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Structured Data Extraction (Information Extraction)

Extraktion strukturierter Felder aus unstrukturiertem Text

Structured Data Extraction (Information Extraction) ist die automatische Extraktion klar definierter, strukturierter Felder (z. B. Name, Datum, Betrag, Produkt, Adresse) aus unstrukturiertem Text wie E-Mails, PDFs, Chats oder Webseiten. Ziel ist, Inhalte so zu normalisieren, dass sie als JSON/Tabellenfelder in Datenbanken, Workflows oder APIs weiterverarbeitet werden können – häufig mit KI-Methoden bis hin zu Large Language Model (LLM).

Was bedeutet Structured Data Extraction?

Der Begriff beschreibt den Schritt, bei dem „Fließtext“ in ein festes Schema überführt wird. Statt „Bitte liefern Sie 20 Stück bis Freitag nach Musterstraße 12“ möchte ein System z. B. folgende Felder erhalten: menge=20, lieferdatum=…, adresse=…. Man spricht auch von Information Extraction, Entitätsextraktion oder Feldextraktion.

Wie funktioniert Structured Data Extraction?

Je nach Technologie und Qualitätsanforderung läuft der Prozess typischerweise so ab:

  • 1) Input erfassen: Text aus E-Mail, Ticket, Chat, Dokument (ggf. OCR bei Scans) oder Web.
  • 2) Schema definieren: Welche Felder werden benötigt (z. B. customer_name, invoice_number, total_amount, currency, due_date)? Oft als JSON-Schema.
  • 3) Extraktion: Regelbasiert (Regex/Heuristiken), klassisch NLP (NER/Parser) oder KI-gestützt mit Large Language Model (LLM) bzw. ChatGPT. Moderne Ansätze nutzen Function Calling / Tool Use oder „structured output“, um direkt valide JSON-Strukturen zu erzeugen.
  • 4) Validierung & Normalisierung: Datentypen prüfen (Datum, Währung), Werte standardisieren (z. B. „1.234,50 €“ → 1234.50), Plausibilitätschecks (Summe > 0).
  • 5) Übergabe an Systeme: Speicherung in CRM/ERP, Ticketing, Datenbank oder Automation via n8n und Automatisierung (Automation).

Beispiele aus der Praxis (KI, LLM & Automation)

  • Rechnungen & Belege: Extrahiere Rechnungsnummer, Lieferant, Nettobetrag, MwSt., IBAN aus PDF-Text und buche automatisch vor.
  • Support-Tickets: Aus Kundenmails Kategorie, Dringlichkeit, Produkt, Fehlermeldung und gewünschte Rückrufzeit ziehen.
  • Lead-Qualifizierung: Aus Website-Formularen/Chats Budget, Branche, Unternehmensgröße, Use Case extrahieren und ins CRM schreiben.
  • Vertragsanalyse: Laufzeit, Kündigungsfrist, Preisstaffeln aus Vertragsklauseln strukturieren (mit besonderer Beachtung von Datenschutz (DSGVO/GDPR) & KI).

Warum ist Structured Data Extraction wichtig?

Weil unstrukturierte Daten in Unternehmen dominieren, aber Entscheidungen und Automationen strukturierte Felder brauchen. Gute Extraktion reduziert manuelle Dateneingabe, beschleunigt Prozesse, verbessert Datenqualität und ermöglicht skalierbare Workflows (z. B. automatische Weiterleitung, Priorisierung, Reporting). In KI-Pipelines ist sie zudem ein Schlüssel, um Texte für nachgelagerte Schritte wie Suche, Klassifikation oder RAG (Retrieval-Augmented Generation) nutzbar zu machen.

Typische Herausforderungen (und wie man sie löst)

  • Uneinheitliche Formulierungen: LLMs sind flexibel, brauchen aber klare Schemas und Beispiele (siehe Prompt Engineering).
  • Halluzinationen: Modelle können Werte „erfinden“. Gegenmaßnahmen: strikte Validierung, Pflichtfelder, Quellen-/Span-Referenzen, Fallback-Regeln, sowie Tests gegen Halluzinationen (Hallucinations).
  • Qualität & Governance: Logging, Stichproben, Freigabe-Workflows und Richtlinien (z. B. AI Governance).

Was kostet Structured Data Extraction?

Die Kosten hängen stark von Datenvolumen, Dokumenttypen, Qualitätsanforderung und Integrationen ab. Regelbasierte Extraktion ist oft günstig bei stabilen Formaten, wird aber teuer in Wartung. LLM-basierte Extraktion kostet typischerweise pro Anfrage (Token) und zusätzlich für Validierung, Monitoring und Integration – lohnt sich besonders bei variablen Texten und hohem Automationsnutzen.