ZAllgemein

Zielarchitektur (Target Architecture)

Gewünschter Architekturzustand als Leitplanke für Projekte.

Zielarchitektur (Target Architecture) ist der gewünschte zukünftige Zustand Ihrer IT- und Prozesslandschaft – also eine klare Leitplanke dafür, wie Systeme, Daten, Schnittstellen und Abläufe in einigen Monaten oder Jahren aussehen sollen. Sie hilft, Digitalisierungsprojekte zu priorisieren, Investitionen zu steuern und Insellösungen zu vermeiden, indem sie ein gemeinsames Zielbild für alle Beteiligten schafft.

Was bedeutet Zielarchitektur (Target Architecture)?

„Zielarchitektur“ beschreibt ein bewusst definiertes Zielbild: Welche Anwendungen sollen genutzt werden, welche Daten wo liegen, wie Systeme integriert sind, welche Sicherheits- und Compliance-Anforderungen gelten und welche Standards verbindlich sind. Im Unterschied zur Ist-Architektur (heute) und zur Übergangsarchitektur (Zwischenschritte) fokussiert die Zielarchitektur auf das „Wohin“ – nicht auf jedes Detail des „Wie“.

Wie funktioniert Zielarchitektur in der Praxis?

Eine Zielarchitektur wird typischerweise aus der Geschäftsstrategie abgeleitet (z. B. schnellerer Vertrieb, bessere Kundenerfahrung, geringere Prozesskosten) und dann in Architektur-Entscheidungen übersetzt. Häufig läuft das in klaren Schritten ab:

  • 1) Ziele und Leitprinzipien festlegen: z. B. „Cloud-first“, „Standardsoftware vor Individualentwicklung“, „Single Source of Truth für Kundendaten“.
  • 2) Zielbild skizzieren: Welche Kernsysteme (ERP/CRM/DMS), welche Integrationen, welche Datenflüsse, welche Rollen und Verantwortlichkeiten.
  • 3) Standards und Regeln definieren: z. B. API-Standards, Identity & Access, Datenklassifizierung, Integrationsmuster.
  • 4) Gap-Analyse: Was fehlt zwischen Ist und Ziel? Welche Altsysteme müssen abgelöst, welche Daten bereinigt, welche Schnittstellen gebaut werden?
  • 5) Roadmap ableiten: Projekte in sinnvolle Etappen schneiden (Übergangsarchitekturen), mit Abhängigkeiten, Budgetrahmen und Meilensteinen.

Warum ist Zielarchitektur wichtig – besonders für kleine Unternehmen?

Gerade kleine Unternehmen digitalisieren oft „projektweise“: neues CRM hier, ein Tool für Rechnungen dort, später Automatisierungen. Ohne Zielarchitektur entsteht schnell ein Flickenteppich aus Tools, doppelter Datenpflege und schwer wartbaren Schnittstellen. Eine gute Zielarchitektur sorgt dafür, dass jede neue Lösung in ein Gesamtbild passt, und reduziert langfristig Betriebskosten, Risiken und Reibungsverluste.

Beispiel: Sie wollen Angebote schneller erstellen und gleichzeitig bessere Kundentransparenz. Die Zielarchitektur könnte vorsehen: CRM als führendes Kundensystem, ERP für Aufträge/Rechnungen, DMS für Dokumente, und Integrationen per API. Dann wird ein neues Tool nur gewählt, wenn es diese Rollen unterstützt – statt Daten parallel in drei Systemen zu halten.

Wie hängt Zielarchitektur mit KI- und Automatisierungsprojekten zusammen?

Viele KI-Initiativen scheitern nicht am Modell, sondern an Datenzugang, Sicherheit und Prozessen. Eine Zielarchitektur kann z. B. festlegen, wie Wissensdatenbanken angebunden werden, wie Zugriffsrechte umgesetzt werden und wo Automatisierung sinnvoll ist. Wenn Sie etwa Automatisierung (Automation) oder KI-Assistenten einführen, hilft das Zielbild, Tool-Wildwuchs zu vermeiden und klare Integrationspfade zu definieren.

Was kostet Zielarchitektur (Target Architecture)?

Die Kosten hängen stark von Umfang und Reifegrad ab. Für kleine Unternehmen kann ein schlankes Zielarchitektur-Zielbild (Workshops, Prinzipien, grobe System- und Datenlandkarte, Roadmap) oft im niedrigen vierstelligen bis mittleren fünfstelligen Bereich liegen. Teurer wird es, wenn viele Stakeholder, komplexe Integrationen, Sicherheitsanforderungen oder mehrere Standorte berücksichtigt werden müssen – oder wenn die Zielarchitektur sehr detailliert dokumentiert werden soll.

Typische Ergebnisse (Artefakte) einer Zielarchitektur

  • Architekturprinzipien (Entscheidungsregeln für Projekte)
  • Anwendungslandkarte (welches System wofür zuständig ist)
  • Daten- und Integrationsbild (Datenflüsse, Schnittstellen, Verantwortlichkeiten)
  • Sicherheits- und Compliance-Leitplanken
  • Roadmap (Etappenplan von Ist zu Ziel)

Wenn diese Bausteine klar sind, treffen Geschäftsführer Tech-Entscheidungen schneller, konsistenter und mit weniger Risiko – weil jedes Projekt gegen das Zielbild geprüft werden kann.