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Hybrid Search (BM25 + Vektor)

Kombination aus Keyword- und semantischer Suche für bessere Treffer.

Hybrid Search (BM25 + Vektor) ist eine Suchmethode, die klassische Keyword-Suche (meist mit BM25) mit semantischer Vektorsuche kombiniert, um sowohl exakte Treffer (Begriffe, Namen, Zahlen) als auch inhaltlich ähnliche Ergebnisse (Bedeutung, Kontext) zuverlässig zu finden. Dadurch entstehen in der Praxis deutlich bessere Suchergebnisse als mit nur einer der beiden Methoden.

Was bedeutet Hybrid Search (BM25 + Vektor)?

„Hybrid“ bedeutet hier: Zwei unterschiedliche Relevanzsignale werden zusammengeführt. BM25 bewertet, wie gut die Wörter einer Anfrage zu einem Dokument passen (Term-Matching). Die Vektorsuche nutzt semantische Repräsentationen (Vektoren), die über Embeddings erzeugt und in einer Vektordatenbank (Vector Database) gespeichert werden. So kann die Suche auch dann passende Inhalte finden, wenn andere Formulierungen verwendet wurden.

Wie funktioniert Hybrid Search (BM25 + Vektor)?

  • 1) Indexierung: Dokumente werden klassisch textuell indexiert (für BM25) und zusätzlich in Vektoren umgewandelt (für semantische Ähnlichkeit via Embeddings).
  • 2) Anfrage-Verarbeitung: Die Suchanfrage wird als Text für BM25 genutzt und parallel in einen Anfrage-Vektor umgerechnet.
  • 3) Zwei Rankings: BM25 liefert Treffer, die die Suchbegriffe gut enthalten; die Vektorsuche liefert Treffer, die inhaltlich „ähnlich“ sind, selbst ohne identische Wörter.
  • 4) Fusion: Beide Ergebnislisten werden zusammengeführt, z. B. über gewichtete Scores, Reciprocal Rank Fusion (RRF) oder ein Re-Ranking.
  • 5) Optionales Re-Ranking: Ein Modell (z. B. ein Large Language Model (LLM)) bewertet die Top-Treffer erneut, um die Reihenfolge weiter zu verbessern.

Warum ist Hybrid Search wichtig?

Reine Keyword-Suche ist stark bei exakten Begriffen, scheitert aber oft an Synonymen, Tippfehlern oder abweichenden Formulierungen. Reine Vektorsuche ist gut bei Bedeutung, kann aber bei präzisen Anforderungen (z. B. „ISO 27001“, Artikelnummern, exakte Produktnamen) unzuverlässig sein. Hybrid Search kombiniert die Stärken: Sie findet präzise und semantisch passende Inhalte zugleich.

Beispiele aus KI, LLMs und Automatisierung

  • RAG-Chatbots: In RAG (Retrieval-Augmented Generation) soll ein Bot auf interne Dokumente zugreifen. Hybrid Search stellt sicher, dass sowohl exakte Policies (Keyword) als auch thematisch passende Passagen (semantisch) gefunden werden – und reduziert so Halluzinationen (Hallucinations).
  • Support & Wissensdatenbanken: Nutzer fragen „Wie setze ich Webhooks auf?“ – auch wenn die Doku „Callback-URL“ sagt. Vektorsuche findet den Kontext, BM25 sichert die richtigen Feature-Namen.
  • Workflows mit n8n: In Automationen (z. B. Ticket-Routing) kann Hybrid Search ähnliche Fälle finden („Fehler bei Login“) und gleichzeitig nach konkreten Codes („ERR_401“) filtern.

Was kostet Hybrid Search?

Die Kosten hängen weniger am „Hybrid“-Prinzip als an Datenmenge, Latenzanforderungen und Infrastruktur: Speicher für Vektoren, Rechenkosten für Embeddings/Query-Vektoren, sowie ggf. Re-Ranking. Für kleine Wissensbasen sind die Mehrkosten oft moderat, bei großen Enterprise-Indizes sind Skalierung, Monitoring und MLOps-Prozesse (siehe MLOps) entscheidend.

Fazit: Hybrid Search (BM25 + Vektor) ist ein praxisbewährter Standard, wenn Suchqualität in KI-Systemen, LLM-Apps und Automationen zuverlässig „richtig“ sein muss – sowohl sprachlich flexibel als auch faktisch präzise.