Evals ab Tag null: Verlässlichkeit statt Demo
Evals ab Tag null: Verlässlichkeit statt Demo
Der Sprung von Demo zu Produktion ist ein Verlässlichkeitsproblem, kein Intelligenzproblem. Eine Eval ist ein automatisierter Test, der die Verlässlichkeit misst statt sie zu behaupten.
Der Ablauf ist fest: erst mit dem stärksten Modell prüfen, ob die Aufgabe lösbar ist, dann Erfolgskriterien festlegen, dann Evals bauen, dann auf ein günstigeres Modell herunteroptimieren. Fundament ist eine kuratierte Ground Truth, gemessen werden Ergebnis und Weg.
Wie es in der Praxis läuft
Was eine Eval ist und warum ab Tag null
Eine Eval ist ein automatisierter Test, der vor der Ausgabe entscheidet, ob die Aufgabe verlässlich gelöst ist. Die erste Eval entsteht, bevor der erste Agent gebaut wird, weil sie der Maßstab ist, an dem alles Folgende gemessen wird.
Ground Truth: ein kuratiertes Test-Set mit echten Antworten
Ground Truth meint die verlässlich richtige Antwort zu jedem Testfall, die Fachleute kuratieren und die wirklich in der Quelle stehen muss. Ein Test-Set mit falscher Ground Truth misst nichts Belastbares, es täuscht Sicherheit vor.
Batch-Evals über viele Fälle
Eine einzelne gute Antwort beweist nichts über Verlässlichkeit, Batch-Evals laufen über viele Fälle auf einmal, oft tausende. Erst der Lauf über die Menge zeigt, ob ein Agent stabil liefert und wo ein einzelnes Wort im Prompt die Fehler erzeugt.
Ein Modell als Prüfer, aber nur wo Urteil zählt
Wo Urteil nötig ist, setzt du ein zweites Sprachmodell als Prüfer ein, das nach festen Kriterien bewertet, aber nur dort, wo Konsistenz zählt. Wichtig ist frischer Kontext, denn ein Modell, das im selben Fenster seine eigene Arbeit prüft, hält sie für richtig.
Miss den Weg, nicht nur das Ergebnis
Ein handelnder Agent ruft Werkzeuge auf, deshalb misst du auch, wie viele Aufrufe nötig waren und ob die richtige Quelle gefunden wurde. Ein Agent, der zufällig zur richtigen Antwort stolpert, ist nicht verlässlich.
Klein, schnell und sicher ausliefern
Zuerst prüfst du Lösbarkeit mit dem stärksten Modell, dann Erfolgskriterien, dann Evals, dann optimierst du auf ein günstigeres Modell herunter. Weil die Tests in der Auslieferungskette hängen, entstehen die Nachweise für Compliance fast nebenbei.