern kann, ist das oft ein Warnsignal: Leistungen sind dann schwer vergleichbar, SLAs unklar und Kosten eskalieren leichter über Einzelabrechnungen.