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Regression Testing für Prompts/Agents

Automatisierte Tests, um Qualitätsabfälle nach Änderungen zu erkennen

Regression Testing für Prompts/Agents sind automatisierte, wiederholbare Tests, die nach Änderungen an Prompts, Tools oder Workflows prüfen, ob die Qualität eines KI-Systems messbar nachgelassen hat. Ziel ist es, „stille“ Verschlechterungen (z. B. mehr Fehler, andere Tonalität, schlechtere Tool-Nutzung) früh zu erkennen, bevor sie in Produktion oder Automationen ausrollen.

Was bedeutet Regression Testing bei Prompts und Agenten?

„Regression“ bedeutet Rückschritt: Eine Anpassung (z. B. neuer System-Prompt, anderes Modell, geänderte Tool-Definition) kann dazu führen, dass ein zuvor gut funktionierendes Verhalten schlechter wird. Das betrifft nicht nur Antworten eines ChatGPT-ähnlichen Assistenten, sondern auch AI Agents (KI-Agenten), die mit Function Calling / Tool Use arbeiten, Informationen via RAG (Retrieval-Augmented Generation) abrufen oder in n8n-Automationen eingebettet sind.

Wie funktioniert Regression Testing für Prompts/Agents?

  • 1) Test-Suite definieren: Repräsentative Prompts/Tasks sammeln (Happy Paths, Edge Cases, „fiese“ Inputs, Sicherheitsfälle).
  • 2) Erwartung festlegen: Entweder als „Gold-Output“ (Referenzantwort) oder als Kriterien (z. B. muss JSON valide sein, muss Tool X aufrufen, darf keine PII ausgeben).
  • 3) Automatisiert ausführen: Tests laufen bei jeder Änderung (Prompt, Modell, Temperatur, Tool-Schema, Retrieval-Config, Embeddings, etc.).
  • 4) Bewerten: Scoring über Regeln (Format/Schema), Heuristiken, LLM-as-a-Judge oder Metriken wie Genauigkeit, Konsistenz, Halluzinationsrate.
  • 5) Vergleichen & blocken: Ergebnisse gegen Baseline vergleichen; bei Regression „Fail“ und Rollback/Review auslösen (CI/CD-ähnlich).

Typische Regressionen (mit Beispielen)

  • Format bricht: Ein Agent soll strukturiertes JSON liefern, gibt aber Fließtext aus → Tool-Chain in Automatisierung (Automation) scheitert.
  • Tool-Nutzung verschlechtert sich: Nach Änderung am Tool-Schema ruft der Agent das falsche Tool auf oder gar keines.
  • RAG-Qualität sinkt: Geänderte Chunking-Strategie oder neue Embeddings führt zu schlechteren Treffern, mehr Halluzinationen (Hallucinations).
  • Tonalität/Policy driftet: Antworten werden zu werblich, zu lang oder verletzen Compliance-Vorgaben (z. B. Datenschutz).

Warum ist Regression Testing wichtig?

Prompt- und Agent-Systeme sind empfindlich gegenüber kleinen Änderungen: Ein Satz im System-Prompt, ein neues Large Language Model (LLM), ein anderer Retrieval-Parameter oder ein Update in n8n kann das Verhalten stark verändern. Regression Tests schaffen Verlässlichkeit, reduzieren Produktionsfehler, stabilisieren KPIs (z. B. Erstlösungsquote, Durchlaufzeit) und unterstützen Governance-Anforderungen wie AI Governance oder den EU AI Act.

Was kostet Regression Testing für Prompts/Agents?

Die Kosten hängen vor allem von Testumfang und Ausführungsfrequenz ab: Jeder Test verbraucht Inference-Tokens (Inference) und ggf. Retrieval-Kosten. Praktisch startet man oft mit 20–50 Kernfällen und erweitert iterativ. Teuer wird es, wenn viele Modelle/Varianten parallel getestet werden oder multimodale Inputs (Multimodale KI (Multimodal AI)) hinzukommen. Der ROI entsteht meist durch vermiedene Ausfälle, weniger manuelle QA und schnellere Iterationen.