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Vendor Management (Lieferantenmanagement) für IT

Steuerung von IT-Anbietern: Leistung, Risiken, Verträge, Eskalationen.

Vendor Management (Lieferantenmanagement) für IT ist die systematische Steuerung externer IT-Anbieter (z. B. Cloud-, Software-, Support- oder Managed-Service-Provider), damit Leistung, Kosten, Risiken und Verträge im Sinne des Unternehmens gesteuert werden. Dazu gehören u. a. SLA-Überwachung, Vertrags- und Lizenzmanagement, Sicherheits- und Compliance-Prüfungen sowie ein klarer Eskalationsprozess.

Was bedeutet Vendor Management in der IT?

Im IT-Kontext bedeutet Vendor Management, dass ein Unternehmen nicht nur „einkauft“, sondern die laufende Zusammenarbeit aktiv führt: Erwartungen werden messbar definiert, Ergebnisse regelmäßig überprüft und Abweichungen konsequent adressiert. Gerade für Unternehmen ohne eigene IT-Abteilung ist das wichtig, weil sonst Anbieterentscheidungen, Kostenentwicklung und Sicherheitsfragen schnell unübersichtlich werden.

Wie funktioniert Vendor Management in der Praxis?

  • 1) Bedarf & Scope klären: Welche Services werden benötigt (z. B. Helpdesk, Cloud-Betrieb, Cybersecurity, Softwareentwicklung)? Welche Systeme sind kritisch?
  • 2) Anbieter auswählen & bewerten: Fähigkeiten, Referenzen, Stabilität, Sicherheitsniveau und Passung zur Organisation prüfen. Bei KI-Tools kann eine AI Vendor Assessment helfen.
  • 3) Verträge & SLAs sauber definieren: Leistungsumfang, Reaktionszeiten, Verfügbarkeit, Wartungsfenster, Reporting, Datenschutz (AVV/DPA), Exit-Regeln und Preise festhalten. Verknüpfungen zu SLA & SLO (Service Level Objectives) sind hier zentral.
  • 4) Onboarding & Governance etablieren: Ansprechpartner, Kommunikationswege, Change-Prozess, Freigaben, Dokumentation und Zugriffskonzepte festlegen.
  • 5) Leistung steuern & Risiken managen: Regeltermine, KPI-/SLA-Reports, Incident- und Problem-Management, Security-Checks, Budgetkontrolle und Eskalationen durchführen.
  • 6) Kontinuierlich optimieren: Preise/Leistungen nachverhandeln, Alternativen prüfen, Abhängigkeiten reduzieren (Stichwort Vendor Lock-in (Anbieterbindung)), Exit-Plan testen.

Wofür brauchen Unternehmen Vendor Management – besonders ohne IT-Abteilung?

Ohne klare Steuerung entsteht schnell ein „IT-Flickenteppich“: unterschiedliche Anbieter, unklare Zuständigkeiten, versteckte Zusatzkosten, fehlende Dokumentation und lange Ausfallzeiten im Problemfall. Vendor Management schafft Transparenz (wer macht was?), Verbindlichkeit (was wird geliefert?) und Sicherheit (wie werden Daten und Zugriffe geschützt?).

Typische Aufgaben & Beispiele

  • Leistungssteuerung: Ein MSP verspricht 4h Reaktionszeit – Vendor Management prüft Tickets/Reports und fordert bei Abweichungen Maßnahmen oder Gutschriften ein.
  • Risikosteuerung: Ein Cloud-Anbieter ändert Bedingungen – Vendor Management bewertet Auswirkungen auf Datenschutz, Verfügbarkeit und Kosten und plant Gegenmaßnahmen.
  • Vertrags- & Kostenkontrolle: Lizenzen werden zu groß eingekauft – Vendor Management konsolidiert, optimiert und verhindert „Shelfware“.
  • Eskalationsmanagement: Bei kritischen Incidents ist klar: 1st/2nd/3rd Level, Management-Eskalation, Kommunikationsplan und Entscheidungsbefugnisse.

Was kostet Vendor Management?

Die Kosten hängen stark von Anzahl/Komplexität der Anbieter und Kritikalität der Services ab. In kleinen Setups kann Vendor Management „nebenbei“ durch Geschäftsführung/Office-Management mit Checklisten funktionieren; professioneller wird es oft als Teil eines Managed-Services-Vertrags oder durch externe IT-Beratung organisiert. Kostentreiber sind u. a. Vertragsprüfung, Security/Compliance-Anforderungen, Reporting-Tiefe und die Häufigkeit von Changes und Incidents.

Abgrenzung: Vendor Management vs. Einkauf

Der Einkauf fokussiert häufig auf Preis, Konditionen und Bestellung. Vendor Management umfasst zusätzlich die laufende Steuerung: Qualität, Performance, Risiko, Zusammenarbeit, Eskalationen und Exit-Fähigkeit – also das, was nach der Unterschrift passiert.