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Straight-Through Processing (STP)

Vollautomatische Verarbeitung ohne manuelle Eingriffe.

Straight-Through Processing (STP) ist die vollautomatische Ende-zu-Ende-Verarbeitung eines Vorgangs – von der Datenerfassung bis zur Buchung oder Ausführung – ohne manuelle Eingriffe. Ziel ist, Durchlaufzeiten zu verkürzen, Fehler zu reduzieren und Prozesse skalierbar zu machen, wenn das Unternehmen wächst und „Excel + E-Mail“ nicht mehr ausreicht.

Was bedeutet Straight-Through Processing (STP)?

Der Begriff bedeutet wörtlich „Durchlaufverarbeitung“: Informationen fließen „straight through“ durch Systeme und Regeln, ohne dass Mitarbeitende Daten abtippen, prüfen oder zwischen Tools kopieren müssen. STP ist damit ein Reifegrad der Automatisierung (Automation) – nicht nur einzelne Schritte werden automatisiert, sondern der komplette Prozess inklusive Validierung, Entscheidungen und Übergaben.

Wie funktioniert Straight-Through Processing (STP)?

STP funktioniert, indem Daten standardisiert erfasst, automatisch geprüft und über Schnittstellen an die nächsten Systeme weitergegeben werden. Typischerweise umfasst das:

  • Digitale Datenerfassung (z. B. Webformular, API, EDI; bei Dokumenten ggf. OCR (Optical Character Recognition) oder Document AI (Intelligent Document Processing, IDP))
  • Validierung & Regeln (Pflichtfelder, Plausibilitätschecks, Dublettenprüfung, Freigabegrenzen)
  • Automatische Entscheidung (z. B. „wenn Betrag < 1.000 € und Lieferant bekannt → automatisch freigeben“)
  • System-Integration (ERP/CRM/Buchhaltung über APIs/Webhooks; z. B. via Webhooks oder Workflow-Tools wie n8n)
  • Logging & Nachvollziehbarkeit (Audit-Trail, Status, Fehlercodes, Wiederholversuche)
  • Ausnahmebehandlung: Nur Sonderfälle gehen an Menschen (oft als „Human-in-the-Loop“ bzw. Human-in-the-Loop (HITL)).

Beispiele für STP in KMU

  • Rechnungsverarbeitung: Rechnung kommt per E-Mail, Daten werden extrahiert, gegen Bestellung/Wareneingang gematcht, automatisch verbucht – nur Abweichungen landen im Prüf-Workflow.
  • Lead-to-CRM: Website-Lead wird validiert, angereichert, im CRM angelegt, einem Sales-Owner zugewiesen und erhält automatisch eine personalisierte Bestätigung.
  • Auftragsabwicklung: Online-Bestellung → Lager/Versand → Rechnung → Zahlungsabgleich – ohne manuelles Kopieren zwischen Shop, ERP und Buchhaltung.

Warum ist STP wichtig?

STP macht Prozesse schneller, günstiger und verlässlicher. Weniger manuelle Arbeit bedeutet weniger Tippfehler, weniger Medienbrüche und bessere Kundenerlebnisse (z. B. schnellere Auftragsbestätigung). Für wachsende KMU ist STP außerdem ein Skalierungshebel: Mehr Volumen lässt sich bewältigen, ohne proportional mehr Personal für Routineaufgaben aufzubauen.

Woran STP in der Praxis oft scheitert

  • Uneinheitliche Daten (fehlende Standards, unterschiedliche Formate, „Freitext statt Felder“)
  • System-Silos ohne saubere Schnittstellen oder unklare Datenverantwortung
  • Zu viele Ausnahmen (Regeln fehlen, Grenzfälle sind nicht definiert)
  • Fehlende Governance (Berechtigungen, Audit, Compliance; bei KI-gestützten Schritten ggf. AI Governance und Datenschutz (DSGVO/GDPR) & KI berücksichtigen)

Was kostet Straight-Through Processing (STP)?

Die Kosten hängen stark von Prozesskomplexität, Datenqualität und Systemlandschaft ab. Typische Treiber sind: Anzahl der Integrationen (ERP/CRM/Bank), notwendige Datenbereinigung, Ausnahme-Workflows und Anforderungen an Logging/Compliance. Viele KMU starten mit einem klar abgegrenzten Prozess (z. B. Rechnungen oder Lead-Erfassung) und erweitern STP schrittweise, sobald die Regeln stabil sind und der Nutzen messbar wird.