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Latency vs. Cost Trade-off

Abwägung zwischen Antwortzeit und Token-/Compute-Kosten.

Latency vs. Cost Trade-off beschreibt die Abwägung zwischen schneller Antwortzeit (geringe Latenz) und den dafür anfallenden Token- und Compute-Kosten bei KI-Systemen. Je schneller und „smarter“ ein Modell antworten soll (oder je mehr Parallelität nötig ist), desto höher sind typischerweise Infrastruktur- und API-Kosten.

Was bedeutet Latency vs. Cost Trade-off in der Praxis?

In Anwendungen mit Large Language Model (LLM)s (z. B. ChatGPT-ähnliche Chats, Agenten oder Automationen in n8n) konkurrieren zwei Ziele: Nutzer wollen sofortige Antworten, Unternehmen wollen Kosten kontrollieren. Latenz entsteht u. a. durch Modellgröße, Tokenmenge (Prompt + Output), Netzwerklaufzeiten, Warteschlangen, Tool-Aufrufe (z. B. Function Calling / Tool Use) und Retrieval-Schritte wie RAG (Retrieval-Augmented Generation). Kosten entstehen vor allem pro Token (Input/Output) und durch Rechenzeit/Provisionierung (GPU/CPU, Skalierung, Reserved Capacity).

Wie funktioniert die Abwägung? (typische Hebel)

Warum ist das wichtig?

Der Trade-off entscheidet über Produktqualität und Marge: In Support-Chats zählt niedrige Latenz für Zufriedenheit und Conversion. In Backoffice-Automationen (z. B. Dokumentklassifikation, Zusammenfassungen) ist eine zusätzliche Sekunde oft egal, während Kosten bei hohem Volumen kritisch sind. Zudem beeinflussen Latenz und Kosten die Einhaltung von SLA & SLO (Service Level Objectives) und die Skalierbarkeit bei Lastspitzen.

Beispiele aus KI-Workflows

  • RAG im Kundensupport: Retrieval + Re-Ranking (z. B. Re-Ranking (Neu-Rangordnung)) verbessert Genauigkeit, erhöht aber Latenz und Compute. Lösung: nur bei unsicheren Fragen RAG zuschalten oder Top-K reduzieren.
  • Agenten mit Tools: Ein AI Agents (KI-Agenten)-Workflow mit mehreren Tool-Calls kann teuer und langsam werden. Lösung: Tool-Aufrufe begrenzen, Zwischenergebnisse cachen, „Router“-Logik via Model Router (Modell-Routing).
  • Automatisierung in n8n: Bei Massentasks (z. B. 10.000 Leads) ist Batch/Queueing günstiger als Echtzeit. Lösung: asynchron verarbeiten und nur Ergebnisse zurückspielen.

Was kostet das?

Konkrete Kosten hängen vom Modell (Preis pro Input-/Output-Token), der durchschnittlichen Tokenanzahl, der Parallelität und der Infrastruktur ab. Faustregel: Mehr Kontext, längere Antworten, größere Modelle und mehr Tool-/Retrieval-Schritte erhöhen sowohl Latenz als auch Kosten. Kostenoptimierung beginnt daher oft bei Messung (Latenz pro Schritt, Tokens pro Request) und klaren Zielwerten wie einem Latency Budget (Latenzbudget).