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OCR (Optical Character Recognition)

Texterkennung in Scans/PDFs für Dokumenten-Automation

OCR (Optical Character Recognition) ist eine Technologie zur automatischen Texterkennung, die Text aus Scans, Fotos oder PDFs in maschinenlesbare Daten umwandelt. So können Inhalte aus Rechnungen, Verträgen oder Formularen durchsucht, kopiert und für Dokumenten-Automation weiterverarbeitet werden – statt sie manuell abzutippen.

Im KI- und Automations-Kontext ist OCR oft der erste Schritt, um „tote“ Dokumente (Bild-PDFs, eingescanntes Papier) in strukturierte Informationen zu verwandeln. Erst wenn der Text zuverlässig extrahiert ist, können nachgelagerte Systeme wie ChatGPT oder ein Large Language Model (LLM) Inhalte zusammenfassen, klassifizieren oder in Workflows überführen.

Was bedeutet OCR?

OCR steht für „Optical Character Recognition“, auf Deutsch „optische Zeichenerkennung“. Gemeint ist das Erkennen von Buchstaben, Zahlen und häufig auch Sonderzeichen in Bilddaten. Moderne OCR-Lösungen können zusätzlich Layout-Elemente (Tabellen, Spalten, Überschriften) berücksichtigen und liefern neben dem reinen Text auch Positionsinformationen.

Wie funktioniert OCR?

  • 1) Bildvorverarbeitung: Das Dokument wird optimiert (z. B. Entzerren, Rauschreduzierung, Kontrast erhöhen), damit Zeichen klarer erkennbar sind.
  • 2) Layout-Analyse: Das System erkennt Bereiche wie Absätze, Tabellen, Kopf-/Fußzeilen oder Formularfelder.
  • 3) Zeichenerkennung: Zeichen werden identifiziert (klassisch regelbasiert oder heute häufig mit Deep-Learning-Modellen).
  • 4) Nachbearbeitung: Korrekturen über Wörterbücher/Sprachmodelle, Plausibilitätschecks (z. B. IBAN-, Datums- oder Betragsformate).
  • 5) Ausgabe: Ergebnis als durchsuchbares PDF, reiner Text oder strukturierte Daten (z. B. JSON/CSV) für Automatisierung (Automation).

Wofür braucht man OCR in der Dokumenten-Automation?

OCR ist besonders wertvoll, wenn Informationen aus Dokumenten in Systeme übertragen werden sollen – etwa in Buchhaltung, CRM oder Ticketing. Typische Use Cases:

  • Rechnungsverarbeitung: Extraktion von Rechnungsnummer, Datum, Betrag, Steuersatz und Lieferant.
  • Posteingang & Dokumentenklassifikation: Erkennen, ob es sich um Vertrag, Mahnung oder Lieferschein handelt.
  • Formulare & Anträge: Auslesen von Feldern, Abgleich mit Stammdaten, automatische Weiterleitung.
  • Wissensaufbau: Scans/PDFs als Textbasis für Suche oder RAG (Retrieval-Augmented Generation)-Pipelines.

OCR + KI: Wo passt das zusammen?

OCR liefert den Rohtext, KI macht ihn „nutzbar“. Ein AI Agents (KI-Agenten)-Workflow kann z. B. nach OCR den Text mit einem Large Language Model (LLM) interpretieren, Felder normalisieren und anschließend per Function Calling / Tool Use Daten in eine Buchhaltungssoftware schreiben. In Tools wie n8n wird OCR daher häufig als Trigger- oder Preprocessing-Schritt eingesetzt.

Grenzen und typische Fehlerquellen

  • Schlechte Scanqualität: Unschärfe, Schatten, niedrige Auflösung oder schräg fotografierte Seiten senken die Erkennungsrate.
  • Komplexe Layouts: Tabellen, mehrspaltige Dokumente und Stempel/Handschrift sind anspruchsvoller.
  • Sprachen & Sonderzeichen: Umlaute, Ligaturen oder Fachbegriffe benötigen passende Sprachmodelle.

In der Praxis wird OCR daher oft mit Validierung kombiniert (z. B. Beträge gegen Summen prüfen) und bei kritischen Dokumenten durch „Human-in-the-Loop“ ergänzt. Für den produktiven Einsatz sind außerdem Themen wie Datenschutz (DSGVO/GDPR) & KI und Governance relevant, insbesondere wenn personenbezogene Daten verarbeitet werden.