Model License (Modell-Lizenz) & Usage Rights
Eine Model License (Modell-Lizenz) & Usage Rights beschreibt die rechtlichen Regeln, unter denen ein KI-Modell genutzt werden darf – z. B. für Inferenz, Weitergabe, Fine-Tuning oder kommerzielle Produkte. Sie legt fest, welche Rechte du erhältst (Nutzung, Modifikation, Distribution) und welche Pflichten gelten (Attribution, Einschränkungen, Compliance, Weitergabe der Lizenzbedingungen).
Im KI-Kontext ist das besonders wichtig, weil ein Modell nicht nur „Software“ ist, sondern oft aus mehreren Ebenen besteht: Modellgewichte, Code, Trainingsdaten, ggf. Safety-Modelle und der Dienstzugang (API). Je nach Lizenz können sich die Rechte stark unterscheiden – etwa zwischen einem API-basierten ChatGPT-Dienst und einem Open-Weights-Large Language Model (LLM), das du selbst hostest.
Was umfasst eine Modell-Lizenz typischerweise?
- Nutzungsrechte: Darf das Modell intern genutzt werden? Darfst du es in Apps integrieren, z. B. in n8n-Workflows oder Automatisierungen?
- Kommerzielle Nutzung: Ist „commercial use“ erlaubt oder eingeschränkt (z. B. keine Nutzung für bestimmte Branchen oder Zwecke)?
- Weitergabe & Distribution: Darfst du die Gewichte weiterverteilen, ein Derivat veröffentlichen oder nur innerhalb deines Unternehmens bereitstellen?
- Modifikation & Fine-Tuning: Ist Fine-Tuning (oder LoRA/PEFT) erlaubt? Musst du Änderungen kennzeichnen?
- Attribution & Notices: Musst du Copyright-Hinweise, Modellnamen oder Lizenztexte in deiner Dokumentation/GUI nennen?
- Beschränkungen: Verbot von Reverse Engineering, biometrischer Überwachung, militärischer Nutzung, politischem Targeting etc. (variiert stark).
- Haftung & Gewährleistung: Meist „as is“ – du trägst das Risiko für Outputs, Fehler, Halluzinationen und Schäden.
Wie funktioniert das in der Praxis? (3 typische Szenarien)
- API-Modelle (z. B. Provider): Du bekommst Nutzungsrechte über AGB/Terms. Du darfst das Modell nicht weitergeben, sondern nur per API verwenden. Oft gelten zusätzliche Regeln zu Logging, Data Retention oder „no training on your data“ je nach Tarif.
- Open-Weights-Modelle: Du lädst Gewichte herunter und hostest selbst (z. B. on-prem). Die Lizenz kann permissiv sein (ähnlich MIT/Apache) oder restriktiv (z. B. mit Nutzungsbeschränkungen oder Weitergabeauflagen).
- „Open Source“ vs. „Open Weights“: Ein Modell kann offene Gewichte haben, ohne eine klassische Open-Source-Lizenz zu nutzen. Das ist entscheidend für Redistribution, kommerzielle Nutzung und Derivate.
Konkrete Beispiele, warum Usage Rights entscheidend sind
- SaaS-Produkt: Du baust einen KI-Assistenten für Kundenservice. Wenn die Lizenz „no commercial use“ oder „no external distribution“ enthält, ist dein Geschäftsmodell blockiert.
- Fine-Tuning mit Kundendaten: Selbst wenn Fine-Tuning erlaubt ist, können Datenschutzpflichten (z. B. Datenschutz (DSGVO/GDPR) & KI) und vertragliche Auftragsverarbeitung relevant sein.
- Weitergabe eines LoRA-Adapters: Manche Lizenzen verlangen, dass abgeleitete Werke unter gleichen Bedingungen veröffentlicht werden oder dass bestimmte Hinweise mitgeliefert werden.
Best Practices (kurze Checkliste)
- Lizenztext wirklich lesen: Besonders Abschnitte zu „Restrictions“, „Distribution“ und „Derivatives“.
- Trenne Modell, Code und Daten: Für jede Komponente können andere Lizenzen gelten.
- Dokumentiere Nutzung & Herkunft: Hilft bei Audits und AI Governance.
- Rechte für Output & Inhalte klären: Neben Modellrechten spielen auch Copyright & KI (Urheberrecht) und ggf. Marken-/Bildrechte eine Rolle.
Eine Modell-Lizenz ist damit nicht nur „Papierkram“, sondern ein zentraler Teil von Risiko-, Compliance- und Produktentscheidung: Sie bestimmt, ob und wie du ein Modell legal betreiben, anpassen und monetarisieren darfst.